BGH · X ZR 81/64
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je mindestens einen, vorzugsweise zwei oder mehrere längsverlaufende, zur Streifen- bzw«, Vercchlußebene senkrecht gerichtete Stege mit verengtem Hals und mit ineinander-passenden gleichem Kopfprofil aufweisen, die derart ineinandergreifen, daß die Ver-schlußstreifen lediglich durch die Profi'l-ausbildung Zusammenhalten, wobei sich die an die Verstärkungen der Verschlußkanten anschließenden dünneren Streifenteile etwa parallel zueinander nach entgegengesetzten Seiten erstrecken, in deren Richtung im wesentlichen auch die Zugbeanspruchung des Verschlusses beim Gebrauch liegt, während die Schließ- und Öffnungskrait für den Verschluß senkrecht zu der Richtung dieser’ Zugbeanspruchung gerichtet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Stege (4? 4a bzw„ 6, 6a) beider Verstärkungen (7, 8) die Form einseitiger Haken haben, die, wenn die Verstärkungen (7, 8) miteinander in Eingriff gebracht sind, paarweise ineinanderfassen, und daß die Verstärkungen (7, 8) derart gegenüber den zugehörigen dünneren Streifenteilen (1, 2) versetzt sind, daß diese Streifenteile (l, 2) entweder beide mindestens angenähert in der Nittelebene (A-B) des Verschlusses oder beiderseits dieser Mittclebene auf der gleichen Seite wie die Oberkanten der zu der betreffenden Verstärkung (7, 8) gehörenden Stege (4, 4a bzw0 6, 6a) liegon0 Die Kennzeichnung der Stege als hakenförmig oder gar als einseitiger Haken sei erst mit der Eingabe von 6« August 1952 erfolgt» Die weiteren Kombinationsnerkmale, daß die Haken, wenn die Verstärkungen miteinander in Eingriff gebracht seien, paarweise ineinander faßten, und die Verstärkungen derart gegenüber den zugehörigen dünneren Streifenteilen versetzt seien, daß diese Streifenteile beide mindestens angenähert in der Mittelebeno des Verschlusses lägen, seien für die Ausführungsform der Figur 2 der Patentschrift erstmals mit der Eingabe vom 20» März 1957 offenbart worden» Die am 17» April 1952 ausgegebene Patentschrift 836 931 müsse daher gegenüber den betreffenden kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruchs des Sti’eitpatcnts in der erteilten Fassung als Stand der Technik behandelt werden» Aus der deutschen Patentschrift 836 931 in Verbindung mit der deutschen Patentschrift 595 674 und der US-Patentschrift 2 353 856 ergebe sich dann aber, daß das Streitpatent insoweit nichtig sei, als es den Gegenstand des Patents 836 931 umfasse» Las Bundespatentgericht hat unter Abweisung der v/eitergehenden Klage das Streitpatent dadurch teilweise für nichtig erklärt, daß es im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 die Wortfolge "die Form einseitiger Haken »»o»» paarweise ineinanderfassen" durch die Fassung "eine Querschnitteform haben, die auf der Verschlußseite durch eine S-Kurve und auf der Gegenseite durch eine hakenförmige Linie begrenzt ist" ersetzt hat» Las Patentgericht hat in den ersetzten Teil des Hauptanspruchs eine unzulässige Erweiterung der Anmeldung gesehen, die erst nach der Ausgabe der deutschen Patentschrift 836 931 vor-genonunen worden und bei ihrer Einführung bereits durch die genannte Patentschrift vorweggenomnen gewesen sei» 4a, 6, 6a) beider Verstärkungen (7, 8) eine Quer-schnittsforn haben, die auf der Verschlußseite durch eine S-Kurve und auf der Gegenseite durch eine hakenförmige Linie begrenzt ist, und daß die Verstärkungen (7, 8) derart gegenüber den zugehörigen dünneren Streifenteilen (l, 2) versetzt sind, daß diese Streifenteile (1, 2) beiderseits dieser Mittelebene auf der gleichen Seite wie die Oberkanten der zu der betreffenden Verstärkung (7, 8) gehörenden Stege (4? Io io Die Patentschrift des Streitpatents geht