BGH · XI ZR 114/95 vom 07.11.1995
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
RBeratG Art. 1 § 1 Abs. 1 Inkassounternehmen sind befugt, Forderungen, die sie mit Erlaubnis der zuständigen Stelle zur Einziehung erworben haben, unter Einschaltung eines Rechtsanwalts gerichtlich geltend zu machen. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Schimansky und die Richter Dr. Halstenberg, Dr. Schramm, Dr. Siol und Dr. Bungeroth am 7. Artikel 1 § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 RBerG verbietet es Inkassounternehmen nicht, die ihnen zur Einziehung abgetretenen Forderungen unter Einschaltung eines Rechtsanwalts gerichtlich durchzusetzen (vgl. Für eine Auslegung, wonach die Vorschrift auch hier allein die gerichtliche Geltendmachung der Forderungen durch die Inkassounternehmen ohne Einschaltung eines Rechtsanwalts verbietet, spricht bereits die Entstehungsgeschichte der Norm, wie aus den Gesetzesmaterialien (BT-Drucks. Vor der Neuregelung 1980 aber war unzweifelhaft, daß die Inkassounternehmen unter Einschaltung von Rechtsanwälten gerichtliche Tätigkeiten entfalten durften, obwohl sie aufgrund der Formulierungen in den Erlaubnisurkunden schon damals auf die außergerichtliche Forderungseinziehung beschränkt waren (KG, NJW-RR 1990, 429; Rennen/Caliebe aaO, Rdn. 84 m.w.Nachw.). Darüber hinaus würde - ebenso wie in dem vom erkennenden Senat bereits entschiedenen Fall - die gegenteilige Auslegung des Art. 1 § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 RBerG zu einer weitreichenden Einschränkung der Rechtspositionen von Inkassounternehmen führen, da auch hier die Forderung mit der Abtretung für das Inkassounternehmen unklagbar würde und die hieraus folgende Notwendigkeit der Rückzedierung zwecks gerichtlicher Geltendmachung Nachteile und Risiken mit sich bringt (Caliebe, NJW 1991, 1721, 1722). Der Inkassounternehmer kann nämlich durch einen Prozeß oder andere gerichtliche Tätigkeiten keinen größeren Einfluß auf den Bestand der Forderung nehmen, als er dies außergerichtlich - aufgrund der ihm durch die Erlaubniserteilung bescheinigten Zuverlässigkeit, Eignung und Sachkunde (Art. 1 § 1 Abs. 2 RBerG) - im Rahmen der Inkassovertretung darf (Rennen/Caliebe aaO, Rdn. 85). Die Entscheidung steht auch nicht im Widerspruch zu dem Beschluß des Bundesverwaltungsgerichts vom 26.6.1990 (NJW 1991, 58). Die vorliegend in Rede stehende Frage, ob eine Inkassoerlaubnis auch die Beauftragung eines Rechtsanwalts zur gerichtlichen Beitreibung einer Forderung umfasse, hat das Bundesverwaltungsgericht ausdrücklich nicht entschieden (aaO, Abs.3 der Gründe) .