BGH · XII ZB 115/91 vom 04.12.1991
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Lohmann und die Richter Dr. Krohn, Dr. Zysk, Nonnenkamp und Dr. Knauber beschlossen: Widerklagend nimmt die Ehefrau den Ehemann im Wege der Stufenklage auf Unterhalt in Anspruch und verlangt in der ersten Stufe Auskunft über sein Einkommen für die Zeit von Juli 1989 bis Juni 1990. Das Amtsgericht - Familiengericht - hat durch Teilurteil vom 17. Mai 1991 auf die Widerklage den Kläger verurteilt, der Beklagten über sein monatliches Brutto- und Nettoeinkommen für die Zeit von Juli 1989 bis Juni 1990 Aus-kunft zu erteilen und diese Auskunft durch Vorlage von Ver- Juli 1991 hat der Vorsitzende des Berufungssenats den Kläger auf Bedenken gegen die Zulässigkeit der Berufung hingewiesen: Nach § 511a ZPO in der seit 1. Zugleich hat er auf die Entscheidung BGH NJW 1986, 1493 hingewiesen und dem Kläger Gelegenheit zur Stellungnahme bis 24. August 1991 hat das Oberlandesgericht den Streitwert für das Berufungsverfahren auf 300 DM festgesetzt und die Berufung des Klägers als unzulässig verworfen, da der Wert der Beschwer 1.200 DM nicht übersteige. Februar 1989 - IVb ZB 174/88 - FamRZ 1989, 730 erkennen, daß das Berufungsgericht den Wert der Beschwer des Klägers nach dem Aufwand beurteilt hat, den ihn die Erfüllung seiner Verpflichtung aus dem Urteil vom 17. Damit befindet sich das Berufungsgericht in Übereinstimmung mit der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, wonach für den Wert der Beschwer, den das Gericht bei einem Rechtsstreit wegen einer Auskunft gemäß §§ 2 und 3 ZPO nach freiem Ermessen festzusetzen hat, das Interesse des Rechtsmittelklägers maßgebend ist. Legt, wie hier, die zur Auskunft verpflichtete Partei das Rechtsmittel ein, so hat ihr Interesse, die von der Auskunft abhängige Leistung nicht erbringen zu müssen, bei der Wertbemessung außer Betracht zu bleiben. Von dem hier nicht gegebenen Fall eines besonderen Geheimhaltungsinteresses abgesehen, ist für die Bewertung des Abwehrinteresses vielmehr der Aufwand an Zeit und Kosten maßgebend, den die sorgfältige Erteilung der geschuldeten Auskunft verursacht (vgl. Das Berufungsgericht hat den für die Erteilung der Auskunft und die Vorlage der Belege erforderlichen Aufwand des Beklagten als 300 DM nicht übersteigend betrachtet. Auch die sofortige Beschwerde zeigt einen Ermessensfehlgebrauch des Oberlandesgerichts nicht auf.Entgegen ihrer Auffassung hat bei der Bemessung der Beschwer außer Betracht zu bleiben, ob das Familiengericht in den Entscheidungsgründen des Teilurteils einen Unterhaltsanspruch der Frau bejaht hat.