BGH · V ZR 73/51
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
1, Die Revision des Klägers gegen des Urteil des Io Zivilsenats des Oberlandesgerichts in Köln vom 26* April 1951 wird:zurückgewiesen,' insoweit der d Antrag des Klagers auf Feststellung, daß der Beklagte nicht Bieter des Ladenlokals im ersten Stock des Hauses sei, durch das vorbenannte Urteil abgewiesen ist 0 in Mel durch Mietvertrag vom 15° April 1939 mehrere Bäume (je ein Ladenlokal im Erdgeschoß und im ersten Stock, ferner zwei oder drei weitere Häume im Erdgeschoß und zwei Mansarden ia vierten Stock) gemietet, und zwar auf unbestimmte Zeit mit der Maßgabe, daß das Mietverhältnis bis zu dem 14» April 1949 unkündbar sein sollte« In diesen iiäumen betrieb der Kläger eine sogenannte EisdieleIm Jahre 1943 verließ der Kläger Deutschland , um-die Leiche seines Sohnes nach Italien zu überführen;.er gibt an, daß er damals die Absicht hatte? und Deutschland verlassene Gegen Ende das Jahres 1944 sei das erwähnte Haus - in welchem Umfange ist streitig - durch Kriegsereignisse stark 'zerstört worden« Durch ein Schreiben des Beklagten der schon im Laufe des Jahres nach Deutschland zurückgekehrt sei, habe er erfahren, daß der Beklagte mit den Eigentümern des Hauses Mflpp in BflV einen Miet- und V/iederaufbauvertrag betreffend das genannte Haus abgeschlossen habe» Er habe durch ein Schreiben vom 23» Januar 1947: die Polizeidirektion, den Oberbürgermeister und den britischen Kommandanten in B^j) gebeten, ihm bei 'Wiedererlangung . diesen Betrag als Mietvorauszahlung den Hauseigentümern zu übergebeno Daß er sich von Italien aus nicht schon früher brieflich an die Hauseigentümer gewandt habe? ' eingetreten seien/ Unter diesen Umständen könne nicht angenommen werden, daß er,,als der Beklagte auf Grund des von ihm am 14/ Januar 1947 abgeschlossenen Miet- und '• Wiederaufbauvertrages sich in den Besitz der im Erdgeschoß des Hauses ® in gelegenen Bäume ge- träges dadurch bestimmt, daß er wider besseres Wissen erklärt habe« der Kläger wolle nicht nach Deutschland: zu~ rückkehren*; 'Übrigens seien seine Hechte als /etor, der streitigen Bäume durch Art I Ziff i f des HilBegG 52 gesperrt gewesen, daher sei jedes Rechtsgeschäft, durch weiches über1 dieses gesperrte Beeilt verfugt worden sei, doli«, insbesondere - der vom Beklagten abgeschlossene' Miet- und Wiederaufbauvertrag, gemäß Art II des IJilHegG 52 nichtig gewesen; wegen der Vorschriften:des KilkegG 52 könne der Beklagte sich auch nicht auf § i der Verordnung vom 28» September 1945 (Kriegswohnschädenvcrordnung - BGBl I S 546 ff -) berufen, Der Beklagte beantragte, die Klage abzuweisen0 Er hat ausgefahrt, daß das Haus «» m in D^B, und zwar einschließlich, des Erdgeschosses vollkommen zerstört und unbenutzbar gewesen sei; schon hierdurch habe der Besitz des Klägers an den streitigen Räumen ein'Ende gefundene Im übrigen habe der Kläger durch sein Verhalten zu erkennen gegeben, daß er auf die tatsächliche Gewalt-an den Räumen verzichten wollte» Es könne keinem Vermieter zugemutet werden, mit der Vermietung und dem Wiederaufbau eines zerstörten Hauses zuzuwarten, wenn der ohne Bestellung eines.inländischen Bevollmächtigten aus Deutschland abgereiste Mieter Jahre hindurch nichts von sich hören lasse..9 laß -"er. zu dem Abschluß eines Miet- und Micderaufbauvgrtrages vom 14» Januar 1947 und.damit zu dem Vertragsbruch gegenüber dem Kläger verleitet habe, treffe nicht zu» Es"sei unwahr, daß der Kläger ihm seine Absicht, nach seiner Rückkehr nach Deutschland seine Eisdiele im Hause wieder in Gang zu bringenim Jahre 1946 kundgetan habe* Er habe sich in B^ zunächst nach anderen für ihn passenden Miet-gelegenheiten umgesehen und den Mi et- und 17ie der auf Bauvertrag betreffend das Erdgeschoß des Hauses dfli B erst abgeschlossen, als ihm diese Mietgelegenheit, nachdem aus den anderen Mietgelegenheiten nichts geworden 'sei durch einen Makler angeboten worden sei» Es sei ferner unwahr, daß er die Eigentümer des Hauses B in zu dem Ab- schluß des Miet- und Wiederaufbauvertrages durch die Erklärung bestimmt habe, daß.der Kläger nicht mehr nach Deutschland zurückkehren wolle'die Hauseigentümer hätten den Miet- und Wiederaufbauvertrag mit ihm abgeschlossen, weil sie geglaubt hätten, das Mietverhältnis mit dem Kläger sei gemäß § 1 der Verordnung vom 28» September 194^' an 14° Januar 1947 längst