BGH · XII ZB 132/91 vom 05.02.1992
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Die sofortige Beschwerde gegen den Beschluß des 25. August 1991 beim Landgericht für sie Berufung ein, nahmen das Rechtsmittel aber später zurück. September 1991 beim Oberlandesgericht eingegangenen Schriftsatz legte die Beklagte erneut Berufung ein und beantragte gleichzeitig, ihr gegen die Versäumung der Berufungsfrist Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gewähren. Die Berufung ist verspätet, weil sie erst nach Ablauf der Berufungsfrist am 15. 2. Das Oberlandesgericht hat den Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung dieser Frist zu Recht abgelehnt, weil die Beklagte nicht dargetan hat, daß sie ohne ein Verschulden ihres erstinstanzlichen Prozeßbevollmächtigten Rechtsanwalt E., das sie sich nach § 85 Abs. 2 ZPO zurechnen lassen muß, gehindert gewesen ist, die Frist einzuhalten (§ 233 ZPO). August 1991 habe Rechtsanwalt E.den Fehler bemerkt und die Büroangestellte M.angewiesen, diesen Schriftsatz aus der Postmappe zu nehmen und zu vernichten. Ferner habe er die Angestellte angewiesen, den beim Oberlandesgericht zugelassenen Rechtsanwalt Dr; H. telefonisch mit der Berufungseinlegung zu beauftragen und ihm das Urteil des Amtsgerichts vorab per Fax zu übermitteln. etwa BGHZ 50, 82; 105, 116; Senatsbeschluß VersR 1984, 166, jeweils m.w.N.) erfüllt der erstinstanzliche Prozeßbevollmächtigte bei Erteilung eines Rechtsmittelauftrags seine Sorgfaltspflichten nicht schon dadurch, daß er den Auftrag rechtzeitig vor Ablauf der Rechtsmittelfrist erteilt oder erteilen läßt, sondern muß auch dafür Sorge tragen, daß der beauftragte Anwalt die Übernahme des Mandats noch innerhalb dieser Frist bestätigt. Ferner muß in einem solchen Fall das mit der Führung des Fristenkalenders betraute Personal angewiesen sein, die vermerkte Rechtsmittelfrist erst zu streichen, wenn eine derartige Bestätigung vorliegt (vgl.