BGH · V ZR 79/65 vom 05.03.1965
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Der Vo Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 7» Juni 1968 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Br. Augustin und der Bundesrichter Br. Mattem, Hill, Offterdinger und Br. Grell für Hecht erkannt: AG (GEHAG) gekaufte Bie Klägerin stützt den Klaganspruch auf die im Jahre 1951 und 1954 geschlossenen Eheverträge mit dem Erblasser und verschiedene Briefe des Erblasserso Im Vertrag von 1951 vereinbarten die damaligen Ehegatten den Güterstand der Gütertrennung und erklärten, darüber einig zu sein, daß das hier streitige Grundstück im Eigentum der Klägerin steheo Im Ver- trag vom Jahre 1954 erklärten sie, für das der Klägerin gehörende und von ihr zu erwerbende Vermögen sei die Verwaltung und Nutznießung des Erblassers ausgeschlossen, sie seien sich einig, daß u.a. das vorstehend bezeichnetc Grundstück mit Kleinhaus, bestehend aus 1 1/2 Zimmern nebst Küche, der Klägerin gehöre» Dieses Grundstück sei von ihr aus ihren Mitteln käuflich erworben worden; die Auflassung an sie und ihre Eintragung im Grundbuch als Eigentümerin stünden noch aus» Das Grundstück wurde von der GEHAG im Jahr 1956 an den Erblasser auf ge las sen und er wurde 1957 als Eigentümer eingetragen. Io Das Berufungsgericht hält den Ehevertrag von 1951 durch denjenigen des Jahres 1954 für überholt, würdigt im übrigen den Inhalt beider Verträge gleich, nämlich dahin, daß aus ihnen kein Anspruch der Klägerin auf Verschaffung des Eigentums an dem streitigen Grundstück gegen den Erblasser und daher auch nicht gegen die Beklagte als seine Rechtsnachfolgerin abgeleitet werden könne 0 Das Berufungsgericht geht von dem Wortlaut des Vertrages vom Jahr 1954 aus, der eindeutig zwei Feststellungen enthalte, nämlich das Grundstück gehöre der Ehefrau (Klägerin) und sie habe es käuflich erworbene Beide Feststellungen seien unrichtig gewesen, ms sich schon aus den weiteren Erklärungen (Auflassung an die Klägerin und ihre Eintragung stünden noch aus) selbst ergebe. Diese weiteren Erklärungen und die Eindeutigkeit der genannten beiden von den Vertragsparteien getroffenen Feststellungen schlössen die Auslegung des Vertrags dahin, der Erblasser habe sich selbst zur Übereignung an die Klägerin verpflichtet, aus. Die Revision greift das Urteil in zweierlei Richtungen an: Sie meint, das Testament vom 15» Januar 1963 sei wegen der ehebrecherischen Beziehungen des Erblassers zur Beklagten wegen Unsittlichkeit (§ 138 BGB) nichtig* zu dem andern meint die Revision, das Berufungsgericht habe übersehen, daß der Erblasser das Grundstück im Ehevertrag an die Klägerin ihn bindend (§ 873 Abs. 2 BGB) auf-gelassen, ihr mindestens die Anwartschaft auf das Eigentum übertragen habe. 1. Wäre das die Beklagte als Alleinerbin einsetzende Testament nichtig, so wäre zwar die Beklagte nicht Eigentümerin, das Grundbuch vielmehr durch ihre Eintragung unrichtig geworden» Diese Rechtslage rechtfertigte zwar einen Berichtigungsanspruch gegen die Beklagte; dieser könnte jedoch nur vom wahren Eigentümer, mangels einer wirksamen letztwilligen Verfügung nur von berechtigter) aufgelassen. 2. Ras Berufungsgericht hat keine der von der Revision in Betracht gezogenen Auslegungsmöglichkeiten übersehen; es hat vielmehr alle diese Auslegungsmöglichkeiten ausdrücklich geprüft und im Rahmen der ihm obliegenden tatrichterlichen Würdigung unter Berücksichtigung des gesamten Sachvortrags ohne Verstoß gegen Auslegungsgrundstitze verneint« Ras ObexfLandesgericht hat insbesondere die Auslegungsmöglichkeit gesehen, daß der Erblasser das Grundstück als IJichtberechtigtor im Vertrag vom Jahre 1954 an die Klägerin hätte auflassen können« Es hat jedoch auch diese Möglichkeit rechtlich bedenkenfrei verneint, offensichtlich in Rücksicht darauf, daß im Vertragstext zu dem Ausdruck gebracht ist, daß die Auflassung an_ die_ Klägerin noch aus steht.