BGH · XII ZB 176/95 vom 08.05.1996
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Das Oberlandesgericht hat die Berufung des Beklagten gegen die erstinstanzliche Entscheidung, die ihn ab 1. Die hiergegen gerichtete sofortige Beschwerde des Beklagten (§ 519b Abs. 2 ZPO) hat Erfolg. Nach ständiger Rechtsprechung, auch des Senats, wird jedoch dem Zulässigkeitserfordernis des § 519 Abs.3 Nr. 1 ZPO schon genügt, wenn die innerhalb der Begründungsfrist eingereichten Schriftsätze des Berufungsklägers ihrem gesamten Inhalt nach eindeutig ergeben, in welchem Umfang und mit welchem Ziel das erstinstanzliche Urteil angefochten werden soll (vgl. Mai 1995 ist der Wille des Beklagten, mit der Berufung seinen erstinstanzlichen Antrag auf vollständige Abweisung der Klage weiter zu verfolgen, hinreichend zu dem Ausdruck gekommen. Umfang und Ziel einer Berufung sind nicht davon abhängig, inwieweit das Rechtsmittel schlüssig begründet ist und daher möglicherweise erfolgreich sein kann, sondern nur davon, inwieweit der Berufungskläger die angefochtene Entscheidung, sei es auch mit einer unzureichenden Begründung, angreifen will. So kann aus der Wiederholung des Sachvor-trags erster Instanz, der dort zur Grundlage eines Antrags auf vollständige Klageabweisung gemacht worden ist, die Folgerung zu ziehen sein, daß dieses Ziel auch in zweiter Instanz verfolgt wird (vgl. Nachfolgende Angriffe gegen die Einkommensansätze des Amtsgerichts stellen zwar einen Un-terhaltsanspruch der Klägerin nicht vollständig in Frage; so wird an einer Stelle ausdrücklich ausgeführt, daß der Beklagte "allenfalls zur Zahlung von monatlich 470 DM verpflichtet" sei. Auch der geltend gemachte Einwand der Verwirkung, der wiederum mit der Bezugnahme auf einen erstinstanzlichen Schriftsatz begründet wird, läßt den vom Beklagten freiwillig bis einschließlich Juni 1995 bezahlten Unterhaltsbetrag von monatlich 496,43 DM unberührt. Insoweit ist jedoch zu berücksichtigen, daß der Beklagte in erster Instanz dazu die Ansicht vertreten hat, die Klage könne auch dann keinen Erfolg haben, wenn die Klägerin nicht mehr zu beanspruchen habe als diesen freiwillig bezahlten Betrag (Schriftsatz vom 19.