davon aus, daß Reißverschlüsse, bestehend aus zwei gleichprofilierten Verschlußstreifen elastischen Materials mit längslaufend cn verstärkten Verschlußkanten, die mittels ebenfalls längslaufender Nuten und Stege derart ineinandergreifen, daß die Verochlußteile lediglich durch die Profilausbildung ohne Anwendung von Aufblasmitteln Zusammenhalten, in den verschiedensten Ausführungsformen bekannt waren« Diese bekannten Auoführungsformen genüg- Bei einem Teil der "bekannten Ausführungen ist nach den Angaben der Patentschrift die vom Benutzer ausgelibte Kraft, mit der die Nuten und Stege der beiden Verschlußstreifen miteinander in EingX'iff gebracht werden, praktisch gleichgerichtet mit den Beanspruchungen, denen der Verschluß in geschlossenen Zustande beim Gebrauch auogesetzt ist (Patentschrift SQ 1 Zo 16 - 23)„ Ben Nachteil dieser Ausführungen sieht der Erfinder des Streitpatents darin, daß diese Verschlüsse nur eine geringe Widerstandsfähigkeit gegen Kräfte besäßen, die ein unbeabsichtigtes Offnen des geschlossenen Verschlusses herbeiführen könnten, weil die Widerstandsfähigkeit im Zusammenhang stehe mit der Kraft, die vom Benutzer zu dem Öffnen und Schließen des Verschlusses aufgewendet werden müsse, und die nicht allzu hoch bemessen werden könne (Patentschrift Sc 2 Zo 23 - 40)o b) Ein unerwünschtes Drehmoment v/ird dadurch vermieden, daß die Stege der beiderseitigen Verstärkungen gegenüber den dünneren Streifenteilen derart versetzt sind, daß die Streif enteile, wenn die Verstärkungen miteinander in Eingriff gebracht sind, entweder beide mindestens an-genähert in der Mittelebene des Verschlusses oder beiderseits dieser Mittelebene auf der gleichen Seite wie die Oberkante der zu der betreffenden Verstärkung gehörenden Stege liegen (Patentschrift S«, 3 Z» 7 - 15)* onsmerkmal der Versetzung der Verstärkung gegenüber den dünneren Streifenteilen derart, daß diese Streifenteile mindestens angenähert in der Mittelebene des Verschlusses liegen (vglo oben I 3 Merkmal 6a) ergebe sich für die Ausführungsform nach Pigur 2 der Zeichnung erstmals aus der Eingabe vom 20o März 1957, ist ihr das Patentgericht nicht gefolgt» Las Patentgex-icht hat vor allem auf den ursprünglichen Patentanspruch 8, der sich hinsichtlich der Streifenanordnung auf beide Ausführungsformen beziehe, sowie auf die Ausführungen in der ursprünglichen Beschreibung auf Seite 4 Zeilen 28 bis 36 verwiesene Seinem Standpunkt ist gegenüber den Angriffen der Klägerin beizutreten» Lie genannte -Anordnung der Streifen ist zwar nur in der ursprünglichen Pigur 3 der Zeichnung für die Ausführungsform der jetzigen Pigur 1 mit einem Steg und einer Nut dargestellto Die Erläuterungen dazu auf Seite 4 Zeile 28 bis Seite 5 Zeile 7, in der die Bedeutung der dargestollten Anordnung für die Verhinderung des Drehmoments näher dargelegt wird, beziehen sich aber" ersichtlich auf beide Ausführungsformen (mit einem Steg oder mit mehreren Stegen)» La in dem ursprünglichen Patentanspruch 8 schließlich auch die andere, in dex’ Pigur 4 (jetzt Pigur 2) dargestellte, in der Beschreibung als besonders vorteilhaft bezeiebnete Anordnung der dünneren Verschlußstreifen beiderseits der Mittelebene ausdrücklich als Merkmal beider Ausführungsfornen bezeichnet worden ist, konnte für einen Fachmann nicht zweifelhaft sein, daß auch die daß die Stege die Form einseitiger Haken haben, ist nach Ansicht des Bundespatentgerichts erstmals mit der Eingabe vom 6o August 1952, also nach Ausgabe der deutschen Patentschrift 836 9315 offenbart wordene Deshalb müsse sich das Streitpatent, so hat das Patentgericht ausgeführt, insoweit die deutsche Patentschrift 836 931 entgegenhalten lassen, die einen Reißverschluß mit zwei gleichprofilierten