BGH · XII ARZ 18/92 vom 26.08.1992
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März 1987 beim Kreisgericht Schönebeck gegen den in Algerien lebenden Beklagten Klage auf Vaterschaftsfeststellung und Zahlung von Kindesunterhalt. Juni 1988 vernahm das Gericht die Mutter zur Abstammungsfrage und beschloß, dazu den nicht erschienenen Beklagten durch das für ihn zuständige Gericht vernehmen zu lassen. Die Mutter übersiedelte in der Folge mit dem Kind nach Essen. Mai 1992 erklärte sich das Kreisgericht Schönebeck für unzuständig und verwies den Rechtsstreit an das Amtsgericht Essen. unterrichtete das Jugendamt und den Beklagten durch gleichlautende Schreiben vom 26. Juni 1992 darüber, daß es seine Zuständigkeit nicht für gegeben halte, und legte die Sache dem Bundesgerichtshof zur Gerichtsstandsbestimmung vor. Die von der Mutter des.Kindes erhobene Klage war nach dem seinerzeit geltenden Recht zulässig (§ 56 Abs. 1 DDR-FGB); die Zuständigkeit des Kreisgerichts Schönebeck folgte aus § 24 Abs.3 Sätze 2 und 3 DDR-ZPO. Dadurch entfiel insbesondere die Klagebefugnis der Mutter; denn die Vaterschaftsfeststellung erfolgt gemäß § 1600n Abs. 1 BGB auf Klage des Kindes. Die im Zeitpunkt der Klagezustellung gegebene Zuständigkeit des Kreisgerichts wurde aber weder durch das Wirksamwerden des Beitritts noch durch den späteren Wohnsitzwechsel des Kindes und der Mutter berührt; dies folgt aus dem in § 261 Abs.3 Nr. 2 ZPO ausgesprochenen Grundsatz der Fortdauer der Zuständigkeit (vgl. Er entfaltet auch keine Bindungswirkung gemäß § 281 Abs. 2 Satz 5 ZPO, weil dem Beklagten vor Erlaß dieses Beschlusses nicht das rechtliche Gehör zur Zuständigkeitsfrage gewährt worden ist (vgl.