BGH · XI ZR 20/90 vom 23.10.1990
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Ist der Beklagte selbst Rechtsanwalt, so reicht es aus, wenn die Belehrung über die Folgen einer Fristversäumung nach S 277 Abs. 2 ZPO sich auf die Wiederholung des Wortlauts des S 296 Abs. 1 ZPO beschränkt. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat durch den Vorsitzenden Richter Schimansky und die Richter __ Dr. Halstenberg, Dr. Siol, Dr. Bungeroth und Dr. van Gelder am 23. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 27. Der Beklagte trägt die Kosten des Revisionsverfahrens (S 97 Abs. 1 ZPO). Das Landgericht hat das Verteidigungsvorbringen des Beklagten mit Recht als verspätet zurückgewiesen, so daß der Beklagte in der Berufungsinstanz mit diesem Vorbringen nach S 528 Abs.3 ZPO ausgeschlossen bleibt. Die nicht zu beanstandende Fristsetzung war mit der nach § 277 Abs. 2 ZPO vorgesehenen Belehrung über die Folgen der Fristversäumung versehen. Diese Belehrung beschränkte sich allerdings auf eine Wiederholung des Wortlauts der §§ 282 Abs.1, 296 Abs. 1 ZPO. Nach dem Berufsbild des Rechtsanwalts als des berufenen unabhängigen Beraters und Vertreters in allen Rechtsangelegenheiten (§ 3 Abs. 1 BRAO) ist bei ihm vorauszusetzen, daß er die ihm in der Belehrung mitgeteilten Verfahrensvorschriften in ihrer Bedeutung ohne die sonst notwendige Erläuterung versteht (vgl.