Verschlußstreifen elastischen Materials beschreibe, deren verstärkte Verschlußkanten längsverlaufende, zur Streifen- bzv/o zur Verschlußebene senkrecht gerichtete Stege mit einen Querschnitt in Form einseitiger Haken aufv;ieson0 Bas Streitpatent müsse unter diesen Umständen in Wege der Teilnichtigerklärung auf den Inhalt des ursprünglichen Patentanspruchs 6 zurückgeführt werden, den das Patentgericht dahin auslegt, daß die Stege eine Quersehnittsforn haben, die auf der Verschlußseite durch eine S-Kurve und auf der* Gegenseite durch eine hakenförmige Linie begrenzt sei» bei der jede Verstärkung mind es tens zwei Stege und NuterjL aufv/eisto Die Profilforrn der Stege ist jedoch in den Figuren 3 und 4 (jetzt 1 und 2) völlig gleich darge-stellt5 und sie hat auch, wie sich für den Fachmann ohne weiteres ergibt, für Ausführungsformen nach den Figuren und 4 (jetzt 1 und 2) die gleiche Bedeutung, nämlich, ftir einen guten Halt des Steges in der Nut zu sorgen * Eine Änderung dos Schutzbegehrens in der Weise, daß die Merkmale des ursprünglichen Patentanspruchs 6 in den Hauptanspruch aufgenommen wurden, würde sich danach als eine jederzeit zulässige Beschränkung darstellen, auch wenn in den ursprünglichen Unterlagen abweichende Querschnitts-formen beschrieben worden sind, und in der Beschreibung, worauf die Klägerin besonders hinweist, sogar - in bezug auf eine Ausführung nach der ursprünglichen Figur 1 -bemerkt wird (S. jeder Nut und jeden Steges - die belastete oder die unbelastete Seite - im wesentlichen hakenförmig ausgebildet sein sollteo Der gerichtliche Sachverständige hält es -im Gegensatz zu dem Nichtigkeitssenat - für wahrscheinlicher, daß ein Burchcchnittsfachmann die Angabe 11 im wes entliehen hakenförmig1' am Arnoldetage des Streitpatents auf die belastete Stegseite bezog, weil die ursprünglichen Unterlagen in ihrer Gesamtheit ergäben, daß sich die Stegflanken bei einer Zugbelastung ancinanderlegen und in Zugrichtung (formschlüssig) miteinander verhaken sollerio Geht man hiervon aus und versteht demzufolge unter der als S-Kurve ausgebildeten Stegflanke die unbelastete Stegseite, dann ist für den Durchschnittsfachmann ohne weiteres ersichtlich, daß die Begrenzung dieser Stegflanke durch eine S-Kurve für die technische Lehre des Streitpatents keine v/esentlicho Bedeutung hatte« Denn nach der ursprünglichen Beschreibung (So 42« 22-27) sollten die Nuten etwas breiter sein als die entsprechenden Stege« Da die S-förmige Flanke des Steges bei einer Zugbelastung des Verschlusses danach mit der Wandung der Nut überhaupt nicht in einer Wirkungsverbindung stehen sollte, konnte sie nur die Funktion haben, durch die bei einer S-Kurve regelmäßig vorhandenen Rundungen für eine gleichmäßigere Verteilung der senkrecht zur Vor-schlußebene wirkenden Kräfte zu sorgen« Für den eigentlichen Erfindungcgedanken des Streitpatents, den der gerichtliche Sachverständige darin sieht, die (geringeren) Kräfte senkrecht zur Verschlußebene durch die Verwendung einer Verklammerung und die (größeren) Kräfte in der Verschlußebenc durch Verwendung einer Verhakung aufzufangen, ist dieser Umstand jedoch von untergeordneter Bedeutung» Es kommt hinzu, daß auch die Kennzeichnung der Stege als einseitige Haken das Vorhandensein von Rundungen an den Stegflanken keineswegs auoschließt« 16 - 21)„ hie aneinanderliegenden Stegköpfe weisen die genannten Vorsprünge also, wie noch besonders hervorgehoben wird, nur auf denjenigen Seiten auf, die durch die quer zu den Stegflanken gerichteten, auf die Verschlußteilo wirkenden Zugbeanspruchungen fest aneinander gelegt werden (Patentschrift S* 4 Zo 24-29)o Die Stege erhalten dadurch einen großen Fuß-Querschnitt und somit eine