BGH · XII ZB 95/95 vom 04.10.1995
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Im Rahmen einer von seiner Ehefrau erhobenen Stufenklage auf Unterhalt hat ihn das Amtsgericht zur Auskunftserteilung und Vorlage von Belegen über seine Einkünfte in den Jahren 1991 bis 1993 verurteilt. Das Oberlandesgericht hat den Gegenstandswert auf 1.000 DM festgesetzt und die Berufung des Beklagten als unzulässig verworfen. Das Oberlandesgericht ist zutreffend und in Übereinstimmung mit der bisherigen ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, die durch die Entscheidung des Großen Senats für Zivilsachen des Bundesgerichtshofs vom 24. November 1994 (GSZ 1/94 - BGHZ 128, 85 = FamRZ 1995, 349 ff) bestätigt wurde, davon ausgegangen, daß sich die Beschwer eines zur Auskunftserteilung verurteilten Beklagten nach seinem Interesse richtet, die Auskunft nicht erteilen zu müssen. Die - in der Beschwerdeinstanz nur einer beschränkten Kontrolle unterliegende - Ermessensentscheidung des Oberlandesgerichts über die voraussichtliche Höhe der Kosten ist nicht zu beanstanden. Aufbewahrung van Belegen über sämtliche Einnahmen und Ausgaben seines Betriebes sei ihm eine Auskunftserteilung ohne die Hilfe eines Sachverständigen mit damit verbundenen Kosten von ca. 10.000 DM nicht möglich, ist es mit dem zutreffenden Hinweis begegnet, daß der Beklagte die Auskunft nur nach seinem eigenen Kenntnisstand erteilen müsse und zur Vorlage von Belegen auch nur insoweit verpflichtet sei, als sie bei ihm tatsächlich vorhanden seien. Denn auch ein Sachverständiger wäre zur Rekonstruktion und Zusammenstellung ausschließlich auf die Angaben des Beklagten, beispielsweise über Anzahl und Preise des gekauften und verkauften Viehbestandes, der Naturalien und des Maschinenparks angewiesen.