BGH · V ZR 84/55
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Ihre Mutter habe in ihrer Eigenschaft als Nießbraucherin und als Vertreterin der Eigentümer rechtzeitig Widerspruch gegen den Überbau erhoben* Im übrigen sei ihnen der genaue Verlauf der Grenze nicht bekannt gewesen; dieser sei erst im Jahre 1953 durch eine amtliche Verme s s un g sv erhand1ung festgestellt worden» Eie Glaswand stehe ebenfalls zu dem Teil auf ihrem Grundstück; ihr Vorhandensein bedeute eine unzulässige Einwirkung auf dieses Grundstücke Außerdem habe der Kläger durch das Aufstellen der Glaswand und durch das Einrichien- der beiden Fenster im Badezimmer ein Fensterrecht für sich in Anspruch genommen, das ihm nicht zustelie; denn er habe sich ja verpflichtet, in der Wand zu dem Nachbargrundstück keine Fenster einzubauen0 32er Beklagte; der Klageabweisung beantragt hat, hat die Behauptungen der Kläger bestritten und ist ihren Rechtsfolgerungen entgegengetreten» Er habe gewußt, daß er über die Grenze baue, sei aber dazu nach den Vereinbarungen der Parteien berechtigt gewesen. Seine Verj)flichtung, keine nach dem Nachbargrundstück gerichteten Fenster anzubringen, habe sich nur auf die neuerrichtete Wand oberhalb der Stützmauer bezogen, nicht dagegen auf die schon früher vorhanden gewesenen Gebäudeteile» Eie Glaswand stehe ausschließlich auf seinem eigenen Grundstück; sie stelle kein Fenster dar und gegen ihr Vorhandensein bestünden laut Auskunft der Baubehörde keine Bedenken» Eer Beklagte hat ferner Widerklage erhoben mit dem Anträge, die Kläger zur Besei- zu Das Landgericht hat durch Teilurteil die Klage -sehen von swei jetzt nicht mehr in Streit befindlichen An-sprüchen - abgewiesenc In der Berufungsinstanz haben die Kläger unter Aufrechterhaitung ihrer bisherigen Anträge und Erweiterung derselben auf den vom Beklagten überbauten Teil des Bachbettes noch hilfsweise beantragtT den Beklagten zur Zahlung einer Überbaurente von mindestens 200 DM jährlich seit dem i.? SS-j's^ünd^es Io Der Beklagte hat bei Errichtung des zweistöckigen Gebäudes an der Nordostecke seines Besitztums unstreitig über die Grenze gebaute' Sowohl die Stützmauer9 deren nördlichen Teil er als Grundmauer für das neuerrichtete Gebäude verwendet hat:, als auch mindestens ein Stück der zudem gleichen Zweck benutzten Bachmauer befinden sich auf dem Grund und Boden der Kläger, Diese verlangen Beseitigung des Überbaues (§§ 903? 1c Das Berufungsgericht erachtet den Beseitigungsanspruch für unbegründet, weil der Beklagte nicht rechtswidrig gehandelt habe«, Die Kläger seien mit seiner Bauweise einverstanden gewesen, was daraus hervorgehe, daß sie sie widerspruchslos geduldet hätten,, Zwar habe ihre Mutter widersprochen, aber deren Widerspruch habe sich nur auf die Errichtung von Saehmäuer und Stützmauer, nicht dagegen auf das erst später errichtete Gebäude selbst bezogen, und außerdem sei nicht erwiesen, daß die Mutter als Vertreterin der Klager gehandelt habe„ Ein Widerspruch der Kläger wäre auch nicht etwa auf Grund vertraglicher Vereinbarung entbehrlich gewesen; denn die Parteien hätten bei ihren Verhandlungen über das Bauvorhaben die Frage, ob der Beklagte nur bis an die Grenze heranbauen oder die Grenzmauer mitbenutzen durfte, gerade offen gelassene Auch wenn das Verhalten der Kläger - so hat das Berufungsgericht weiter ausgeführt - nicht als Zustimmung zu werten wäre, entfiele gleichwohl nach § 912 Abs 1 BGB ihr Beseitigungsanspruchs weil der