besonders hohe Widerstandskraft gegen ein Verbiegen, dem sie durch die Zugbeanspruchungen ausgesetzt sind (Patentschrift So 4 Zo 29 - 33)« Durch das paarweise Zusammenarbeiten der Reibeflächen der Haken wird der Widerstand des Verschlusses noch weiter verstärkt (Patentschrift So 3 Z« 27 - 32)„ bb) Aus diesen Erläuterungen in der Patentschrift geht hervor, daß durch die Ausbildung der Stege als einseitige Haken ein unbeabsichtigtes Öffnen des Verschlusses durch die in der Verschlußebene wirkenden Zugkräfte verhindert werden soll und die Stegköpfe in diesem Belastungs-fall wie die KupplungsSchenkel von Verhakungen Zusammenarbeiten sollen« Bei einer Ausbildung der belasteten Steg-flahke als S-Kurve besteht insoweit kein Unterschiede Auch bei dieser Ausbildung haben die Stegflanken eine Fläche? deren Neigung bezogen auf die Verschlußebene kleiner als 90° ist» Da die Stege infolge der "mittigen” Anordnung •der Befestigungsstreifen auch bei einer Zugbelastung senkrecht zur Verschlußebene stehen bleiben,'wenn die Stege genügend steif sind, ergeben daher auch die an der belasteten Seite als S-Kurve ausgebildeten Stegflanken in der Verschlußebene eine formschlüssige Verhakung, die nach Ansicht des Nichtigkeitssenats für einen einseitigen Haken kennzeichnend ist« Der einzige Unterschied in den cc) Die Ausführungen in der ursprünglichen Beschreibung, auf die der Nichtigkeitssenat verweist, daß die Steg-köpfe dicker sein sollen als die Nuteneingänge weit sind, Hut und Steg dadurch zusammengeklammert werden und die Reibungswirkung durch Reibungsflachen erhöht werden kann, beziehen sich ersichtlich auf die Kräfte, die senkrecht zur Verschlußebene gerichtet sind« Ob eine formschlüssige Verhakung gegen diese Kräfte erzielt wird, hängt davon ab, ob die Verbindungslinie zwischen Stegkopf und Steghals bezogen zur Verschlußebenc einen Neigungswinkel von 0° oder kleiner besitzt,, Wie der gerichtliche Sachverständige im einzelnen dargelegt hat, kann der Neigungswinkel bei einer S-Kurve, die sich an dem Großbuchstaben S orientiert, 0° betragen oder sogar negativ seine Denn die Verbindungslinie zwischen dem unteren und dem oberen S-Bogen liegt bei vielen Schriftarten in einer horizontalen Ebene oder neigt sich sogar in Richtung auf den oberen Bogon0 Die Verbindungslinie wird aber bezogen auf die Verschlußebenc jedenfalls meist einen Winkel ergeben, der bei den im Streitpatent in Betracht gezogenen Verhältnissen kleiner als der Reibungswinkol ist« In diesem Falle entsteht, wie der gerichtliche Sachverständige ausgeführt hat, eine reibungsschlüosige Verhakung« Ob es, wie der gerichtliche Sachverständige meint, allgemein zulässig ist, eine Flankenlinio schon dann als hakenförmig zu bezeichnen, wenn durch ihre Gestalt eine reibungs-sehlüssige Verhakung bewirkt wird, oder ob für eine Haken- Im Patentanspruch und in der Beschreibung v/ird hervorgehoben, daß die Verschlußstreifen durch die Profilausbildung der Stege Zusammenhalten (Patentschrift So 4 Zo 116 -118, So 2 Zo 121 - 122)0 Dafür ist es nicht erforderlich, daß sich die Stege gegen senkrecht zur Verschlußebene gerichtete Kräfte formschlüssig miteinander verhaken,, Für den Fachmann ist es danach ohne weiteres verständlich, daß die Widerstandsfähigkeit des Verschlusses für die verschiedenen Belastungsfällo verschieden bemessen worden kann, und die hakenförmige Ausbildung der Stege, die eine form-schlüssige Verhakung gegen Zugbeanspruchungen bewirkt, nicht aucli eine solche gegen senkrecht zur Verschlußebene wirkende Kräfte zu ergeben braucht, sondern dafür, wie aus der Zeichnung ersichtlich, eine roibungsschlüssige Verhakung genügen kannQ Wenn schließlich berücksichtigt wird, daß auch die Ausbildung der belasteten