BGH · V ZR 82/88 vom 20.10.1988
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Die Anträge der Klägerin auf Bewilligung von Prozeßkostenhilfe und auf Wiedereinsetzung gegen die Versäumung der Revisionsfrist werden abgelehnt. April 1988 Revision einlegen lassen und zugleich Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung der Revisionsfrist beantragt. August 1987 durch ihre jetzigen Prozeßbevollmächtigten um Bewilligung von Prozeßkostenhilfe für die beabsichtigte Revision nachgesucht. Im Falle der Ablehnung des Gesuchs um Bewilligung von Prozeßkostenhilfe ist eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (§ 233 ZPO) nur gerechtfertigt, wenn die Partei oder ihr Vertreter (§ 85 Abs. 2 ZPO) vernünftigerweise nicht mit der Ablehnung des Gesuchs wegen Verneinung der Armut rechnen mußte (BGH Beschl. 1. Richtig weist die Klägerin zwar darauf hin, daß eine Partei vernünftigerweise mit der Verneinung ihres Unvermögens zur Bestreitung der Prozeßkosten nicht rechnen muß, wenn ihr in einem früheren Rechtszug aufgrund derselben Angaben über die Vermögensverhältnisse Prozeßkostenhilfe bewilligt worden war (BGH Beschl. Der Klägerin war zwar im Berufungsrechtszug Prozeßkostenhilfe bewilligt worden, aber nicht aufgrund im wesentlichen gleicher Angaben, wie sie im Revisionsrechtszug zu den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen gemacht waren. In der Anlage zu dem zweitinstanzlichen Prozeß-kostenhilfegesuch ist in der Rubrik "Einnahmen" sowohl für die Klägerin als auch ihren Ehemann angegeben: "Verlust (s. August 1987 ist für den Ehemann ausgefüllt: "8.000 DM aus nichtselbständiger Arbeit"; die weiteren Fragen zu Einnahmen des Ehemannes sind nicht beantwortet. In diesen Anlagen ist für das von der Klägerin geführte Heim in Überkingen ein Bruttoüberschuß von 271.740,51 DM für 1986 und von 154.465,63 DM für die Zeit vom 1. Die Klägerin konnte auch aufgrund der nunmehr vor dem Senat gemachten, geänderten, Angaben vernünftigerweise nicht mit der Bewilligung von Prozeßkostenhilfe rechnen: dies schon deshalb nicht, weil dem Gesuch weder eine geordnete Zusammenstellung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse beigefügt noch die sonstigen Fragen zu den Einnahmen in der Erklärung über die wirtschaftlichen Verhältnisse auch nur annähernd vollständig beantwortet waren. Aus Angaben im Verfahren vor dem Oberlandesgericht läßt sich jedoch schließen, daß die Klägerin und ihr Ehemann über zahlreiche Eigentumswohnungen und Grundstücke sowie über nicht unbeachtliche Vermögenswerte sonstiger Art verfügen.