BGH · X ZB 21/80 vom 17.09.1981
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Hiergegen richtet sich die nicht zugelassene Rechtsbeschwerde der Anmelderin, mit der diese geltend macht, der angefochtene Beschluß sei nicht mit Gründen versehen (§41 p - jetzt § 100 - Abs.3 Nr. 5 PatG). 1. Entsprechend dem mit der Rechtsbeschwerde gestellten Antrag greift die Anmelderin den Beschluß des Bundespatentgerichts in vollem Umfang, also auch hinsichtlich der Zurückweisung des Hauptantrages an, ohne daß hierzu Tatsachen genannt worden wären, die den Begründungsmangel ergeben sollen (§41 r - jetzt § 102 - Abs.4 Nr. 3 PatG). a) Das Bundespatentgericht hat die Erfindungshöhe der mit dem Anspruch 1 des Hauptantrages beanspruchten Vorrichtung im Hinblick auf den druckschriftlichen Stand der Technik und das allgemeine Fachwissen eines als Durchschnittsfachmann in Betracht kommenden Regelungstechnikers verneint. Es hat dies im einzelnen begründet unter besonderer Berücksichtigung der in der Beschreibung als bevorzugt hervorgehobenen Verwendung der Vorrichtung bei der schmelzmetallurgischen Behandlung des Entschwefeins von Roheisen mittels einer Tauchlanze, wobei fluidisiertes Kalziumkarbid in die Roheisenschmelze eingeblasen werde (Sp. 4 Z. Hinsichtlich des Patentanspruchs 1 des Hilfsantrages, mit dem die Anmelderin ein Verfahren zur schmelzmetallurgischen Behandlung von Metallschmelzen mit einem fluidisierten Feststoff mittels einer Tauchlanze beansprucht, hat das Bundespatentgericht ausgeführt, mit der hier beanspruchten Lehre werde kein echter Verfahrensablauf bei der schmelzmetallurgischen Behandlung von Metallschmelzen angegeben, sondern in Wahrheit sei die im ausgelegten Anspruch 1 nach dem Hauptantrag beanspruchte Vorrichtung anhand der Funktionen ihrer Einzelelemente bei der Anwendung auf das Tauchlanzenverfahren gemäß den ausgelegten Ansprüchen 4 und 5 beschrieben. Damit habe aber praktisch schon zugleich die Beurteilung auch des hilfsweise beanspruchten Gegenstandes einschließlich seiner Erfolge stattgefunden, der somit aus den gleichen Gründen wie zu dem Hauptantrag nicht zugestanden werden könne. b) Die Rechtsbeschwerde sieht einen Begründungsmangel i.S. des § 100 Abs. 3 Nr. 5 PatG darin, daß das Bundespatentgericht die Frage der Zulässigkeit des Hilfsantrages offen gelassen habe und so nicht erkennbar sei, von welchen rechtlichen Erwägungen es sich letztlich bei der Zurückweisung des Hilfsantrages habe leiten lassen; es sei nicht ersichtlich, ob es ihn als unzulässig habe behandeln oder als sachlich ungerechtfertigt habe abweisen wollen. c) Die Rechtsbeschwerde macht ferner geltend, es verstoße gegen die Denkgesetze, daß das Bundespatentgericht einerseits offen gelassen habe, ob der Gegenstand des mit dem Hilfsantrag verfolgten Patentbegehrens ein anderer sei als der gemäß Anspruch 1 des Hauptantrages, zu dem anderen aber die Erfindungshöhe für beide Gegenstände aus den gleichen Gründen verneint habe. Zudem habe das Bundespatentgericht übersehen, daß das Verfahren nach Anspruch 1 des Hilfsantrages nicht identisch mit dem gemäß Anspruch 5 des Hauptantrages sei; es habe damit den Sinn und die Bedeutung des Hilfsantrages als eines selbständigen, nicht auf den mit dem Hauptantrag geltend gemachten Hauptanspruch rückbezogenen Schutzbegehrens nicht erkannt. Das Bundespatentgericht hat auch für die Zurückweisung des Hilfsantrages verständliche Gründe angegeben. Die vom Bundespatentgericht gegenüber dem Hilfsantrag geäußerten Bedenken beziehen sich nicht auf die Identität der Gegenstände von Haupt-und Hilfsantrag, sie sind vielmehr das Ergebnis der formalen Prüfung der von der Anmelderin gestellten Anträge hinsichtlich der Zulässigkeit eines Kategoriewechsels. Das Bundespatentgericht hat es auch nicht unterlassen, die seiner Beurteilung der Patentfähigkeit des mit dem Hilfsantrag geltend gemachten Verfahrensanspruchs zugrunde gelegten Überlegungen hinreichend deutlich zu dem Ausdruck zu bringen. Das Bundespatentgericht hat deshalb den Hilfsantrag als eine Funktionsbeschreibung der bereits in einem Unteranspruch des Hauptantrags beanspruchten Verwendung gewertet und demzufolge bei der Verneinung der Patentfähigkeit dieser Funktionsbeschreibung dieselbe Beurteilung zugrunde gelegt, wie bei der Vorrichtung selbst. Soweit die Rechtsbeschwerde eine Identität in Abrede stellt und meint, die zur Ablehnung des Hauptantrages führende Begründung habe nicht gleichzeitig auch zur Ablehnung des Hilfsantrages herangezogen werden dürfen, wirft sie die im Rahmen einer nicht zugelassenen Rechtsbeschwerde nicht nachprüfbare Frage der sachlichen Richtigkeit der angefochtenen Entscheidung auf, ohne einen Mangel im Sinne des § 100 Abs. 3 Nr. 5 PatG aufzuzeigen.