BGH · V ZR 3/57
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
- Prozeßbevollmächtigterg Rechtsanwalt Br hat der V, Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die münd-liche Verhandlung vom 11, Juni 1958 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Br, Tasche und der Bundesrichter Schuster? 1, im Bahmen des § 1 Abs.> 1 Satz 3 des Gesetzes zur Sicherung von Forderungen für den Lastenausgleich die Zwangsvollstreckung, in die im Grundbuch von Band flPBlatl eingetragenen Parzellen der Flur 33 Nr. 32 und 53 zu dulden wegen eines zufolge Verzichts des Finanzamts Mün^te^l!and vom 28ö Juli 1952 (Steuer-Nuinmer^HBmj) = auf-den Kläger übergegangenen' letztrangigen Teilbetrages von 4 464 DM (viertausendvierhundervierundsechzig Deutsche Mark) der Umstellungsgrundschuld von 13 526,60 DMentstanden nach der Hypothek von 16 200 RM, die in.Abteilung III des be-zeichneten Grundbuchblattes unter Nr« 2 einge-. • Gegen dieses Urteil hat nur der Kläger Berufung eingelegt- Br ist der Ansicht, die Unkündbarkeit der Urastel-lungsgrundschrld sei entfallen, wenn an ihrer Stelle durch Verzicht des Finanzamts eine Bigentumergründschuld entstanden seio die Berufung zurückzuwefseno Sie beruft sich -darauf^ deiä die durch den Verzicht des Finanzamts auf einen Teil der Umstellungsgrundschuld entstandene Grundschuld des Klägers ebenso unkündbar sei, Der Kläger hat demgemäß, beantragt f t 24.» Juli 1950 verkaufte der Kläger sein Grundstück in Kreis MflHIB an die Beklagte und ließ es an sie auf* In Anrechnung auf den DM vereinbarten Kaufpreis übernahm die Beklagte msteDlungsgrundschuld in ursprünglicher Höhe von 13 526?16 DM? hatte das Finanzamt Münster-Land auf Antrag des Klägers gemäß § 3 a HypSichG mit Wirkung vom 1G Juli 1948 auf den letzt-rangigen Teilbetrag der Umstellungsgrundschuld in Höhe von 4 464 DM verzichteto Der Kläger nimmt die durch den Verzicht des Finanzamts entstandene Eigentümergrundschuld? die sich nach seiner Ansicht mit dem Übergang des Eigentums an dem Grundstück auf die Beklagte in eine Fremdgründschuld verwandelt bat. Sie hat die Eigentümergr preisfordern undschuld für sich beansprucht und die Restkauf-ng des Klägers bestrittene wie die Umstellungsgrundschuld selbsto Sie ist ferner der Meinung-, jsie könne nach dem Sinn des Kaufvertrags durch den Verzicht des Finanzamts auch nicht ungünstiger dastehen9' als wenn der Verzicht nicht ausgesprochen worden wäre-. war bereits in der Berufungsinstanz zwischen den Parteien rechtskräftig entschieden,, daß durch den von dem Finanzamt mit Bescheid vom 280 Juli 1952 gemäß § 3 a HypSichG ausgesprochenen Verzicht der letztrangige Teilbetrag der Umstellungsgrundschuld in Höhe von 4 464 DM gemäß § 3 e AbSc 2 HypSichG auf den Kläger als damaligen Grundstückseigentümer übergegangen ist und.die so entstandene Eigentümergrundschuldy da sie nach § 120 Abs0 1 LAG nicht erloschen ist, mit dem am 14» Januar 1954 erfolgten Übergang des zu einer Fremdgrundschuld wurde Der Stre um die Frage9 Eigentums an dem Grundstück auf die Beklagte it der Parteien geht deshalb insoweit nur noch ob der in § 1 Abs, 1 Satz 3 HypSichG enthaltene Für die Äuffa,ssung des Landgerichts* daß der letztrangige Teilbet/ag der hier in Frage stehenden Umstellungsgrundschuld in Höhe von 4 464 DM nur mit dem