Stegflanke als S-Kurve eine formschlüssige Verhakung senkrecht zur Verschlußebene "bewirken kann, und "bei der Wahl dec Neigung** winkele zur Verschlußebene auf die MaterialVerhältnisse Rücksicht genommen werden muß, dann ergibt sich auch für den Belaotungsfall senkrecht zur Verschlußebene, auf den der Nichtigkeitssenat abatollt, kein wesentlicher Unterschied zwischen der ursprünglichen Kennzeichnung der Steg-form und der Umschreibung als einseitiger Haken, wie diese anhand der Patentschrift zu verstehen ist«, Bei Berücksichtigung der Erläuterung durch die Beschreibung und die Zeichnung besagen beide Umschreibungen im wesentlichen das gleiche, insbesondere mit der Abweichung, daß die Hakcnforn auch für mehr oder weniger kantige Stegprofile Raum läßt» Biese Abweichung ist aber auch in diesem Zusammenhang bedeutungslose Die Änderung der Umschreibung der Stegform im Erteilungsverfahren hält sich danach auch dann im Rahmen der ursprünglichen Offenbarung, wenn man die Begrenzung der einen Stogflanke durch eine S-Kurve mit dem Nichtigkeits-sonat auf die belastete Stegseito bezieht.. 2o Die deutsche Patentschrift 595 874 betrifft einen Verschluß mit biegsamen, elastischen Verschlußkörpern, die nach Art von Nut und Feder ineinandergreifen und vor allem eine gute Abdichtung ergeben sollen (Patentschrift S 1 Z» 5 - 15)° Die Ausführungoform nach der Figur 3, auf welche die Klägerin besonderes hinv/eist, betrifft einen ZwcikammerverSchluß (Patentschrift S» 2 Zc 17 - 18), der aus zwei Hohlkammern besteht, die mit ihren zahnartig profilierten Stirnwänden klauenartig ineinanderfassen (Patentschrift S» 2 Z» 85 - 89)° Jeder Verschlußteil besitzt zwei gleichprofilierte Stirnwände und Nuten, die senkrecht zu den Verschlußstreifen stehen, welche sich in entgegengesetzte Richtung erstrecken0 Die Verschlußstreifen sind aber nicht in der Mitteichene des Verschlusses angeordneto Sie greifen infolge ihrer Anordnung vielmehr derart an den Verschlußteilen an, daß sich der Verschluß bei einer Zugbelastung dreht und die Nutencin-gänge in Richtung der am Gegenstück angreifenden Zugkräfte weisen» hie Stirnwände sind außerdem hohl und daher nicht biegestoif; so daß eine Verhakungswirkung wie beim Streitpatent auch aus diesem Grunde nicht zustande kommen kann, 3o hie US-Patentschrift 2 144 755 bezieht sich auf einen Druck- bzw« Reißverschluß aus zwei Streifen elastischen Materials, von denen der eine mit einer oder mehreren Nuten versehen ist, in die einer oder mehrere Stege des anderen Streifens eingreifen» hio Nuten besitzen verengte Eingängeo hie Stege sind mit rüsselartig gebogenen oder mit geraden, sich abspreizenden Ansätzen versehen, die sich an die Innenwandungen der Nuten anlegen, so daß die Stege nur herauogezogen werden können, wenn die Ansätze gestreckt oder umgeknickt worden sindo Bei allen in der Zeichnung dargestellten Ausführungsformon stehen die Nut eil und Stege, die zu dem Teil insgesamt die Form eines einseitigen Hakens besitzen (Figur 10 und 11), senkrecht zur Streifenobene0 Die dünneren Streifenteile greifen bei einem Teil der Ausführungsformen (Figur 4-17) in der Mittelebeno des Verschlusses an» Sie erstrecken sich indes nicht beiderseits des Verschlusses, sondern in die gleiche Richtung,, Bei der Ausführungsform nach den Figuren 18 und 19, bei der sich die dünneren Streif enteile in entgegengesetzte Richtung erstrecken, liegen die dünneren Streifenteile nicht in der Mittelebene des Verschlusseso Sämtliche Ausführungsformen erfoi’dern im übrigen sehr biegcweichc Materialien, die einer Trennung der Verschlußteile bei einer Zugbelastung nur geringeren V/iderstand entgegensetzen» elastischen Materials zun Gegenstände Auf den Bändern sind mehrere, senkrecht