BGH · XII ZB 123/90 vom 23.01.1991
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Der XII« Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Lohmann und die Richter Portmann, Dr. Blumenrohr, Dr. Zysk und Nonnenkamp am 23. Zur Begründung hat er ausgeführt, im Hinblick auf die Höhe seiner Einkünfte komme es auf sein Vermögen nicht an; die begehrte Auskunft könne unter keinem Gesichtspunkt den Unterhaltsanspruch des Klägers beeinflussen. Das Oberlandesgericht hat durch Beschluß vom 8. August 1990 den Streitwert für die Berufungsinstanz auf 500 DM festgesetzt und auf eine Gegenvorstellung des Beklagten keine Veranlassung gesehen, diese Wertfestsetzung zu ändern (Beschluß vom 20. September 1990 die Berufung des Beklagten als unzulässig verworfen, weil der Wert des Beschwerdegegenstandes 700 DM nicht übersteige (§ 511a ZPO). Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs richtet sich der Wert des Beschwerdegegenstandes, den das Gericht bei einem Rechtsstreit wegen der Erteilung einer Auskunft gemäß §§ 2 und 3 ZPO nach freiem Ermessen festzusetzen hat, für die Berufung der zur Auskunft verurteilten Partei nach deren Interesse, die Auskunft nicht erteilen zu müssen. - wenn nicht zusätzlich ein Geheimhaitungsinteresse zu berücksichtigen ist - regelmäßig auf den Zeit- und Arbeitsaufwand an, den die sorgfältige Erteilung der geschuldeten Auskunft verursacht (vgl. Von diesen Grundsätzen ist das Oberlandesgericht zwar ausgegangen, wie sich daraus ergibt, daß es in seinem Beschluß vom 8. Daraus kann weiter auch noch entnommen werden, daß das Berufungsgericht den erforderlichen Zeit- und Arbeitsaufwand auf höchstens 500 DM geschätzt hat. Indessen hat das Oberlandesgericht, dessen Bewertung vom Senat nur darauf überprüft werden kann, ob es von dem ihm eingeräumten Ermessen einen ungesetzlichen Gebrauch gemacht hat, diese Schätzung nicht näher begründet. Der Senat hat wiederholt darauf hingewiesen, daß darin ein Verfahrensmangel liegt, wenn nicht ausnahmsweise die für die Bewertung des Abwehrinteresses zu berücksichtigenden Posten ihrer Art und ihrem Umfang nach auf der Hand liegen oder sonst bei Berücksichtigung aller in Frage kommenden Umstände außer Zweifel steht, daß das Abwehrinteresse nicht mit einem höheren Wert bemessen werden August 1990 dargelegt, aus dem Urteilstenor des angefochtenen amtsgerichtlichen Urteils ergebe sich "nicht in einer für die Zwangsvollstreckung notwendigen Klarheit", daß der Beklagte für seine Vermögensbestandteile Wertangaben, notfalls nach Einholung von kostenverursachenden Gutachten, machen müsse. In einem solchen Fall ist aber bei der Wertfestsetzung auch zu berücksichtigen, daß der Verurteilte fachkundigen Rat mit entsprechenden Kosten einholen darf, um dem Urteil zu genügen und eventuelle Vollstreckungsmaßnahmen des Klägers von vornherein vermeiden oder als ungerechtfertigt abwehren zu können (Senatsbeschlüsse vom 3. Außerdem bestehen noch weitere Zweifel, nämlich ob berücksichtigt worden ist, daß der Beklagte durch Einholung fachkundigen Rates auch klären lassen dürfte, welche einzelnen Gegenstände er als Inhaber der Werbeagentur nach Anzahl, Art und wertbildenden Faktoren anzugeben hat, um dem Kläger eine selbständige Beurteilung der in der Agentur gebundenen Vermögenswerte zu ermöglichen.