BGH · X ZR 5/67 vom 16.03.1971
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des 2. Die Sache wird zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten der Revision, an das Berufungsgericht zurückverwiesen. Die Klägerin, die Reißverschlüsse herstellt und vertreibt, ist ausschließliche Lizenznehmerin an dem deutschen Patent Nr. W BP« Ihr sind von der Patentinhaberin und deren Rechtsvorgängerin auch die diesen etwa gegen die Beklagte zustehenden Ansprüche wegen Verletzung der dem Patent zugrunde liegenden Patentanmeldung aus der Zeit seit deren Bekanntmachung abgetreten worden. Reißverschluß mit einer aus einem fortlaufenden, einen annähernd Kreisquerschnitt aufweisenden Profilstrang aus Kunststoff hergestellten Gliederreihe, welche als verformte Schraubenfeder mit periodisch veränderlicher Steigung ausgebildet ist, gekennzeichnet durch die Verbindung folgender an sich bekannter Merkmale, nämlich daß die Windungsteile (7) im Bereich der Kuppelflächen annähernd senkrecht zur Verschlußebene stehen, daß die daran anschließenden Windungsschenkel (2) hinsichtlich ihrer Projektion auf die Verschlußebene Übereinanderliegen, daß die Windungsteile (7) im Bereich der Kuppelflächen (8) einen lichten Abstand annähernd gleich der Kuppelflächenbreite aufweisen und im Bereich der rückwärtigen Windungsteile (3) aufeinanderliegen und wobei die Gliederreihe an ihren der Kuppelseite abgekehrten Windungsteilen (4) auf einer Seite des Tragbandes (10) mittels einer Einfach- oder Doppellängsnaht (11, 12, 13) befestigt ist." Die Klägerin hat nach Bekanntmachung der Patentanmeldung Klage erhoben und die Ansicht vertreten, die Beklagte verletze durch das Feilhalten und durch den Vertrieb der Reißverschlüsse in der Bundesrepublik und in Westberlin die Rechte aus der bekanntgemachten Patentanmeldung Nr. flP'. 1. es bei Meidung einer vom Gericht für jeden Fall der Zuwiderhandlung festzusetzenden Geldstrafe in unbegrenzter Höhe oder Haftstrafe bis zu sechs Monaten zu unterlassen, Reißverschlüsse mit aus einem fortlaufenden, einen annähernd Kreisquerschnitt aufweisenden Profilsträng aus Kunststoff hergestellter Gliederreihe, welche als verformte Schraubenfeder mit periodisch veränderlicher Steigung ausgebildet ist, gewerbsmäßig herzustellen, in Verkehr zu bringen, feilzuhalten oder zu gebrauchen, bei denen die Windungsteile im Bereich der Kuppelflächen annähernd senkrecht zur Verschlußebene stehen und die daran anschließenden WindungsSchenkel hinsichtlich ihrer Projektion auf die Verschlußebene Übereinanderliegen, die Windungsteile im Bereich der Kuppelflächen einer lichten Abstand annähernd gleich der Kuppelflächenbreite aufweisen und im Bereich der rückwärtigen Windungsteile aufeinanderliegen und bei denen die Gliederreihe an ihren der Kuppelseite abgekehrten Windvingsteilen auf einer Sei- festzustellen, daß die Beklagte verpflichtet ist, der Klägerin allen Schaden zu ersetzen, der ihr durch Zuwiderhandlung gegen die zu I 1 gekennzeichnete Unterlassungsverpflichtung entstanden ist und noch entsteht. 1. es bei Meidung einer vom Gericht für jeden Fall der Zuwiderhandlung festzusetzenden Geldstrafe in unbegrenzter Höhe oder Haftstrafe bis zu sechs Monaten zu unterlassen, Reißverschlüsse mit aus einem fortlaufenden, einem annähernd Kreisquerschnitt aufweisenden Profilstrang aus Kunststoff hergestellter Gliederreihe, welche als verformte Schraubenfeder mit periodisch veränderlicher Steigung ausgebildet ist, in der Bundesrepublik und Westberlin gewerbsmäßig herzustellen, in Verkehr zu bringen, feilzuhalten oder zu gebrauchen , bei denen die Windungsteile im Bereich der Kuppelflächen mit einer Abweichung bis zu etwa 10° annähernd senkrecht zur Verschlußebene stehen und die daran anschließenden Windungsschenkel hinsichtlich ihrer Projektion auf die Verschlußebene im wesentlichen Übereinanderliegen, die Windungsteile im Bereich der Kuppelflächen einen lichten Abstand annähernd gleich der Kuppelflächenbreite aufweisen und im Bereich der rückwärtigen Windungsteile unmittelbar aufeinanderliegen oder zwischeneinander nur einen geringfügigen Zwischenraum lassen, und bei denen die Gliederreihe an ihren der Kuppelseite abgekehrten Windungsteilen auf einer Seite des Tragbandes mittels einer Längsnaht befestigt ist; Es wird festgestellt, daß die Beklagte verpflichtet