BGH · V ZR 7/54 vom 19.01.1954
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Hechtssatzs Hat ein bayerischer Hechtsanwalt Revision beim Bayerischen Obersten Landesgericht eingelegt und vor der Unzuständigkeitserklärung dieses Gerichts einen Antrag auf einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung gestellt, so bleibt dieser Antrag auch nach Überweisung der Sache an den Bundesgerichtshof wirksam« Dezember 1953 beim Bayerischen Obersten Landesgericht eingegangen ist, Revision eingelegt und gleichzeitig die einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung beantragt. Dezember 1953 zugestellt ist, hat das Bayerische Oberste Landesgericht zur Verhandlung und Entscheidung über die Revision den Bundesgerichtshof für zuständig erklärt. Januar 1954 hat Rechtsanwalt Dr. HHH namens der Beklagten beim Bundesgerichtshof den Antrag auf Einstellung der Zwangsvollstreckung wiederholt. Die Revision gegen ein Urteil eines bayerischen Oberlandesgerichts wird nach § 7 Abs 1 EGZPO beim Bayerischen Obersten Landesge-richt eingelegt, das ohne mündliche Verhandlung endgültig über die Zuständigkeit, entscheidet (§ 7 Abs 2 EGZPO). Der Bestellung eines bei dem Obersten Landesgericht oder dem Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalts bedarf es erst, nachdem das Oberste Landesgericht über die Zuständigkeit entschieden hat. Mit der Zustellung des Beschlusses, durch den das Oberste Landesgericht sich für unzuständig erklärt hat, endete das Recht des Rechtsanwalts Dr. HU, irgendwelche dem Anwaltszwang unterliegenden Prozeßhandlungen im Revisionsverfahren vorzunehmen, abgesehen von der Zurücknahme der Revision, die auch nacfyßnzuständigkeitserklärung des Bayerischen Obersten Landesgerichts durch einen nicht beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt erfolgen Februar 1953, II ZR 239/52, NJW 1953, 745 entsprechend RGZ 132, 92) > Der Antrag auf einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung vom 1« Januar 1954 war deshalb, weil er nicht von einem beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt gestellt ist (§§ 719 Abs 2, 78 ZPO), als unzulässig zu verwerfen. Dezember 1953 entspricht den gesetzlichen Formvorschriftenv Für die der Entscheidung über die Zuständigkeit vorhergehenden Handlungen können die Parteien sich durch Jeden bei einem land- oder OberlandeBge-richt zugelassenen Rechtsanwalt vertreten lassen (§ 8 Abs 1 EGZPO). Dies gilt nicht nur für die Revision und die Revisionsbegründung, sondern auch für einen vor der Unzuständigkeitserklärung gestellten Antrag auf einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung.