BGH · XII ZR 22/97 vom 09.07.1997
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Wird die Berufung in einem Urteil teils als unzulässig verworfen, teils zurückgewiesen, so ist die Verwerfung ohne Rücksicht auf die Beschwer, die Zurückweisung hingegen nur revisibel, wenn sie allein die Voraussetzung der Wertrevision erfüllt oder insoweit die Revision zugelassen worden ist. Juli 1997 durch den Vorsitzenden Richter Dr. Blumenrohr und die Richter Dr. Krohn Dr. Zysk, Dr. Hahne und Weber-Monecke beschlossen: Das Oberlandesgericht hat der Klägerin unter teilweiser Abänderung des landgerichtlichen Urteils 38.636,60 DM nebst gestaffelten Zinsen zugesprochen und gleichzeitig die Berufung gegen ein Ergänzungsurteil des Landgerichts, das den Beklagten zur Herausgabe einer Bürgschaftsurkunde über 31.500 DM verurteilt hat, als unzulässig verworfen. Dem Antrag des Beklagten, die Beschwer wegen einer zu niedrigen Bewertung des Herausgabeanspruchs auf einen 60.000 DM übersteigenden Gesamtbetrag festzusetzen, fehlt bereits das erforderliche Rechtsschutzbedürfnis. Soweit das Oberlandesgericht die Berufung des Beklagten als unzulässig verworfen hat, findet die Revision gemäß § 547 ZPO ohne Rücksicht auf die Beschwer statt. Daran ändert nichts, daß in dem Urteil die Berufung teils zurückgewiesen, teils verworfen worden ist (vgl. Soweit der Beklagte die Beschwer in bezug auf den Herausgabeanspruch mit 31.500 DM bewertet wissen will, ist sein Begehren für die Frage der Revisionsfähigkeit unerheblich, weil insoweit die Statthaftigkeit der Revision ohnehin gegeben ist.