BGH · XII ZB 110/91 vom 01.07.1992
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Auf die weitere Beschwerde der Landesärztekammer Hessen wird der Beschluß des 3. Das Amtsgericht - Familiengericht - hat durch Verbundurteil die Ehe der Parteien geschieden u.a. den Versorgungsausgleich dahin geregelt, daß zu Lasten des Anrechts des Ehemannes (Antragsteller) bei dem Versorgungswerk der Landesärztekammer Hessen (LÄK) auf dem Rentenkonto der Ehe- frau (Antragsgegnerin) bei der Landesversicherungsanstalt Hessen monatliche Anwartschaften in Höhe von 362,32 DM begründet werden. Es ist davon ausgegangen, daß die Ehefrau in der Ehezeit monatliche Anwartschaften der gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe von 18,50 DM erworben hat, während das Anrecht des Ehemannes bei der LÄK gemäß § 1587b Abs. 5 BGB mit monatlich 743,15 DM zu bewerten sei. Gegen die Entscheidung über den Versorgungsausgleich haben der Ehemann und die LÄK Beschwerde eingelegt, mit de: sie im wesentlichen geltend gemacht haben, daß das bei der LÄK bestehende Versorgungsanrecht zu hoch bewertet worden sei. Es hat das Versorgungsanrecht des Ehemannes bei der LÄK auf der Grundlage des Deckungskapitals von 92.102 DM, wovon 33.685 DM auf die Hinterbliebenenversorgung entfallen, dynamisiert und ist so zu einer Bewertung von monatlich 522,76 DM gelangt. Sie macht darüber hinaus geltend, daß das bei ihr bestehende Versorgungsanrecht des Ehemannes nicht auf der Grundlage des Deckungskapitals, sondern des Barwerts zu dynamisieren sei. 1. Das Oberlandesgericht geht abweichend von der Rechtsprechung des Senats (Beschlüsse vom 21. - IVb ZB 88/85 - FamRZ 1989, 951, 952) davon aus, daß beim Versorgungsausgleich der dynamisierte Wert von Anrechten bei der LÄK auf der Grundlage des Deckungskapitals (§ 1587a Abs.3 Nr. 1 BGB) und nicht des Barwerts (Nr. 2 der Vorschrift) zu ermitteln sei. September 1991 (XII ZB 77/90 - BGHR BGB § 1587a Abs.3 Nr. 1 Deckungskapital 3 = FamRZ 1992, 165) seine Rechtsprechung zu dieser Frage überprüft und sich mit den gegen sie ins Feld geführten Gesichtspunkten auseinandergesetzt. Es fehlt bisher an der dem Tatrichter vorbehaltenen Feststellung, auf welchen Nennbetrag sich das vom Ehemann ehezeitlich erworbene Anrecht bei der LÄK be-