BGH · XII ZR 32/91 vom 26.05.1993
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Mai 1993 durch den Vorsitzenden Richter Dr. Blumenröhr und die Richter Dr. Krohn, Dr. Zysk, Nonnenkamp und Dr. Hahne beschlossen: Der Streitwert für das Revisionsverfahren wird auf 130.116 DM festgesetzt. Die Kläger (Verpächter) haben Räumung und Herausgabe eines verpachteten Filmtheaters begehrt, hilfsweise eine "Anpassung" des Pachtvertrages dergestalt, daß die vereinbarte Mindestpacht von jährlich 45.000 DM auf 78.000 DM heraufzusetzen und die Beklagte verpflichtet sei, anteilige - mit durchschnittlich 10.372 DM bezifferte - Nebenkosten zu bezahlen. Der Gebührenstreitwert richtet sich gemäß § 12 Abs. 1 GKG nach den §§ 3 bis 9 ZPO, soweit das Gerichtskostengesetz keine Sonderregelung trifft. Dieser ist hier nach der allgemeinen Regel des § 3 ZPO nach dem wirtschaftlichen Interesse der Kläger an der Anpassung des Pachtvertrages zu bewerten. Eine Beschränkung des Streitwerts auf den Einjahresbe-zug in analoger Anwendung des § 16 Abs. 5 GKG, wie sie zu dem Teil vertreten wird (vgl. Aber auch für eine Anwendung des § 9 Satz 2 ZPO ist kein Raum, ohne daß es einer Entscheidung des Streites darüber bedarf, ob und unter welchen Voraussetzungen Miet- und Pachtzinsforderungen überhaupt als wiederkehrende Nutzungen oder Leistungen im Sinne dieser Vorschrift anzusehen sind (bejahend für Verträge von bestimmter Dauer BGH, Beschluß vom 13. Denn anders als in dem vom Bundesgerichtshof 1965 entschiedenen Fall handelt es sich hier nicht um eine Klage auf künftige (erhöhte) Miet- oder Pachtzahlung, sondern um ein auf den Wegfall der Geschäftsgrundlage gestütztes Begehren auf Änderung des Pachtvertrages durch Modifizierung der Mindestpacht. Der Senat bemißt das Interesse auf den Dreijahreswert der Differenz zwischen der erhöhten Mindestmiete von 78.000 DM zuzüglich Nebenkosten von 10.372 DM, zusammen 88.372 DM, und der bisherigen Mindestmiete von 45.000 DM, das sind 43.372 DM x 3 = 130.116 DM.