Beklagte sich zu dem mindesten in einem entschuldbaren Irrtum über seine Berechtigung zu dem Überbau befunden habe und ihm deshalb weder Vorsatz noch grobe Fahrlässigkeit zur Last falle» Widerspruch sei von den Klagern gegen die Grenzüberschreitung nicht erhoben worden , und . Seine Erklärung gegenüber der Mutter der Kläger, daß er die Grenze kenne und nicht über sie hinausbaue, habe auf den Angaben des von ihm zugezogenen Landmessers B^pi beruht; er sei zwar von über den Grenzverlauf falsch aufgeklärt worden, habe aber der Mutter der Kläger nur das gesagt, was er selbst für richtig hielt und halten konnte * Für die unzutref fenden Angaben hafte der Beklagte auch nicht aus dem Gesichtspunkt der positiven Vertragsverletzung;, denn er habe nicht die Pflicht gehabt* die Kläger über den Grenzverlauf aufzuklären; deshalb könne dahingestellt bleiben* ob schuldhaft gehandelt habe und ob er als Erfüllungsgehilfe de Beklagten anzusehen wäre* Außerdem könnten die Kläger aus einer Täuschung ihrer Mütter keine eigenen Hechte herleiten e Ben Hilfsantrag auf Gewährung einer Überbaurente hat das Berufungsgericht als unzulässig angesehen* weil er eine Klageänderung darstelle und diese nicht sachdienlich sei (§ 264 ZPO)« Im übrigen sei es grob nachlässig gewesen* wenn die Kläger den Bentenanspruch nicht bereits im ersten Rechtszuge geltend gemacht hätten* a) Bas gilt zunächst von der Hauptbegründung* wonach die Hechtswidrigkeit des Grenzüberbaues deshalb.entfallen soll* weil die Kläger; zugestimmt hätteno Die Zustimmung ergibt sich nach Ansicht des Berufungsgerichts zunächst aus dem untätigen Verhalten der Klägers Biese hätten von Anfang an gesehen* wie der Beklagte baute; im Rahmen der vertraglichen Beziehungen* die zwischen den Parteien durch die Verhandlungen über den Erweiterungsbau und durch die Übernahme zahlreicher Pflichten seitens des Beklagten begründet worden seien* wären die Kläger verpflichtet gewesen:, alsbald der Benutzung ihres Grundstücks zu widerspreeheu, falls nach ihrer Meinung der Beklagte dazu nicht berechtigt war| sie hätten aber dazu geschwiegen, und dieses Schweigen sei unter den gegebenen Umstanden als Zustimmung zu werten» Hierbei wird indessen,.wie die Revision zutreffend rügt ( §§ 133, 157 BG-B und § 286 ZPO), übersehen, daß die Annahme eines stillschweigenden Einverständnisses: Kenntnis der Kläger von dem Grenzverlauf voraussetzen würde Daraus allein, daß die Kläger untätig zusahen, f!wie der Beklagte baute”, kann noch nicht auf ihr Einverständnis mit einem Grenzüberbau geschlossen werden. Nur wer weiß, daß der Nachbar über die Grenze hinüberbaut, hat Veranlassung, sich dagegen zu verwahren,, und nur ihm könnte, wenn er nichts unternimmt, später entgegengehalten werden, er habe sich durch sein Stillschweigen mit dem Überbau einverstanden erklärt. wie die Eigentumsverhältnisse und der Grenzverlauf innerhalb des Bachbettes waren, sei "selbst den Klägern bis zur Klageerhebung unbekannt’7 gewesene Aber auch hinsichtlich der Stützmauer steht keineswegs fest, daß die Kläger einwandfrei über die Eigentumsverhältnisse unterrichtet gewesen sind» Sie selbst haben in ihrem Schriftsatz vom 22o' Pebruar 1954 vorgetragen, sie hätten 57den genauen Grenz- seien sie aber beschwichtigt worden und hätten deshalb nichts unternommene Mit dieser Darstellung deckt sieh auch die ^ vom Berufungsurteil in anderem Zusammenhang erörterte und anscheinend als glaubhaft angesehene - Bekundung der Zeugin Anna der