zur Streifenebenc stehende Stege mit runden, verdickten Kopf derart angeordnet, daß zwischen den Stegen Nuten mit verengten Eingang verbleiben» Die dünneren seitlichen Streifenteilo erstrecken sich in entgegengesetzte Richtung und liegen in zwei parallel um die Dicke des Verschlusses versetzten Ebenen0 Zugkräfte greifen daher auf der den Stegen abgewandten Seite der Verschluß-teile an, so daß bei Zugbelastungen Drehmomente auftreten können, die beim Stroitpatent durch die Anordnung der dünneren Streifenteile ausgeschaltet werden» 5o Die schweizerische Patentschrift 200 985 hat einen biegsamen Zugverschluß zun Gegenstand» Dieser besteht aus zwei elastischen Profilbändern, von denen das eine einen Randwulst (Steg) und das andere einen im Querschnitt zangenartigen Saun (Nut) besitzt» Steg und Nut liegen in der Verschlußebene und erstrecken sich parallel dazu, während sie beim Streitpatent senkrecht dazu stehen» Die für die Befestigung an zu verschließenden Gegenstand bestimmten dünneren Streifenteile greifen iia der Symmetrieebene des Verschlusses an und erstrecken sich beiderseits des Verschlusses in entgegengesetzte Richtung» Die durch die Einführung des Randvmlstes in den zangenartigen Saum entstehende Verklammerung und Verhakung wirken im Gegensatz zun Streitpatent gegen dieselben Kräfte, nämlich gegen die angreifenden Zugkräfte» 5c Die in der US-Patentschrift 2 144 755 vorgeschlagenen Stege mit hochelastischen und daher leicht vorformbaren rüsselartigen oder hakenartigen Fortsätzen sind den Stegen des Streitpatents in ihrer Widerstandcfähigkeit unterlegen» Außerdem können bei der hier vor allem in Betracht kommenden Aueführungsform nach Figur 19 Drehmomente auftreten, die ein Öffnen des Verschlusses bei einer Zugbelastung begünstigen können» Dieses Merkmal ist, wenn auch nicht in Verbindung mit zur Verschlußebenc senkrecht stehenden, sondern mit schräg dazu geneigten Stegen, für sich aus der US-Patentschrift 2 353 858 bekannt o Nicht als bekannt nachgewiesen ist lediglich das andere Alternativmerkmal, daß die Streifenteile beiderseits der Mittelebene des Verschlusses auf der gleichen Seite v/ic die Oberkanten der zu der betreffenden Verstärkung gehörenden Stege liegen«, Die Nichtigerklärung der Merkmalskombination der Ausführungsformen mit diesem (Alternativ-) Merkmal wird jedoch von der Klägerin nicht beantragto Die Ausführungcfornen mit diesem Alternativ-merkmal müssen daher bei der Prüfung der Nrfindungshöhe im Rahmen der Anschlußberufung außer Betracht bleiben« lo Die Figur 20 der schweizerischen Patentschrift 133 454 und die Figur 2 der US-Patentschrift 1 959 318 zeigen zwar schon Verschlußausführungen, bei denen ein Verbiegen des senkrecht zur Verschlußebene stehenden Steges durch Zugkräfte nach dem Gutachten des gerichtlichen Sachverständigen weitgehend dadurch ausgeschaltct wird, daß die Befestigungsstreifen (dünneren Streifenteile) annahex'nd in der Ebene angeordnet sind , in der die Zugkräfte angreifen0 Auf diesen Umstand wird aber weder in der Beschreibung hingewiesen, noch wird der zugrunde liegende technische Gedanke bei den in den Figuren dar-gestellten und den anderen Ausführungcbeispielen der genannten Patentschriften folgerichtig angev/endeto Der gerichtliche Sachverständige hat es deshalb als zweifelhaft bezeichnet, ob der Durchschnittsfachnann am Prioritätstage des Stroitpatents den genannten Patentschriften die Lehre entnehmen konnte, die Stege der Versehlußstreifen senkrecht zur Verochlußebene anzuordnen und Drehmomente durch Verlegung der Befestigungsstreifen in die Ebene der Kraftlinien der Zugkräfte auazuochalten0 Diese Zweifel verstärken sich, wenn berücksichtigt wird, daß das schweizerische Patent 133 