BGH · XI ZB 9/90 vom 27.11.1990
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Die Beschwerde des Beklagten gegen den Beschluß des 2. Nach § 127 Abs. 2 Satz 2 ZPO findet gegen den Beschluß eines Berufungsgerichts über die Verweigerung von Prozeßkostenhilfe keine Beschwerde statt. Ausnahmsweise angreifbar ist eine nach den gesetzlichen Vorschriften unanfechtbare Entscheidung danach nur dann, wenn sie jeder gesetzlichen Grundlage entbehrt und inhaltlich dem Gesetz fremd, d.h. mit der geltenden Rechtsordnung schlechthin unvereinbar ist (BGHZ 109, 41, 43 f.; BGH, Urteil vom Die - teilweise - Verweigerung von Prozeßkostenhilfe für einen Berufungskläger ist als solche dem Gesetz nicht fremd (§§ 114, 119 ZPO). Das Berufungsgericht hat seine Entscheidung auf §§ 114, 511 a Abs. 1 ZPO gestützt und dazu ausgeführt: Einem Berufungskläger sei Prozeßkostenhilfe wegen Unzulässigkeit der Berufung zu versagen, wenn der hinreichende Aussicht auf Erfolg bietende Teil der Berufung unterhalb der Erwachsenheitssumme des S 511 a ZPO bleibe. Daß die eingelegte Berufung einen weiteren unbegründeten Teil umfasse und der Wert des Beschwerdegegenstands insgesamt 700 DM übersteige, habe außer Betracht zu bleiben. Ob diese Auffassung, die auch von einem Teil der Rechtsprechung und Literatur vertreten wird (OLG Nürnberg NJW 1987, 265? Sie ist jedenfalls vertretbar und der Beschluß nicht greifbar gesetzwidrig, wie der Beklagte meint.