BGH · XII ARZ 24/97 vom 22.10.1997
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Juli 1997 beantragte er beim Amtsgericht - Familiengericht - Leipzig, ihm das Sorgerecht während des Getrenntlebens sowie vorab im Wege der einstweiligen Anordnung das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu übertragen. Juli 1997 erklärte sich das Amtsgericht Leipzig nach Anhörung der Parteien für örtlich unzuständig und verwies das Verfahren ohne entsprechenden Antrag an das Amtsgericht - Familiengericht - Amberg mit der Begründung, das Kind habe dort nach wie vor seinen Wohnsitz. Ein weiterer Wohnsitz des Kindes in Leipzig sei nicht begründet worden, weil der Vater das Kind ohne Wissen der Mutter mitgenommen habe und mit ihm in Leipzig zu seinen Eltern gezogen sei. Juli 1997 beim Amtsgericht Amberg eingegangenen Antrag der Mutter, ihr das Sorgerecht während des Getrenntlebens sowie vorab im Wege der einstweiligen Anordnung das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu übertragen, erklärte sich das Amtsgericht Amberg nach Hinweis des Vaters auf das beim Amtsgericht Leipzig anhängige Verfahren für örtlich unzuständig und verwies das bei ihm anhängige Verfahren auf Antrag der Mutter durch Beschluß vom 18. 1. Das isolierte Verfahren zur Regelung der elterlichen Sorge und zur einstweiligen Regelung des Rechtes zur Aufenthaltsbestimmung während des Getrenntlebens nach § 1672 BGB ist eine Familiensache gemäß § 621 Abs. 1 Nr. 1 ZPO, bei der sich die Bestimmung des zuständigen Gerichts gemäß § 621 a Abs. 1 Satz 2 ZPO nicht nach § 5 FGG, sondern nach § 36 Nr. 6 ZPO richtet (vgl. Die von den Eltern jeweils angerufenen Gerichte haben sich nach Zustellung der Antragsschriften an den jeweiligen Antragsgegner im Sinne der genannten Bestimmung durch den Beteiligten mitgeteilte und für sie unanfechtbare Beschlüsse (§ 281 Abs. 2 Satz 3 ZPO, vgl. Es kann dahinstehen, ob der Vater dem Kind Anfang Juli 1997 einen weiteren Wohnsitz in Leipzig vermittelt hat und deshalb das Amtsgericht Leipzig gemäß §§ 621 a Abs. 1 Satz 2, 261 Abs.3 Nr. 1 ZPO als das erste nach § 43 Abs. 1 FGG mit der Angelegenheit befaßte Gericht zur Entscheidung berufen war (vgl. Das Amtsgericht Amberg ist jedenfalls zuständig, weil es an den Verweisungsbeschluß des Amtsgerichts Leipzig vom 21. Juli 1997 beschlossene Verweisung des dort anhängig gemachten Verfahrens an das Amtsgericht Leipzig keine Bin- Dessen Bindungswirkung erstreckt sich wegen der Identität des Verfahrensgegenstandes auch auf den bei dem Amtsgericht Amberg anhängig gemachten Gegenantrag der Mutter.