BGH · V ZR 54/51
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
so kommt eine Bewirkung der dem Verkäufer obliegenden Leistung (Verschaffung des Eigentums) erst dann in frage,, wenn die behördliche Genehmigung erteilt und der Vertrag damit wirksam; geworden isto Lag diese Voraussetzung vor dem ' 21c Juni 1948 nicht vor, so war die Leistung des Verkäufers im Sinne des § 18 Abs 1 Satz 2 UmstG am Währungsstichtag noch nicht bewirkte Unerheblich ist es dagegen., ob die Unbedenklichkeitsbescheinigung der Grunderwerbsteuerbehörde-f: an diesem Zeitpunkt Vorgelegen hat» es genügt, wenn der Verkäufer den nach dem Vertrag ihm zur Last fallenden Teil der Grunderwerbsteuer vor dem Währungsstichtag' entrichtet hat0 Vereinbaren die Parteien) eine auf Zahlung in Reichsmark gerichtete Forderung für den Fall einer Währungsreform einer etwaigen Abwertung zu ziehen oder sie nach billigem Ermessen neu geln. Daß zwingende Bestimmungen der Gesetze zur Beuordnung des deutschen t Geldwesens diese Erwartung vereiteln,, macht - die ; Verfügung -nicht zu einer unentge 11lichen0 ;’v-■ Auf Revision und Anschlussrevision wird das Urteil des 5° Zivilsenats des Oberlandesgerichts München vom 25 = ' Januar 1951, den Parteien anstelle der Verkündung zugestellt je verstorbene Carl war Eigentümer des Anwesens HlBBBÄstraße 52 in München; er betrieb dort: ein Kaffee mit Gastwirtschaft„ Hach seinem Tode wurde seine' Ehefrau Elisabeth befreite Vorerbin, Hacherben wurden die beiderseitigen Kinder,' darunter der Beklagteein Sohn des Ehemanns und Stiefsohn der Vorerbin,,. Anschliessende Verhandlungen über einen Pachtvertrag führten nicht, zu 'einem Abschluß:; das Kaffee wurde am 28o3o 1946 ■ wieder eröffnet und von Frau unter Mitarbeit des Beklagten geführt, hhne dass dessen Stellung im Geschäft geklärt worden■'wäreM In einem Schreiben vom 25» Mai 1946 widerrief --Frau dem Beklagten gegenüber die Vereinbarung vom 1« Januar 1946, da sie auf Irrtum, wenn nicht sogar auf Täuschung beruheo Der Beklagte blieb jedoch weiterhin im Geschäft tätige Am Jh März 1947 erhob Brau gegen; den Beklagten Klage mit dem Antrag, die Dichtigkeit der Vereinbarung vom 1„ Januar 1946 festzustellen, und dem Beklagten das Betreten des Kaffees und jede Tätigkeit darin zu verbieten! In dem diesbezüglichen Verfahren schlossen die Parteien am 26o April 1947 einen Vergleich dahin, dass der Beklagte bis zur rechtskräftigen Erie digung der Hauptsache seine bisherige Stellung behalten und Einstellung und Einweisung des Personals im beiderseitigen Einverständnis erfolgen solle«, Der Rechtsstreit in der Hauptsache wird seit Frühjahr 1948 nicht mehr betriebene Durch notariellen Vertrag vom 19» Januar 1948 verkaufte die damals 70jährige Frau das.77 würde auf 116 000 RM festgesetzt; davon würden 18 839*27 RM als Bar empfang quittiert, 3.8 :9 58 „77 RM wurden durch Übernahme von Hypotheken, 10 701*96 RM durch übernähme eines Hauszinssteuerdarlehens belegt0 Weiter übernahmen die Kläger die Verpflichtung, die Verkäuferin für den Rest ihres Lebens zu pflegen und zu be-' dienen und ihre Wohnräume zu beheizen und zu beleuchten; der Jahreswert dieser Leistungen wurde mit 1 000 RM angegeben, der Kapitalwert' än. -ihrem Tode erhielt der Beklagte von dem Verkauf des Grundstücks an die Kläger Kenntnis« Die Erbengemeinschaft wurde am 2» Juli .1948 als.Eigentümer: im Grundbuch - ein- // getragen. machen könne« ist rechtlich