erloschen gewesen» Im übrigen sei die Kla- ob und wann das kietverhältnis zwischen dem Kläger beendet worden sei« Da der'Anspruch des Klägers auf Kiedereinräumung seines gemäß § 856 Abs 1 BGB beendeten Besitzes nur schuldreclit-Mclier Natur gewesen sei? daß der Beklagte sich nicht in einen unbeschädigten Betrieb hineingesetzt« sondern die Instandsetzung der Bäume in Erdgeschoß und deren Ausstattung mit Betriebszubehör aus eigenen Kitteln be-stritten habe; sei sein Verhalten nicht sitter- . Zur Begründung dieses Urteils führte das Oberlandesgericht aus 5 der Auffassung des Landgerichts, daß der Kläger die tatsächliche Gewalt über die gemieteten Raume in dem Zeitpunkt aufgegeben gehabt habe, als der Beklagte den klagte,indem er sich auf Grund seines Mietvertrages in den Besitz der von ihm wieder hergestellten Bäume im Erdgeschoß gesetzt habenden (angeblichen) Besitz des Klägers nicht verletzt; daher könne die Klage auch weder auf § 812 noch auf § 823 BGB gestützt werden0 . Io. Bas angefochtene Urteil stellt fest, der Kläger habe die tatsächliche Gewalt über die Bäume im Erdgeschoß des ;Häüses llMM auf gegeben, und stützt sich dabei einerseits auf die Tatsachen, daß Bor von Kläger schon in Jahre 1943 und der von ihm mit der Fortführung seines Betriebes beauftragte Bilde Dezember 1944 Bonn verlassen hätten, und daß der.Klag*r sich erstmalig durch seinen Brief vom 1 So Harz 1947 - der übrigens keine bestimmte Nachricht über den Zeitpunkt seiner Bückkehr nach ent hielt - wieder bei den verinietern gemeldet habe» Aber diese Tatsachen tragen die von Berufungsgericht getroffenen LIarz *1947)' ein Zeitraum von wenig mehr als zwei Jahren lagu Es wird auch noch darauf ankommen, von wann ab der Brief- oder; Postkartenverkehr zwischen Italien und Deutschland wieder begonnen hattet wenn der Kläger nicht alsbald nach Beginn dieses Verkehrs sich bei seinen Vermietern gemeldet haben sollte, so würde daraus allerdings geschlossen'werden können, daß er sich der tatsächlichen Gewalt über die -nieträume entäußern wollted v7er Handlungen oder Unterlassungen begeht, welche im Verkehr als Aufgabe der tatsächlichen Gewalt über eine Sache gedeutet werden können, kann sich nicht darauf berufen, daß er bei seinen Handlungen oder' Unterlassungen sich des Besitzes nicht habe entäußern wollen? Hinsichtlich der (ehemaligen)-mieträume des Klagers im vierten und im ersten Stock ist unstreitig, daß diese Päurae infolge Kriegssachschadens ganz zerstört worden sind; der Besitz des Klägers an diesen Baumen, welche - wie unstreitig ist - nicht wiederhergestellt worden sind, war schon, mit dem Augenblick beendet, in welchen der Kläger die tatsächliche Gewalt über diese Bäume durch deren-Zerstörung verloren hat«■ Seinen Anspruch auf die im vierten Stock be- findliehen Bäume hat der Kläger auch schon fallen lassen« Der noch aufrecht erhaltene Antrag des Klägers auf Feststellung, daß der Beklagte nicht Bieter des Ladenlokals im zweiten Stock sei, ist gegenstandslos, weil das Ladenlokal vollständig zerstört und nicht wiederhergestellt worden ist«. prüfen haben lob auch diese Raüriie in solchem Maße zerstört worden waren« daß der Kläger durch die Zerstörung nicht hur die tatsächliche Gewalt über die Räume (und damit deren Besitz) verloren hatte« sondern daß auch sein diese Räume betreffendes Llietverhältnis gemäß § 1 der Verordnung vom 28* September 1943 erloschen ist; dabei sei bemerkt9 daß Art IIÜ des HilRegG 52 dem nicht entgegehstand?gweir das Erlöschen des hietverhältnisses auf Grund der genannten Verordnung sich kraft einer gesetzlichen Bestimmung vollzog; auch wenn ein gemäß Art I Abs 1 des KiinegG der Sperre unterworfener Nießbrauch mit dem Tode des..Nießbrauchers gemäß § 1061 Satz 1 3GB erloschen würde ° Auch aus § 1 Abs 3 der Verordnung von 28* September 1943 (Bevorzugung des früheren Mieters bei erstmaliger Vermietung der wiederhergestellten oder als Ersatz geschaffenen neuen Räume)würde nichts herzuleiten seine, weil I i Abs 3 der genannten Verordnung durch § 13 der Durchführungsverordnung zu dem Rohnungsgesctz vom 170 Januar 1947 (CvüVBl ITRh\7f 1947 S 102) aufgehoben worden war, bevor die streitigen Räume im Erdgeschoß wiederhergestellt oder erneuert worden wareno Aus diesen:- Gründen v/ar .die Revision - des Klägers betreffend das ehemalige Badenlokal im ersten Geschoß des Hauses flP in zurückzuweisen?