Mutter der Kläger, sie habe zu- Die Bescheinigung - so heißt es'im Berufungsurteil - enthalte zwar keine förmliche Zustimmung zu dem Überbauen der Grenze, aber da das Gebäude damals schon im Rohbau fertig gewesen sei, wäre zu erwarten gewesen, daß die Kläger sich gleichzeitig gegen die bereits erfolgte Grenzüberschreitung verwahrt hätten, falls sieh ihr Einverständnis nicht darauf erstrecken sollte^ stattdessen hätten sie mit Schreiben vom 20 Juni 1948 lediglich verlangt, daß der Beklagte ihnen noch einmal seine sonstigen Verpflichtungen bestätige Auch diese Erwägung ist jedoch nicht überzeugende Sie wäre es nur dann, wenn feststände., daß die Kläger im Juni 1948 schon einwandfrei über den Grenzverlauf im Bilde waren-Eine dahingehende Feststellung hat das Berufungsgericht nicht getroffen und war dazu bei dem bisherigen Sachund Streitstand auch nicht imstande0 Wenn der Beklagte in der Bevisionsbeantwortung geltend machte die Kläger hätten ja ausweislich ihrer Bescheinigung vom 16, Juni 1948 gewußt-, daß es sich um eine Grenzbebauung handelte (S 3 aaO), so vermag das die angefochtene Entscheidung ebenfalls nicht zu rechtfertigen, "Grenzbebauung" ist nicht gleichbedeutend mit Grenzüberschreitung.,. Bas Einverständnis der Kläger War, wie aus der Vorgeschichte der erwähnten Bescheinigung hervorgeht* nur erteilt worden für eine Bautätigkeit des Beklagten auf seinem eigenen Grundstück, und zwar durfte er danach bis unmittelbar an die Gren se he ranbauen ( "Verzicht: auf den Grenzabstand,f) | zu einem Hinüb erb auen auf das Grund stück der IQ äg e r ist er dagegen nicht ermächtigt worden.. Anders hat auch das Berufungsgericht selbst die Bescheinigung nicht ausgelegt (’-keine förmliche Zustimmung zu dem Überbauen der Grenze*», vgl S 9 des Berufungsurteils)- selbst wenn ihr Verhalten nicht als Zustimmung anzusehen wäre, auf jeden Pall an der Vorschrift des § 912 BGB scheitere ö.Banach muß, wenn jemand ohne Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit über die Grenze baut, der Nachbar den Überbau dulden-, sofern er nicht vor oder sofort nach der Grenzüberschreitung widerspricht= Bas Berufungsgericht hält diese Voraussetzungen für erfüllt? einmal habe der Beklagte sich in einem entschuldbaren Irrtum über seine Berechtigung zu dem Überbau befunden:,: sodaß Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit entfielen5 zu dem anderen sei ein Widerspruch von Seiten der Kläger nicht erhoben worden0 Die Stützmauer sei in dem Bauplan, der den Vertragsverhandlungen zu Grunde gelegen habe, nicht kenntlich gemacht worden; der Beklagte habe aber den Plan als solchen in diesem Abschnitt eingehaltene Die im Bachbett liegende nordöstliche Ecke des Neubaues entspreche allerdings nicht dem Bauplan, sodaß der Beklagte sich für seine Grenzüberschreitung an dieser Stelle (Bachmauer) auf das bloße Dulden der Kläger nicht berufen könne; jedoch hätten insoweit beide Parteien über die Eigentumsverhältnisse und den Grenzverlauf nicht Bescheid gewußt, und die wasserrechtlichen Bestimmungen seien so wenig bekannt, daß ihre Nichtbeachtung durch den Beklagten und dessen Annahme, im Bachbett wie geschehen bauen zu dürfen, ihm nicht zu dem Vorwurf gereiche^ Diese Ausführungen bewegen sich im wesentlichen auf dem Gebiet tatrichterlicher Würdigung und können in der Revisionsinstanz nur daraufhin nach-' geprüft werden, ob das Berufungsgericht bei seiner Entscheidung gegen verfahrensrechtliche Vorschriften oder sonstige