BGH · XII ARZ 22/92 vom 26.08.1992
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Das Amtsgericht Hagen ist an den Verweisungsbeschluß des Kreisgerichts für Halle und den Saalkreis vom 6. Zwar beruht die Verweisung insoweit auf Rechtsirrtum, als der in § 261 Abs.3 Nr. 2 ZPO statuierte Grundsatz der Fortdauer der Zuständigkeit auch dann gilt, wenn - wie hier - beide Parteien die Verweisung an ein anderes Gericht begehren. Die gesetzlich angeordnete Bindungswirkung entfällt aber nicht schon bei jedem Rechtsirrtum, sondern nur dann, wenn die Verweisung jeder Rechtsgrundlage entbehrt, willkürlich ist oder auf der Versagung rechtlichen Gehörs beruht (vgl. Dem Kreisgericht war zwar der Grundsatz der Fortdauer der Zuständigkeit durch die Ausführungen des Anwalts der Antragstellerin vor Augen geführt worden, es hat sich aber offenbar davon beeindrucken lassen, daß derselbe Anwalt später das Einverständnis mit der Verweisung erklärt hat.