454 in Jahre 1929 und das US-Patent 1 959 318 im Jahre 1934 erteilt wurden, daß der Gedanke, die Stege senkrecht anzuordnen und Verbiegungen durch die Anordnung der Befestigungsstreifen zu verhindern, bis zu den Prioritatstagen des Stroitpatents aber nicht aufgegriffen worden ist und daß andererseits in den entgegengehaltenen Druckschriften, soweit sie auf die Anordnung der Befestigungsstreifen eingehen, andere Ansichten über die Anordnung der Befestigungsstreifen vertreten werden«, In der US-Patentschrift 2 144 755 aus dem Jahre 1939 wird dargelegt, die Befestigungsstroifon .könnten an jeder beliebigen Stelle der Verschlußstreifen angobracht werden (Patentschrift S. Die Ausführungen in den US-Patentschriften 2 144 755 und 2 353 858 sowie die Vorschläge in den übrigen Entgegenhaltungen zeigen deutlich, daß bei den Konstrukteuren von Reißverschlüssen der in Frage stehenden Art Unklarheiten über die statischen Verhältnisse der Verschlüsse bestandene Der Senat ist deshalb der Auffassung, daß die Darstellung der Ausführungsbeispielo in der schweizerischen Patentschrift 133 454 und der US-Patcntschrift 1 959 318, bei denen ein Verbiegen, des senkrecht zur Verochlußebene stehenden Steges tatsächlich weitgehend vermieden werden konnte, nicht ausreichte, um dem Fachmann den der “mittigen” Anordnung der Befestigungsstreifen nach dem Streitpatent zugrunde liegenden Gedanken zu vermitteln, es zu dessen Erkenntnis vielmehr erfinderischer Überlegungen bedurfte« 2o Aber auch wenn man annehmen wollte, der Fachmann habe der Figur 28 der schweizerischen Patentschrift 133 454 und der Figur 2 der US-Patentschrift 1 959 318 an den Prioritätstagen des Streitpatents die Lehre entnehmen können, Drehmomente, die das Herausziehen senkrecht stehender Stege aus Nuten begünstigen, könnten dadurch ausgeschaltet werden, daß die Befestigungsstreifen in der Ebene angeordnet werden, in der die Zugkräfte angreifon, bedurfte es noch einer Reihe von Überlegungen, um zu der Lösung dos Streitpatents zu kommen« Die Übertragung dieser Lehre von den ungleich profilierten Verschlüssen nach Figur 28 der schv;eizerisehen Patentschrift 133 454 und Figur 2 der US-Patentschrift 1 959 318 mit nur einen Steg auf gleich profilierte Verschlüsse mit je einen Steg oder mit je mehreren Stegen hätte eich ohne wesentliche Änderungen nur in der Weise durchfütnren lassen«, daß die Stege nicht in der gleichen Ebene, sondern um ihre Länge gegeneinander versetzt angeordnet wurden» Damit wäre aber der Verschluß zu dick gewordene Auch bei den Verschlüssen nach der niederländischen Patentschrift 49 722, bei denen die Stege senkrecht auf den gleichprofilierten Verschlußstreifen angeordnet sind, ließ sich die genannte Lehre nicht ohne eine Reihe von Veränderungen ausführene Die Lehre des Streitpatents beschränkt sich aber auch nicht auf die Anwendung des Gedankens, daß die Anordnung der Befcstigungsstreifen Verbiegungen der senkrecht stehenden Stege verhindert, und auf die notwendige Anpassung der Einzelteile des Verschlusses an die sich daraus ergebenden Erfordernisseo Der Erfinder des Streitpatents zieht aus der Erkenntnis der Wirkung der ’’mittigen" Anordnung der Befcstigungsstreifen auch die Folgerung, daß er den Widerstand gegen die Zugbeanspruchungen verstärken kann, ohne das gewollte Öffnen und Schließen des Verschlusses unnötig erschweren zu müssen, und kommt damit zu einer Lösung, die nach dem Urteil des gerichtlichen Sachverständigen den an einen Verschluß der in Frage stehenden Art zu stellenden Anforderungen genügt» Darin muß auf einem so stark bearbeiteten Gebiet, auf dem sich die Fachwelt seit langem um befriedigende Konstruktionen bemüht hat, eine erfinderische Leistung gesehen werden.