Reehtsgrundsä.tze verstoßen habe? der Einwand der Revision« daß der Beklagte durch den Wider- t Spruch der Zeugin Anna gewarnt worden sei und sich deshalb zunächst bei dem Katasteramt nach dem Grenzverlauf hätte erkundigen müssen (§ 286 ZPO) * greift aus dem Grunde -> nicht durch, weil dem Beklagten von dem Landmesser den er bei Errichtung der Bachmauer zu Rate gezogen hatte* eine beruhigende Auskunft erteilt worden war* auf deren ■ s .Richtigkeit er sich - was das Berufungsgericht in anderem Zusammenhang hervorhebt “- verlassen durfte; daß B(^* wie sich dann später herausstellte * ihn falsch aufgeklärt hat, r kann im Rahmen des § 912 BGB dem Beklagten nicht als eigenes Verschulden zugerechnet werden; denn diese Vorschrift regelt die Reehtsbeziehungen der bei einem Grenzüberbau Beteiligten auf außervertraglicher Grundlage und schließt daher eine Haftung für Erfüllungsgehilfen (§ 278 BGB) aus* Hinsichtlich des Überbaues auf der Stützmauer dagegen hält die Ansicht des Berufungsgerichts einer rechtlichen Nachprü- •' fung nicht standö Las Urteil stellt hier lediglich auf den * zwischen den Parzellen 566/149 and 567/149 nichts zu er-- ' kennen war* sowie darauf* daß dieser Plan den Verhandlungen j der Parteien zu Grunde gelegen habe und dann vom Beklagten > insoweit auch eingehalten worden seio Sollte das Berufungsgericht aus den angeführten Tatsachen - was aus seinen Darlegungen nicht deutlich hervorgeht ~ den Schluß gezogen haben,: dem Beklagten sei nicht bekannt gewesen, daß er über die . j Grenze baue* so hätte es sich damit in Widerspruch gesetzt \ mit dem Geständnis des Beklagten in der Verhandlung vor dem Landgericht vom 15= Pebruar 1954 ("Als ich mein Gebäude auf der Stützmauer errichtete* wußte ich* daß ich über die Grenze baute"); es läge daher ein Verstoß gegen die §§ 288* 532, 286 ZPO vor, Palls aber die Ausführungen des angefochtenen Urteils lediglich besagen sollen, daß der Beklagte - wie er auch in jener Verhandlung anschließend an sein Geständnis erklärt hat - sich zu dem Überbau für berechtigt gehalten habe, so hätte es in diesem Zusammenhang einer Auseinandersetzung mit der Aussage der Zeugin Anna be- durft, wonach der Beklagte ihr auf ihren Vorhalt (sie habe"d(h Eindruck, -daß er überbaue”) erwidert hat, er "kenne den Grenzverlauf und baue nicht, zu weit"* Biese Äußerung spricht gegen eine Gutgläubigkeit des Beklagten5 denn wenn er sich wirklich auf Grund vertraglicher Vereinbarung mit den Klägern für überbauberechtigt hielt, hätte es für ihn nahe gelegen, sich deren Mutter gegenüber auf diese Vereinbarung zu berufen, anstatt ihr der Wahrheit zuwider zu sagen, die Grenze werde nicht überschrittene Ber Einwand des Beklagten, daß jemand, der nicht überbauen will, sehr wohl der Meinung sein könne, zu dem Überbau berechtigt zu sein, da nicht jede Berechtigung voll ausgenützt werden müsse ('S 4 der Revisionsbeantwortung), liegt neben der Sache 5 .der Beklagte wollte überbauen und hat diese Absicht, entgegen seiner Zusicherung, auch tatsächlich ausgeführt 1 Bas Berufungsgericht hat somit bei der Peststellung, daß der Beklagte sieh in einem entschuldbaren: Irrtum befunden habe, wesentliche Teile des Parteivorbringens und Beweisergebnisses unberücksichtigt gelassen und damit den § 286 ZPO verletzte Zu der Präge, ob die Kläger der Grenzüberschreitung widersprochen hätten, führt das Berufungsgericht aus? Ber Widerspruch ihrer Mutter, die sie insoweit als ihre Vertreterin angesehen wissen