BGH · XI ZR 232/95 vom 12.03.1996
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Die Annahme eines stillschweigend abgeschlossenen Beratungsvertrags kommt nicht in Betracht, wenn ein Kunde seiner Bank gezielt den Auftrag zu dem Kauf bestimmter Wertpapiere gibt, die ihm von einem Dritten empfohlen worden sind. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat durch den Vorsitzenden Richter Schimansky und die Richter Dr. Halstenberg, Dr. Schramm, Nobbe und Dr. van Gelder am 12. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 21. Die Klägerin hatte gegenüber dem Beklagten keine Beratungspflicht, weil zwischen den Parteien - im Gegensatz zur Auffassung des Berufungsgerichts - kein Beratungsvertrag abgeschlossen worden ist. Zwar kann ein solcher Vertrag dadurch stillschweigend zustandekommem, daß ein Kunde an ein Kreditinstitut mit dem Wunsch herantritt, einen Geldbetrag anzulegen, und das Kreditinstitut sich auf diesen Wunsch beratend einläßt (BGHZ 123, 126, 128). Davon kann aber dann keine Rede sein, wenn der Kunde erklärtermaßen ein Darlehen zu dem Zweck der Spekulation begehrt und dann gezielte Aufträge zu dem Kauf bestimmter Wertpapiere gibt, die ihm von dritter Seite empfohlen worden sind.