BGH · X ZB 17/88 vom 29.06.1989
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- Verfahrensbevollmächtigte: Rechtsanwälte Partner/ Aufbewahrungskasten für sortiert aufzubewahrende Kleinteile, insbesondere Schublade oder Fach für Arzneimittelpackungen, mit durch wenigstens einen Verstellteiler, insbesondere Schiebeteiler, gebildeten Einzelfächern oder Abteilen, welcher Verstellteiler aus einem vorzugsweise elastisch auslenkbar ausgebildeten Teilerblatt besteht, das von einem Klemmbügel absteht, der an einem Träger, z.B. einer Wange der Schublade, einem in dieser angeordneten Einsatz oder einer Zwischenwand, verstellbar befestigt ist, von welchem Klemmbügel ein Schenkel durch einen von wenigstens einem Teil der Seitenlänge des Teilerblattes vorspringenden Flansch gebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Verstellteiler (17; 17'; 35; 26; 44; 60) kraft- und/oder formschlüssig gegen seinen Träger (18; 22; 33; 34; 50; 58; 127; 132) oder einen Beschlagteil (42; 51; 65; 81; 85; 99; 101; 110; 140) desselben gehalten ist. Die Gebrauchsmusterabteilung des Deutschen Patentamts hat festgestellt, daß das Gebrauchsmuster nur im Umfang seiner mit geänderten Fassungen verteidigten Ansprüche 1, 2, 4, 6 und 8 wirksam gewesen ist. Schublade für Arzneimittelpackungen, mit durch wenigstens einen Verstellteiler, insbesondere Schiebeteiler, gebildeten Einzelfächern oder Abteilen, welcher Verstellteiler aus einem vorzugsweise elastisch auslenkbar ausgebildeten Teilerblatt besteht, das von einem Klemmbügel absteht, der an einem Träger, z.B. einer Wange de Schublade, einem in dieser angeordneten Einsatz oder Zwischenwand, verstellbar befestigt ist, von welchem Klemmbügel ein Schenkel durch einen von wenigstens eine Teil der Seitenlänge des Teilerblattes vorspringenden Flansch gebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Verstellteiler (17) formschlüssig gegen seinen Träger (18) derart gehalten ist, daß der Träger unterhalb seiner Höhenmitte mit einer Längsnut (19) versehen ist, das Teilerblatt an seiner lotrechten Seite eine in die Längsnut eingreifende Nase (20) aufweist und in der Längsnut (19) ein Raster (21) angeordnet ist (Fig. 6). 2. Schublade für Arzneimittelpackungen, mit durch wenigstens einen Verstellteiler, insbesondere Schiebeteiler, gebildeten Einzelfächern oder Abteilen, welcher Verstellteiler aus einem vorzugsweise elastisch auslenkbar ausgebildeten Teilerblatt besteht, das von einem Klemmbügel absteht, der an einem Träger, z.B. einer Wange dei Schublade, einem in dieser angeordneten Einsatz oder Zwischenwand, verstellbar befestigt ist, von welchem Klemmbügel ein Schenkel durch einen von wenigstens eines Teil der Seitenlänge des Teilerblattes vorspringenden Flansch gebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Verstellteiler (17') formschlüssig gegen seinen Träger (22) derart gehalten ist, daß der Träger eine vorspringende Rasterung (23) aufweist, die in eine entsprechende Ausnehmung (24) des Teilerblattes (25) eingreift (Fig. 7)." Mit der nicht zugelassenen Rechtsbeschwerde rügt die Antragstellerin, der Beschluß sei hinsichtlich des Schutzanspruchs 2 (S. Ohne Erfolg rügt die Rechtsbeschwerde, die Begründungs-erwägungen des Bundespatentgerichts bei der Beurteilung sowohl des technischen Fortschritts als auch der Erfindungshöhe gemäß dem verteidigten Schutzanspruch 2 seien so unverständlich, widersprüchlich und nicht nachvollziehbar, daß sie dem Begründungserfordernis des § 94 Abs. 2 PatG nicht genügten. 1. Es trifft zwar zu, daß nach der ständigen Rechtsprechung des Senats einer fehlenden Begründung im Sinne des § 100 Abs. 3 Nr. 5 PatG der Fall gleichzusetzen ist, daß zwar Gründe vorhanden, diese aber ganz verworren und unverständlich sind, so daß sie in Wirklichkeit nicht erkennen lassen, welche Überlegungen für die Entscheidung maßgeblich waren (u.a. BGHZ 39, 333, 337 - Warmpressen; BGH GRUR 1978, 423 - Mähmaschine; BGH GRUR 1980, 846, 847 - Lunkerverhütungsmittel). 2. Das Bundespatentgericht hat festgestellt, daß der Gegenstand des verteidigten Anspruchs 2 sich in seiner technischen Funktion nicht von dem Gegenstand des verteidigten Schutzanspruchs 1 unterscheidet, weil beim Gegenstand des Anspruchs 2 gegenüber der Raumform nach dem Anspruch 1 eine Vertauschung von Rastervorsprung und Rastervertiefung bei den das Rastgesperre bildenden Teilen vorgesehen sei. Die Rechtsbeschwerde bemängelt als widersprüchlich, unverständlich und nicht nachvollziehbar, das Bundespatentgericht habe mit dieser Verweisung auch auf die Ausführungen auf Seite 35 seines Beschlusses Bezug genommen, die sich Fachmann auf diesem Wege noch nicht dahin gelangen können, in einer Längsnut, in die eine an der lotrechten Seite des Teilerblattes angebrachte Nase z.B. zur Kippsicherung eingreife, ein Raster anzuordnen, das zusammen mit dieser Nase auch dem Formschluß in Verstellrichtung diene. In eben dieser Doppelfunktion habe das Bundespatentgericht bei der Ausführungsform nach dem verteidigten Anspruch 1 die erfinderische Leistung gesehen. Der Rechtsbeschwerde kann nicht darin gefolgt werden, daß die Begründung des angefochtenen Beschlusses nicht erkennen lasse, welche Überlegungen für die Entscheidung über den nebengeordneten und deshalb selbständigen Gegenstand des Schutzanspruchs 2 maßgeblich waren. Die wesentliche Entscheidungserwägung zu dem Gegenstand des Schutzanspruchs 2 ist die, daß gegenüber der Raumform nach Anspruch 1 nur eine Vertauschung von Rastvorsprung und Rastvertiefung in den das Rastgesperre bildenden Teilen vorliege. Im Lichte dieser Erwägung sind die vom Beschwerdesenat getroffenen Verweisungen auf die Ausführungen zu dem Fortschritt und zur Erfindungsleistung bei dem Gegenstand des Anspruchs 1 so zu verstehen, daß sie entsprechend auch für das Rastgesperre mit den vertauschten Teilen gelten.