wollten, sei bei Errichtung von Bachmauer und Stützmauer, zwei selbständigen Anlagen, erfolgt und habe sieh mithin nicht auf das erst später zu errichtende Gebäude bezogen. den, dann erleiden die darüber befindlichen Gebäudeteile 1 zwangsläufig das gleiche Schicksale Bevor der Berufungsrich- I ter aber die Kläger mit der Behauptung, daß ihre Mutter den J Widerspruch nicht nur im eigenen Namen, sondern zugleich als 1 Vertreterin ihrer Kinder erklärt habe, als beweisfällig anse-l hen durfte, hätte er sich mit der Vorschrift des § 164- Abs l I Zweitkläger außerhalb wohntee Darüber hinaus hatten die Kläger im Schriftsatz vom 4b Mai 1954 ausdrücklich ihre Mutter als Zeugin dafür benannt,, daß sie "in Vertretung ihrer Kinder" Widerspruch erhoben habe (§ 286 ZPO)« Den Beweisantritt haben sie allerdings? auf dem die Mauer steht, und die Mauer selbst bleiben Eigentum der Geschwister SflHV'; diese Worte hat der Zweitkläger mit Bleistift gestrichen und daneben vermerkts "ist selbstverständlich"Q Darin könnte, falls das Schriftstück wirklich, wie die Kläger im ersten Rechtszug behauptet haben (Schriftsatz vom 24c Juni 19545 Bas Berufungsgericht wird endlich, falls die weitere Aufklärung und Erörterung;des Streitstoffes erneut zu einer Verneinung des Beseitigungsanspruchs führt, nochmals die verfahrensrechtliche Zulässigkeit des Hilfsantrages prüfen müssen- mit dem die Kläger eine Überbaurente nach § 912 Abs 2 BGB verlangen^ Sie haben den Antrag erstmals in der Berufungsinstanz gestellt. Die hierfür in erster Linie gegebene Begründung, daß die Berufung bezüglich aller übrigen Anträge entscheidungsreif sei und durch die Zulassung des Hilfsantrages eine ungebührliche Verzögerung eintreten würde, greift indessen nicht durch, da in Wirklichkeit noch keine Entscheidungsreife vorliegt, der Rechtsstreit vielmehr, wie die vorstehenden Erörterungen ergeben haben, noch weiterer Aufklärung in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht bedarfEs braucht deshalb nicht auf die Rüge der Revision eingegangen zu werden,- die Sachdienlichkeit der Klageänderung sei von den Vorinstanzen bereits dadurch bejaht worden, daß sie die Gewährung einer Überbaurente ausdrücklich zu dem Inhalt gerichtlicher Vergleichsvorschläge gemacht hätten (Bl 67 f ,. 205 GA)■* Das Berufungsgericht hat allerdings seine Ansicht, wonach die Klageänderung nicht sachdienlich sei, außerdem noch damit begründet, daß die Kläger auf die Anregung des Landgerichts, den Hilfsantrag zu stel- 1o Hinsichtlich der Fenster hat das Berufungsgericht in Übereinstimmung mit dem Landgericht angenommen, daß ihre Beseitigung weder auf Grund vertraglicher Vereinbarung verlangt werden könne, noch auf Grund nachbarrechtlicher Vorschriften* Eie Abmachung im Schriftwechsel der Parteien, wonach ’’die Wand” mit keiner Öffnung versehen werden durfte, habe sich nur auf das neu zu errichtende Gebäude ( oberhalb der Bach- und Stützmauer) bezogen, nicht dagegen auf den bereits vorhandenen Gebäudeteil, in welchem da.s Badezimmer eingebaut wurde,, Bas gehe auch daraus hervor, daß die Bauzeichnung vom März 1947, auf der die beiden Fenster eingezeichnet waren, den Klägern Vorgelegen habec Biese hätten außerdem im Rohbau die Fensteröffnungen gesehen* Sie seien also mit dem Vorhandensein der Fenster in dem Im von der Grenze entfernten Badezimmer einverstanden gewesen* Bas für den vorliegenden Fall maßgebende Fensterrecht des preußischen A.llgemeinen Landrechts (Teil I Titel 