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BGH

Gericht: BGH

Februar 2004 durch die Richter Dr. Bungeroth, Dr. Müller, Dr. Joeres, die Richterin Mayen und den Richter Dr. Appl beschlossen: Das Ablehnungsgesuch des Antragstellers gegen den Richter am Bundesgerichtshof Dr. B. Die Ablehnungsgesuche des Antragstellers gegen den Vorsitzenden Richter am Bundesgerichtshof Prof. Dezember 2003 eine Befangenheit des Richters allein wegen dessen Mitgliedschaft im GRUR-Verein verneint. Die bloße Wiederholung eines zurückgewiesenen Ablehnungsgesuchs ohne neue Gründe ist rechtsmißbräuchlich und führt zur Unzulässigkeit des neuen Gesuchs (Zöller/Vollkommer, ZPO, 24. Entscheidend ist, ob ein Prozeßbeteiligter bei vernünftiger Würdigung aller Umstände Anlaß hat, an der Unvoreingenommenheit eines Richters zu zweifeln (BVerfG NJW 1993, 2230; BGH, Beschlüsse vom 11. Ohne Erfolg beruft sich der Antragsteller darauf, daß die abgelehnten Richter Prof. Die bloße Mitgliedschaft eines Richters in einem Verein mit mehreren tausend Mitgliedern, in dem auch die Verfahrensgegnerin des Antragstellers Mitglied ist, ist für sich allein grund- der des GRUR-Vereins sind, nicht auf dessen mögliche Befangenheit geschlossen werden. Soweit der Antragsteller eine Befangenheit daraus herleiten will, daß die Privatanschriften einiger Richter in einer GRUR-Mitgliederliste veröffentlicht sind, "damit Herr Sc. und die anderen GRUR- Auch der Umstand, daß einige Richter ihre postalische und telefonische Erreichbarkeit am Dienstort gegenüber dem GRUR-Verein bekanntgegeben haben, läßt keine Rückschlüsse auf eine Voreingenommenheit gegenüber dem Antragsteller zu.

Zitierte Normen: § 42 ZPO
MitgliedGRUR-VereinBefangenheitBundesgerichtshofBeschlußUmstand

Volltext der Entscheidung

BUNDESGERICHTSHOF
BESCHLUSS
vom 26. Februar 2004
in dem Rechtsstreit
 Der X. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat am 26. Februar 2004 durch die Richter Dr. Bungeroth, Dr. Müller, Dr. Joeres, die Richterin Mayen und den Richter Dr. Appl
 beschlossen:
Das Ablehnungsgesuch des Antragstellers gegen den Richter am Bundesgerichtshof Dr. B.	wird	als
 unzulässig verworfen.
Die Ablehnungsgesuche des Antragstellers gegen den Vorsitzenden Richter am Bundesgerichtshof Prof.
Dr. U.	, die Richterin am Bundesgerichtshof
 Mü.	und die Richter am Bundesgerichtshof
 Dr. Me.	,	Dr.	v.	Un.	,	Prof.
Dr. Bo.	,	P.	,	Dr.	Bü. und Dr. S.
werden als unbegründet zurückgewiesen.
Gründe:
I.
Der Befangenheitsantrag vom 6. Januar 2004 gegen den Richter am Bundesgerichtshof Dr. B.	,	der	ausschließlich	mit	dessen	Mit-
gliedschaft in der Deutschen Vereinigung für gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht e.V. (GRUR) begründet wird, ist unzulässig. Der erkennende Senat hat bereits mit Beschluß vom 17. Dezember 2003 eine
 Befangenheit des Richters allein wegen dessen Mitgliedschaft im GRUR-Verein verneint. Die bloße Wiederholung eines zurückgewiesenen Ablehnungsgesuchs ohne neue Gründe ist rechtsmißbräuchlich und führt zur Unzulässigkeit des neuen Gesuchs (Zöller/Vollkommer, ZPO, 24. Aufl., § 42 Rdn. 6 m.w.Nachw.).
Die Ablehnungsgesuche gegen die übrigen Richter sind unbegründet.
Die Ablehnung wegen Besorgnis der Befangenheit findet gemäß § 42 Abs. 2 ZPO nur statt, wenn ein Grund vorliegt, der geeignet ist, Mißtrauen gegen die Unparteilichkeit eines Richters zu rechtfertigen. Entscheidend ist, ob ein Prozeßbeteiligter bei vernünftiger Würdigung aller Umstände Anlaß hat, an der Unvoreingenommenheit eines Richters zu zweifeln (BVerfG NJW 1993,	2230;	BGH,	Beschlüsse vom 11. Dezember 2002 - VI ZA 8/02, NJW-RR 2003, 281 und vom 29. Januar 2003 - XI ZR 137/00, WM 2003, 847, 848). Das ist hier nicht der Fall.
Ohne Erfolg beruft sich der Antragsteller darauf, daß die abgelehnten Richter Prof. Dr. U.	,	Mü.	,	Dr.	Me.	,
Dr. v. Un.	,	Prof.	Dr.	Bo.	,	P.	und	Dr. Bü.
Mitglieder im GRUR-Verein sind. Die bloße Mitgliedschaft eines Richters in einem Verein mit mehreren tausend Mitgliedern, in dem auch die Verfahrensgegnerin des Antragstellers Mitglied ist, ist für sich allein grund-
sätzlich kein Ablehnungsgrund (vgl. BGH, Beschlüsse vom 5. März 2001
-	I ZR 58/00, BGH-Report 2001, 432, 433, vom 11. Dezember 2002
-	VI ZA 8/02, NJW-RR 2003, 281, vom 29. Januar 2003 - IX ZR 137/00,
WM 2003, 847,	848	und Senatsbeschluß in dieser Sache vom 17. Dezember 2003). Erst recht kann aus der freundschaftlichen Verbundenheit des abgelehnten Richters Dr. S.	mit	Kollegen, die Mitglie-
der des GRUR-Vereins sind, nicht auf dessen mögliche Befangenheit geschlossen werden. Daß die abgelehnten Richter im GRUR-Verein oder anderweitig in einer Mißtrauen gegen ihre Unparteilichkeit rechtfertigenden Weise tätig geworden sind, zeigt der Antragsteller nicht auf. Allein der Umstand, daß einige der abgelehnten Richter an früheren, für den Antragsteller nachteiligen Entscheidungen mitgewirkt haben, rechtfertigt nicht die Besorgnis der Befangenheit.
Soweit der Antragsteller eine Befangenheit daraus herleiten will, daß die Privatanschriften einiger Richter in einer GRUR-Mitgliederliste veröffentlicht sind, "damit Herr Sc.	und	die anderen GRUR-
Parteien wissen, wo die Blumen und Präsente nach einem erfolgreichen Urteil abzuliefern sind", handelt es sich um diffamierende Unterstellungen, die jeder Grundlage entbehren.
Auch der Umstand, daß einige Richter ihre postalische und telefonische Erreichbarkeit am Dienstort gegenüber dem GRUR-Verein bekanntgegeben haben, läßt keine Rückschlüsse auf eine Voreingenommenheit gegenüber dem Antragsteller zu. Vielmehr entspricht es durchaus üblichem Verhalten, daß ein Berufstätiger z.B. Angehörigen, Bekannten aber auch sonstigen Dritten mitteilt, wo und wie er tagsüber zu erreichen ist.
Die übrigen Mutmaßungen und ungehaltenen - kaum noch nachvollziehbaren - Ausführungen des Antragstellers über den Bundesgerichtshof haben keinerlei Bezug zu den abgelehnten Richtern.
Bungeroth	Müller	Joeres
 Mayen
Appl