ist, der Klägerin allen Schaden zu ersetzen, der dieser durch Zuwiderhandlungen gegen die vorstehend unter I, 1 gekennzeichneten Handlungen entstanden ist und noch entsteht." Das Oberlandesgericht hat ebenso wie das Landgericht die Aussetzung des Rechtsstreites bis zur Entscheidung über die Patenterteilung abgelehnt und die Berufung der Beklagten zurückgewiesen. lungsbeschluß der Patentabteilung abgeändert, die Patenterteilung für den Gegenstand des bekanntgemachten Patentanspruchs 1 abgelehnt und das Patent mit folgendem Patentanspruch 1, der auf den bekanntgemachten Patentanspruch 6 zurückgeht, rechtskräftig erteilt; Verfahren zur Herstellung einer Reißverschlußgliederreihe aus einem Kunststoff profilstrang mit Kreisquerschnitt, bei dem der Kunststoffprofilstrang schraubenförmig mit veränderlicher Steigung zur Bildung der mit Kuppelteilen versehenen Glieder in eine zur Reißverschlußebene senkrechte Ebene umgelegt und das Ende des umgelegten Schenkels im Abstand der Gliederteilung in eine Ausgangslage zur Bildung eines weiteren Gliedes in eine zur Verschlußebene geneigte Ebene so umgebogen wird, daß die Rückführwindungen aufeinander liegen, dadurch gekennzeichnet, daß das Umlegen der Schenkel der Glieder in der zur Reißverschlußebene senkrechten Ebene im fortlaufenden Arbeitsgang unter Bildung einer an sich bekannten Schlinge und gleichzeitig mit der Schlingenbildung das Anformen der Kuppelteile durch Zusammenpressen des Stranges erfolgt.” Die Klägerin macht geltend, die Beklagte mache, wie aus den Feststellungen des Berufungsgerichts hervorgehe, von diesem Verfahren Gebrauch. 1. es bei Meidung einer vom Gericht für jeden Fall der Zuwiderhandlung festzusetzenden Geldstrafe in unbegrenzter Höhe oder Haftstrafe bis zu 6 Monaten zu unterlassen, Reißverschlüsse mit aus einem fortlaufenden, einen annähernd Kreisquerschnitt aufweisenden Profilstrang aus Kunststoff hergestellter Gliederreihe, welche als verformte Schraubenfeder mit periodisch veränderlicher Steigung ausgebildet ist, in der Bundesrepublik Deutschland und Westberlin in Verkehr zu bringen, feilzuhalten oder zu gebrauchen, bei denen die Windungsteile im Bereich der Kuppelflächen mit einer Abweichung bis zu etwa 10° annähernd senkrecht zur Verschlußebene stehen und die daran anschließenden Windungsschenkel hinsichtlich ihrer Projektion auf die Verschlußebene im wesentlichen überein-anderliegen, die Windungsteile im Bereich der Kuppelflächen einen lichten Abstand annähernd gleich der Kuppelflächenbreite aufweisen und im Bereich der rückwärtigen Windungsteile unmittelbar aufeinanderliegen oder zwischeneinander nur einen geringfügigen Zwischenraum lassen, und bei denen die Gliederreihe an ihren der KuppelSeite abgekehrten Windungsteilen auf einer Seite des Tragbandes mittels einer Längsnaht befestigt ist, mit der Maßgabe, daß bei Bildung des Zwischenraumes gleichzeitig das Anformen der Kuppelteile durch Zusammenpressen des Stranges erfolgt.” Durch den Beschluß des Bundespatentgerichts ist dem Gegenstand des bekanntgemachten Patentanspruchs 1, der sich auf einen Reißverschluß mit bestimmten körperlichen Merkmalen bezog, der Patentschutz versagt und das nachgesuchte Patent für "Verfahren und Vorrichtung, zur Herstellung einer Reißverschlußgliederreihe" erteilt worden. Der Entscheidung des Rechtsstreits ist nunmehr der Patentanspruch 1 in der erteilten Fassung zugrunde zu legen, auf den sich der von der Klägerin in der Revisionsinstanz neu gestellte Sachantrag bezieht. Es hat auch nicht geprüft, ob die angegriffene Ausführungsform eines Reißverschlusses, von der die Vorinstanzen angenommen haben, daß sie von den Merkmalen des bekanntgemachten Patentanspruchs 1 der dem Klagepatent zugrunde liegenden Anmeldung gegenständlichen Gebrauch macht, in einem Verfahren hergestellt worden ist, wie es in dem bekanntgemachten Patentanspruch 6 und in dem erteilten Patentanspruch 1 des Klagepatents umschrieben ist. Für die Beurteilung der Frage, ob die Beklagte von der Lehre des erteilten Patentanspruchs 1 des Klagepatents Gebrauch gemacht hat, sind indessen Feststellungen über das von der Beklagten angewendete Durch die Zurückverweisung wird der Klägerin Gelegenheit gegeben, ihr tatsächliches Vorbringen zu ergänzen und auf den erteilten Patentanspruch 1 des Klagepatentes abzustellen.