BGH · XII ZR 130/97 vom 17.12.1997
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Dezember 1997 durch den Vorsitzenden Richter Dr. Blumenrohr und die Richter Dr. Zysk, Dr. Hahne, Sprick und Weber-Monecke beschlossen: a) Zugunsten des Antragsgegners ist zwar davon auszugehen, daß er nach der rechtskräftigen Scheidung seine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland verlieren wird. Vereinzelt wird in diesem Zusammenhang vertreten, daß es einen Härtegrund i.S. des § 1568 BGB bilden kann, wenn der Ehegatte seine günstige ausländerrechtliche Position, die ihm die Ehe gewährt, verliert und durch die Abschiebung in seine Heimat entweder in seiner physischen und sozialen Existenz bedroht wird oder wenn ihm die Rückkehr in die Heimat die wirtschaftliche Existenz vernichten würde (vgl. Eine Vernichtung seiner wirtschaftlichen Existenz steht schon deshalb nicht zu befürchten, weil er hier gegenwärtig keine eigene dauerhafte wirtschaftliche Existenz hat, die er verlieren würde, sondern im Rahmen von Umschulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen zu dem "DV-Organi-sator für betriebswirtschaftliche Anwendung" ausgebildet wird. Es ist bei gemischt-nationalen Ehen nichts Ungewöhnliches, daß ein Ehegatte nach Scheitern der Ehe wieder in seine Heimat zurückkehrt oder zurückkehren muß und sich dadurch zwangsläufig familiäre Bindungen lockern. Härten entstehen, die gegebenenfalls das Grundrecht aus Artikel 6 GG tangieren, ist dies eine Frage, die allenfalls durch gesetzgeberische Maßnahmen auf dem Gebiet des Ausländerrechts zu lösen ist, nicht aber dadurch, daß dem scheidungswilligen Ehegatten die Möglichkeit einer Scheidung auf längere Dauer versagt wird, obwohl die Ehe gescheitert ist.