BGH · XII ZR 237/93 vom 26.01.1994
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der Antrag der Beklagten, den Wert ihrer Beschwer durch das Urteil des 21. 1. Durch das angefochtene Urteil sind sowohl die Berufung der Kläger als auch die der Beklagten gegen das Urteil des Landgerichts München I vom 4. Mit dieser hat sie sich dagegen gewandt, daß das Landgericht sie auf die Zahlungsklage der Kläger zur Zahlung eines Betrages von 28.040,72 DM - als Miete für April 1990 über den von ihr bereits geleisteten Monatsmietzins von 34.573,78 DM - verurteilt hatte. Ihr Begehren war mithin auf eine Abweisung der Zahlungsklage der Kläger gerichtet, da sie die Auffassung vertrat, mit den geleisteten 34.573,78 DM bereits die nach dem Mietvertrag für April 1990 geschuldete Monatsmiete entrichtet zu haben. In der durch das Berufungsurteil bestätigten Verurteilung der Beklagten zur Zahlung eines einmaligen Betrages von 28.040,72 DM erschöpft sich ihre prozessuale Beschwer als Rechtsmittelvoraussetzung für eine Statthaftigkeit der - vom Oberlandesgericht nicht zugelassenen - Revision März 1993 angekündigten, aber sodann nicht gestellten positiven Feststellungsantrag (GA Bl. 250, 285) entschieden, noch hat sie selbst eine negative Feststellungswiderklage dahin erhoben, daß sie auch über den Monat April 1990 hinaus keine höhere Miete schulde als monatlich insgesamt 34.573,78 DM - wodurch der Streitwert des Verfahrens und bei Abweisung ihre Beschwer entsprechend erhöht worden wären. Der von der Beklagten zur Begründung ihres Antrags auf HeraufSetzung der Beschwer vertretenen Auffassung, der Wert der Beschwer sei unter den gegebenen Umständen gemäß §§ 3, 2 ZPO durch das Gericht nach freiem Ermessen zu bestimmen, da das Oberlandesgericht ein "verdecktes Gestal-tungsurteil" nach Maßgabe des § 315 Abs.3 Satz 2 BGB ge-troffen habe, kann nicht gefolgt werden. Bei Anträgen auf Zahlung einer bezifferten Geldsumme ist deren Zahlbetrag für den Streitwert und entsprechend im Falle der Verurteilung zur Zahlung einer bestimmten Summe deren Betrag für die Beschwer des Beklagten maßgebend. Es ist daher für die Höhe der Beschwer unerheblich, ob das Berufungsgericht im Rahmen der vorliegenden Leistungsklage inzident eine Gestaltung gemäß § 315 Abs.3 Satz 2 BGB vorgenommen hat (vgl. Denn Gegenstand des Verfahrens in den Vorinstanzen war weder das Bestehen noch die Dauer des Mietverhältnisses (dazu im übrigen § 9 ZPO), sondern ausschließlich die Höhe des für April 1990 von der Beklagten zu zahlenden Mietzinses.