bedenkenfrei *-Der Anspruch auf die noch nicht bezahlten 3 Raten mit insgesamt ^0 000 EM ist fällig“ er beruht auf- demselben rechtlichen Verhältnis wie die Verpflichtung des -Beklagten« deren Erfüllung mit der Klage von ihm verlangt wird (;§ 273 BOB) A Zutreffend ist auch die Annahme -des; Berufungsgerichts«, der Beklagte könne wegen der der Efbengemeins chäf t zusteh enden Forderung ein -Zurück--, behaltungsrecht geltend machen; die Forderung auf den Restkaufpreis ist ein zu dem Uachlass gehörender Anspruch, der von jedem Miterben geltend gemacht werden kann, indem er Leistung an alle LIiterben begehrt (§ 2039 Satz 7 1 ::BCrB)o In dieser Form kann äucli- ernl-Z urück^ geltend gemacht werden' (RG- Recht 19-17 Nr 1021 )0 Die Revision hat insoweit keine Einwendung erhobene. Berufungsgericht den § 18 Abs 1 Satz- 2 UrnstG an„ Es folgt damit der sogenannten ''Erfüllungstheorie", nach der die dem Verkäufer obliegende Gegenleistung erst durch die Eintragung des Eigentumsübergangs im Grundbuch "bewirkt" ist 5 die sogen* "Aufwendungstheorie" wonach es genügt, daß der Schuldner im Zeitpunkt der Währungsreform alles zur Bewirkung der Leistung Erforderliche getan hat, lehnt das Berufungsgericht ab0 Es hält daher für unerheblich, daß die Verkäuferin im Zeitpunkt der Währungsreform bereits die Auflassung erklärt und den Antrag auf Umschreibung des Eigentums in der notariellen Urkunde vom 19» Januar 1948 gestellt habe 5 da die Umschreibung im Grundbuch erst am 16* August 1948p also nach dem Währungsstichtag, erfolgt sei«, sei die Leistung der Verkäuferin am Währungsstichtag noch nicht bewirkt gewesen* Laß der Restkaufpreis gestundet gewesen sei« stehe der Umstellung nach § 18 Abs 1 Satz 2 UrnstG nicht entgegen* Liese Rechtsauffassung bekämpft die Revision mit Erfolge Mit Urteil vom 26* Juni 1951 hat der erkennende Senat ausgesprochen« daß die Umstellung der Res'tf orderung aus einem Grund stückskauf nicht von dein mehr oder minder zufälligen Zeitpunkt abhängig gemacht werden dürfe,, an dem das Grundbuchamt den Übergang des Eigentums im Grundbuch eintrage, daß es, vielmehr nur darauf ankommef ob der Verkäufer am Währungsstichtag bereits alles getan habe, was erforderlich sei, um den Eigentumsübergang' an den Grundstückskäufer herbeizuführen (BGEZ 2* 369 = UW 51, 760 mit Anm von Uhlemayr UW 51 , 962)* Im vorliegenden Pall ist bereits bei Abschluss des Kaufvertrages in Ziff VI derselben notariellen Urkunde die Auflassung erklärt und von beiden Vertragsparteien die Eintragung der Reehtsänderung- im Grundbuch• "bewilligt - und beantragt wordene Dies allein genügt jedoch nicht« Entscheidend ist,. Im vorliegenden Falle handelt es sich vor allem um die vom Stadtrat als Kreisverwaltungsbehörde zu erteilende Genehmigung nach § 4 Abs 1 des Gesetzes über die AufSchliessung von Wöhnsiedlungsgebieten vom 22, September 1933 (RGBl I« 659)k Sie ist nicht nur für das dingliche Geschäft,-. alles zu tun, um den zwischen ihnen geschlossenen Vertrag vollwirksam zu machen* dazu gehört auch die Mitwirkung bei der Herbeiführung der notwendigen Genehmigungen (RGZ 115, 38:; 119, 334; 129, 357 £5167) c Ob dieser gegenseitigen Treupflicht eine Verpflichtung des Verkäufers entnommen werden könnte, die Genehmigung der ¥erwa 11ungsb'e- • hö3*de nach dem Wohnsiedlungsgesetz zu erwirken,- obwohl die aus § 433 BGB sich ergebende Verpflichtung.des Verkäufers zur Verschaffung des Eigentums -erst mit-Erteilung' der Genehmigung entsteht5 kann dahingestellt bleiben« Denn hier handelt es sich nur darum., ob die Voraussetzungen des § 18 Abs 1 Satz 2 UmstG gegeben-sind; d„h,> ob der Verkäufer im Zeitpunkt:der Währungsreform die ihm 'obliegende Gegenleistung bewirkt hatte« Von einer dem Verkäufer obliegenden Leistung kann aber nicht gesprochen werden, solange der Vertrag noch schwebend unwirksam ist solange die Entscheidung über die Genehmigung noch aus-steht, können etwaige Leistungen des Verkäufers,so auch die Erklärung der Auflassung, nur als eine' Vorbereituiig der ihm obliegenden Verschaffung des EigentumsV nur als ein Erfüllungsversuch, aber noch nicht als Erfüllung vertraglicher Verpflichtungen angesehen'werden (ebenso Uhl eiiiäyr aaO) i ■ ■ Die Erteilung einer besonderen Unbedenklichkeitsbescheinigung der Preisbehörde kommt im vorliegenden Fall nicht in Betracht, da die Genehmigung nach.dem Vohnsiedlungsgesetz als preisrechtliche Unbedenklichkeitsbescheinigung gilt (§ 1 Abs 2 der VO über die Preisüberwachung und die Rechtsfolgen von Preisver-• stössen im Grundstücksverkehr vom 7« Juli 1942, RGBl -I, 451? Käufer obliegt, ihre Voraussetzung herbeizuführen,, d,h, die Grunderwerbssteuer zu bezahlen (so auch Ühlemayr-aaO)o'Anders liegt der Pall,, wenn nicht der Käufer,4 sondern -der Verkäufer die.Grunderwerbssteuer tragen soll, oder wenn beide Teile,diese Steuer je zur Hälfte übernehmen wie im vorliegenden Pall (RGZ 118, 100 /T02, 1047)« Liegt eine solche Vereinbarung vor, so kann von dem Verkäufer nicht mehr verlangt werden,, als dass er seinen Anteil an der Steuer entrichtet• hat er das vor dem Währungsstichtag getan, so hat er die ihm obliegenden Leistungen insoweit rechtzeitig erbrachte. Diese Zurückv erweis ting ist auch noch aus einem anderen Grunde notwendige Zu den Pflichten des Verkäufers eines Grundstücks gehört neben der EigentumsVerschaffung die Übergabe (§ 433 Abs 1 Satz 1 BGB), also die Verschaffung des Besitzest Auch diese Voraussetzung muss erfüllt sein* wenn der ■ Grundstücksverkäufer am WahrungsStichtag die ihm obliegenden Leistungen bewirkt haben soll (OLG Neustadt NJW 51, 499)* Der Kaufvertrag vom 19o Januar 1948 enthält in Ziffer VII die Feststellung, die Besitzübergabe zu mittelbarem Besitz gelte hiermit - die Genehmigung des Vertrages nach dem Wohnsiedlungsgesetz vorausgesetzt - als erfolgt5 weiter wird dort bestimmt, dass die Verkäuferin für den ungehinderten Besitz- und Eigentumsübergang hafte* Das Berufungsgericht wird noch aufklären müssen, ob nicht der Kaufvertrag sinngemäss dahin auszulegen ist, dass die Kläger neben dem mittelbaren Besitz an-dem ganzen Anwesen hinsichtlich der Kaffeeräume und des Inventars den unmittelbaren Besitz erhalten sollten, und die Haftungder Verkäuferin sich auch gerade hierauf bezöge Dem würde nicht notwendig entgegenstehen,_ dass nach Ziff III 2 des Kaufvertrages der Verkäuferin der lebenslängliche; Nießbrauch an. dem gesamten Anwesen einschließlich des Kaffeebetriebes und des mitverkauften Inventars und Mobiliars eingeräumt wurde* Einmal war dieser Nießbrauch mit dem am 21» April 1948 eingetretenen Tode der Verkäuferin, also schon vor dem Währungsstichtag; erloschen«, Ausserdem ist es nach Läge der Dinge nicht unwahrscheinlich, daß der dem Nießbraucher zustehende Besitz (.