BGH · XII ZR 162/93 vom 14.06.1995
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Juni 1995 in dem Rechtsstreit GmbH, vertreten durch den Geschäftsführer |, DÄBBfetraße®, Ml Michael Beklagte und Revisionsklägerin, - Prozeßbevollmächtigte: Rechtsanwälte Dr. Es kann dahinstehen, ob die Vertretung der klagenden Erbengemeinschaft sich nach § 400 ZGB oder aber nach den Vorschriften des BGB richtete, und ob die dem Streithelfer der Beklagten 1988 erteilte Vollmacht im letzteren Fall als Maßregel der ordnungsgemäßen Verwaltung des Nachlasses im Sinne des S 2038 Abs. 1 Satz 2 1. Das Berufungsgericht hat eine Bindung der Kläger an die geschlossenen Mietverträge jedenfalls im Ergebnis zu Recht verneint, wie das Landgericht - wenn auch unter Anwendung des Rechts der ehemaligen DDR - zutreffend erkannt hat, sind die vom Bevollmächtigten der Kläger mit der Beklagten geschlossenen Mietverträge wegen erkennbaren Mißbrauchs der Vertretungsmacht unwirksam. a) Die von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze über den Mißbrauch der Vertretungsmacht sind hier anwendbar, weil die Parteien in S 14 der Verträge vom 25. September 1990 das Recht der Bundesrepublik als Vertragsstatut vereinbart haben und für die Rechtswirkungen eines Vollmachtsmißbrauchs im Verhältnis zu dem Vertretenen das Vertragsstatut maßgeblich ist, soweit der Einwand der Arglist oder der unzulässigen Rechtsausübung gegenüber den unter Mißbrauch der Vertretungsmacht geschlossenen Verträgen zu beurteilen ist. Im übrigen konnte ein erkennbarer Mißbrauch der Vertretungsbefugnis auch nach der Rechtsprechung der DDR zur Folge haben, daß das Handeln des Vertreters den Vertretenen nicht bindet (vgl. Juli 1990 namens der Kläger mit der Beklagten den Hauptmietvertrag über dieses Ladenlokal zu einem Mietzins von nur 399 DM schloß, mußte sich ihrem Geschäftsführer allein schon wegen dieser ungewöhnlich großen Differenz der Verdacht aufdrängen, daß der Streithelfer den wirtschaftlichen Interessen seiner Vollmachtgeber zuwiderhandelte . Auf eine angebliche Mietpreisbindung zu Lasten der Kläger kann die Beklagte sich insoweit schon deshalb nicht mit Erfolg berufen, weil gewerbliche Mietverträge zwischen nicht in der ehemaligen DDR ansässigen Parteien auch dann nicht staatlicher Preisregulierung unterlagen, wenn sich die Mietobjekte auf dem Gebiet der DDR befanden. Auch wenn eine der Parteien des gewerblichen Mietvertrages in der DDR ansässig war, konnte der Mietzins nach den dann maßgeblichen Vorschriften des Gesetzes über internationale Wirtschaftsverträge (GIW) vom 5. Im Zusammenhang mit dem niedrigen Mietzins und der langen Vertragsbindung der Kläger (10 Jahre zuzüglich Option der Beklagten auf zweimal fünf weitere Jahre) sind auch die weiteren Bestimmungen des Vertrages für die Kläger derart ungünstig, daß sich dem Geschäftsführer der Beklagten der Vollmachtsmißbrauch ihres Streithelfers geradezu aufdrängen mußte. September 1990 über das Ecklokal und zwei weitere Räume in der WMHBstraßeMzu, auch wenn es hinsichtlich des Ecklokals (noch) nicht zur Untervermietung gekommen ist. Hinsichtlich der beiden weiteren Räume hat die Beklagte mit den Klägern einen Mietzins von 273,60 DM einschließlich Nebenkosten, mit ihrem Untermieter einen Mietzins von 720 DM zuzüglich Mehrwertsteuer und Nebenkosten vereinbart, so daß ihr auch hier eine ungewöhnlich hohe Gewinnspanne verbleibt .