BGH · X ZB 19/84 vom 18.12.1984
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Die Prüfungsstelle des Patentamts hat die Anmeldung mit der Begründung zurückgewiesen, es fehle eine erfinderische Leistung. Das Bundespatentgericht hat ausgeführt, der Gegenstand der Anmeldung sei in den ursprünglichen Unterlagen nicht ausreichend deutlich und vollständig im Sinne von § 35 Abs. 2 PatG offenbart. Gegen diesen Beschluß, auf den Bezug genommen wird, richtet sich die nicht zugelassene, auf § 100 Abs. 2 Nr. 3 und 5 PatG gestützte Rechtsbeschwerde der Anmelder in. Die Beanstandung der Rechtsbeschwerde, das Bundespatentgericht habe es versäumt, seine von der patentamtlichen Begründung abweichende Auffassung anzukündigen und in einer mündlichen Verhandlung zu erörtern, betrifft die den Weg der Rechtsbeschwerde nach § 100 Abs. 3 PatG nicht eröffnende Rüge der Versagung des rechtlichen Gehörs gemäß Art. 103 Abs. 1 GG. Ob es zuvor seine von der patentamtlichen Begründung abweichende Auffassung hätte ankündigen und in einer mündichen Verhandlung erörtern müssen, kann auf sich beruhen, denn die dahingehende Beanstandung der Rechtsbeschwerde betrifft die den Weg der.Rechtsbeschwerde nach § 100 Abs. 3 PatG nicht eröffnende Rüge der Versagung des rechtlichen Gehörs gemäß Art. 103 Abs• 1 GG• 2. Das Bundespatentgericht hat dargelegt, daß der Anmeldungsgegenstand in den ursprünglichen Anmeldungsunterlagen nicht ausreichend deutlich und vollständig im Sinne des § 35 Abs. 2 PatG offenbart sei; die zugrunde liegende Lehre sei nicht so beschrieben, daß ein Durchschnittsfachmann das Wesen der technischen Erfindung aus dem Wortlaut erkennen und sie dementsprechend auch verwirklichen könne. 3. Das Beschwerdegericht hat den vom Anmelder in der Beschwerde erörterten Komplex der erfinderischen Leistung nicht übergangen, sondern mit der Feststellung, die Erfindung sei nicht ausreichend offenbart worden, erledigt. 4. Soweit die Rechtsbeschwerde meint, der angefochtene Beschluß sei deshalb nicht mit Gründen versehen und der Anmelder sei deshalb nicht nach Vorschrift des Gesetzes vertreten gewesen, weil zwischen den unterschiedliche Rechtsgrundlagen heranziehenden Beschlüssen des Deutschen Patentamts und des Bundespatentgerichts ein unlösbarer Widerspruch bestehe, dessen Nichterörterung in einer mündlichen Verhandlung nicht nur als Versagung des rechtlichen Gehörs zu beurteilen sei, sondern den Weg der Rechtsbeschwerde aus § 100 Abs. 3 Nr. 3 und aus § 100 Abs. 3 Nr. 5 PatG eröffne, kann ihr nicht gefolgt werden. Ob ihm neue rechtliche Gesichtspunkte mitzuteilen und ihm Gelegenheit zur Äußerung dazu zu geben gewesen wären, betrifft das rechtliche Gehör nach Art. 103 Abs. 1 GG, nicht dagegen den durch § 100 Abs. 3 Nr. 5 PatG gesicherten Begründungszwang oder den in Nr. 3 der Vorschrift genannten Vertretungsmangel. Die Versagung des rechtlichen Gehörs zählt nach der ständigen Rechtsprechung des Senats nicht zu den in § 100 Abs. 3 PatG abschließend aufgeführten Verfahrensmängeln, die mit der zulassungsfreien Rechtsbeschwerde gerügt werden können (vgl.