8 §§ 137 und 138) enthalte keine Beschränkungen für Baulichkeiten, die nicht unmittelbar auf der Eigentumsgrenze stehen* Mit ihrer Behauptung, aus dem Vorhandensein der Öffnungen im Rohbau hätte noch nicht geschlossen werden können, daß dort später Fenster eingebaut werden würden, begibt die Revision sich auf das ihr verschlossene Gebietder /tatrichterlichen Würdigung» Das gleiche gilt von ihrem Hinweis auf die beiden Schreiben der Kläger vom 19<> April und 2* Juni 1951, mit denen sich im übrigen das Berufungsgericht auch aus dem Grunde nicht mehr besonders auseinanderzusetzen brauchte-, weil der-damalige Briefwechsel, längere Zeit nach den hier fraglichen Vorgängen stattfand * Daß der “notwendige Bauabstand” 3 m Es handle sich insbesondere nicht um eine das Nachbargrundstück beeinträchtigende Anlage im Sinne von § 907 BGBDie Wand sei auch nicht als Teil eines im Entstehen befindlichen Gebäudes anzusehen5 der Beklagte bestreite die Absicht, sie durch Überdachung zu einem Gebäude zu vervollständigen, und es müsse den Klägern überlassen bleiben, sich gegebenenfalls gegen spätere unzulässige Maßnahmen des Beklagten zur Wehr zu setzen. Was die Revision hiergegen ins Feld führt, ist nicht stichhaltig, Ihre Behauptung, die Glaswand stelle "praktisch" ein Fenster dar, setzt sich in Widerspruch mit den tatsächlichen Feststellungen des Berufungsrichters5 danach erhält der Beklagte durch die 7 mm starke, aus Milchglas bestehende und daher undurchsichtige Wand keineswegs mehr Licht und Luft, als ihm ohnehin zustande er erleidet durch sie im Gegenteil eine Beschränkung seiner Siehtverhältnisse, Deshalb hat er auch die Beseitigung einer von den Klägern gegenüber der Glaswand errichteten Blechwand nicht etwa, wie die Revision anzunehmen scheint, aus dem Grunde gewünscht, weil ihm die Aussicht versperrt werde.; daß die Blechwand errichtet worden sei, "um dem Beklagten das Licht wegzunehmen”, wird dort nur beiläufig erwähnt)e Die Glaswand ist auch nicht "an die Stelle” eines Drahtzaunes getreten, den der Beklagte laut Vereinbarung auf der Stütz mauer anzubringen hatten vielmehr hat er zunächst verein- barungsgemäß den Drahtzaun erstellt und später, nachdem dieser aus nicht geklärten Gründen entfernt worden war, parallel zur Mauer, also an anderer Stelle, die Glaswand^ :| Daß die an der Glaswand befindlichen Halterungen, wie die j Revision jetzt geltend macht, "für eine Überdachung” be- I stimmt seien, hatten die Kläger auf Seite 5 ihres Schrift- I; satzes vom 22, Februar 1954 nicht behauptet; der dortige Vortrag und Beweisantritt ging vielmehr lediglich dahin, die Halterungen standen:; "teilweise auf dem Grundstück der ' Kläger”, Daß die Glaswand kein Teil eines im Entstehen begrif; fenen Gebäudes ist, hat das Berufungsgericht ohne Rechtsirr-; v tum angenommeni Noch viel weniger aber kann sie, was die Revision nunmehr zur Nachprüfung stellt, gar als Gebäude selbst, und zwar im Sinne der §§ 139? Nach allem mußte die Revision Erfolg haben, soweit es sich um die Beseitigung der vom Beklagten unter Benutzung der Bach- und der Stützmauer auf dem Grund und Boden der Kläger errichteten Gebäudeteile oder um die Gewährung einer Überbaurente hierfür handelte In diesem Umfang war deshalb das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache an das Berufungsgericht zurückzuverweisen, dem insoweit auch die Entscheidung über die Kosten der Berufungsinstanz zu übertragen war0 Im übrigen, doh, hinsichtlich der Bade-