Inhalt der Umstellungsgrundschuld und damit mit dem in § 1 Abs0 1 Satz 3 HypSichG enthaltenen Ausschluß des Kündigungsrechts des Gläubigers auf den Kläger übergegangen ist* könnte allerdings sprechen* daß nach § 3 e A.bSo 2 HypSichG diet Grund schuld durch den Verzicht und entsprechend nach § 9 20 DVO/HypSichG die Umstcl- lungsgrundschuld durch ihre Ablösung nach § 5 Ab s 0 1 Satz 1 1c- DVO/HypSichG und damit so* wie sie bestanden hat* also mit dem Ausschluß der Kündigung durch den Gläubiger auf den Eigentümer übergegangen ist. gleichen Bedingungen v/ie für die umgestellten Rechteo Dies ergibt sich auch aus der Vorschrift des § 9 1 * DVO/HypSichG? bedurfte es für die Umstellungsgrundschuld einer Anpassung der für das umgestellte Recht geltenden Bedingungen an diesen Sicherungszwecko Bei dieser Anpassung ging der Gesetzgeber offenbar von dem Gedanken aus? ob und in welcher Höhe der bei den Grundpfandrechten durch die Y7 ah rung sum-Stellung entstandene Schuldnergewinn zu dem Lastenausgleich herangezogen[werden sollte? andererseits aber dem Eigentümer die Befreiung von der ihm lästigen Umstellungsgrundschuld zu erleichtern^ Auf Seiten des Gläubigers der Umstellung s^ozund schuld wurde deshalb durch § 1 Abs* 1 Satz 3 2C Halbsatz HypSichG die Kündigung der Urastellungs-grundschuld ausgeschlossen und in Ergänzung hierzu in § 6 Ab Sn 1j 2o DVO/HypSichG bestimmt? daß das Kapital der Umstellungsgrundschuld mit Ausnahme der Tilgungsleistungen auf Tilgungshypotheken auch dann nicht fällig werde.? wenn pital des umgestellten Rechts ohne Kündigung fällig Dem Eigentümer wurde demgegenüber in § 5 Abs„ 1 1o BVO/HypSichG die Möglichkeit gegeben? und dem Eigentümer die Ablösung der Umstellungs-grunds chuld gestattet (§5 a Abs« 1 Satz i 10 BVö/HypSichG) ? war für die sb entstandene Ei gen tümergrund schuld der für die abweichenden Bedingungen der Umstellungsgrundschuld maßgebende Siöherungszweck des § 3 HypSichG entfallen« Der Eigentümer hatte daher die Grundschuld ohne die gesetzlichen Verfügungsbeschränkungen der.bisherigen Umsteilungsgrundschuld (j)LG Bremen BlTotZ 1951?. auch Thieme GBO 4o Auflo So 124 III 2 as Eintragung der Eigentümergrundschuld uhter Bezugnahme auf die Eintragungsbewilligung des ursprünglichen Grundpfandrechts) und damit ohne den KündigungsausSchluß des § 1 Abs« 1 Satz 3 20 Halbsatz HypSichG bzw.1 ohne den Ausschluß der Balligkeit des Kapitals nach § 6 Abs0 ; 1 2„. der Eigentümer habe die Grundschuld, mit den für die Umstellungsgrundschuld geltenden Bedingungen? Das Berufungsgericht hat die teilweise Abweisung der Klage auch nicht auf Grund des Kaufvertrags für begründet erachtete Es hat die Bestimmung des Kaufvertrags? daß damit von der Beklagten vertraglich nicht eine auf die teuer unkündbare Umstellungsgrundschuld übernommen worden sei? schuld nur bis zur gesetzlichen Regelung des Lastenausgleichs Bestand haben könne, um dann durch eine neue gesetzliche Regelung abgelöst zu werden, Liese Auslegung ist möglich und deshalb für das Revisionsgericht bindend0 Soweit die Revision sich in diesem Zusammenhang auf Bickel, Kommentar zu dem Gesetz zur Sicherung von Forderungen für den Lastenausgleich S* 53 berufen haben sollte, ist nicht ersichtlich;, wieso sich hieraus ein Rechts-mangel der Auslegung ergeben könnte.