§ 1036 Abs 1) hinsichtlich der Währungsreform müsse hinsichtlich des Restkauf Preises eine neue Bestimmung getroffen werden"o Dieser Darstellung hätten die Kläger nicht wiedersprochen« Daraus ergebe sich der Wille der Parteien, die restlichen 30 000 DU einer etwaigen Abwertung zu entziehen und ,. Revision und Anschlussrevision greifen diese Auslegung an» Es ist ihnen zuzugeben, dass die Auslegung,, zu der das Berufungsgericht gelangt,, nicht zwingend sein mag« Es könnte auch die Auffassung vertreten werden. 316 BGB die Leistung durch die Verkäuferin^ ; aber nach billigem Ermessen bestimmt werden/■ müssen (EGRIC § 316 5 RÜZ 60, ' 175) « Im Ergebnis warde sich diese Auslegung von der von dem Berufungsgericht vertretenen nicht wesentlich unterscheiden« Es kann jedoch dahinstehen, ob die von .dem Berufungsgericht gefundene Auslegung mit Erfolg angegriffen- werden.könnte„ wäre eine solche Vereinbarung gegenüber den zwingenden-Bestimmungen des Umstellungsgesetzes unwirksam,, Das Berufungsgericht hat zutreffend ausgeführt,, -dass als Restkaufpreis ein Bif~ fernmässig bestimmter RM-Betrag fest vereinbart war und dass über die Höhe des von den Klägern geschuldeten Betrages keinerlei Zweifel möglich gewesen wären, wenn die Währungsreform nicht gekommen wäre0; Die Kaufpreisrest forderung war also eine sogenannte :Geldsummenschuld und nicht. 65) o Der vorliegende Dali liegt grundsätzlich nicht anderso Sei es, dass man mit dem Berufungsgericht annimmt, die Parteien hätten beabsichtigt, die Forderung einer Abwertung ganz zu entziehen und sie demzufolge zu nari umzustellen„ sei es., dass man annimmt, die Parteien hätten eine Umstellung in die neue Währung nach billigem Ermessen beabsichtigt ~ in jedem Falle sollte die Forderung bei einer Änderung der Währung sich nach einem Masstab bemessen, der ihre Kaufkraft in etwa erhielt und sie wertbeständig machte0 Eine solche Klausel kann aber nicht anders behandelt werden als eine Wert-0 ' sicherungsklaüsel, bei der dasselbe Ziel dadurch erstrebt wird» dass der Preis bestimmter Sachgüter dem in neuer Währung zu zahlenden Betrag'zugrunde gelegt'wircU Der Senat trägt daher keine Bedenken,die in der Entscheidung des 17o Zivilsenats entwickelten Grundsätze auf den vorliegenden Fall anzuwendenu Die Kläger können sich mithin nicht auf Ziffer 17 des Kaufvertrages berufen, um eine andere als die gesetzliche Umstellung zu erreichen,, urteil auf mündliche Verhandlung ergangen sei, habe da Berufungsgericht sein Urteil .nicht verkündet, sondern stab dessen die Urteilsformel den Parteien zugestellt* Damit sei § 310 Abs 1 ZPO verletzte Diese .Rüge geht fehle Hach den Akten hat das Berufungsgericht nach einer ersten mündlichen Verhandlung den Beschluss verkündet-« die Sache zu dem Sühneversuch an den Einzelrichter zu verweisen. d ie gemach--ten Vergleichsvorschläge abzülehnen* und gaben anschliessend die Erklärung ab5 mit Entscheidunglohne-weitere mündliche Verhandlung einverstanden zu sein* Dieses Verfahren ist nicht zu beanstanden* Die Anschlussrevision hat offenbar die Ausführungen von Stein-Jonas-Scliönke § 310 Anm I 3a mißverstanden* Dort wird gesagt, dass nach einer mündlichen Verhandlung ein. Gerichtsbeschluss verkündet werden müsse und das Gericht davon nicht absehon dürfe, indem es diesen Beschluss anstelle der Verkündung zustelle„ Damit soll aber offenbar nicht ausgeschlossen werden, dass eine Entscheidung nachden 128« 310 Abs 2 ZPO ergeht» wenn früher einmal mündlich verhandelt worden ist (so auch RG JW 1933« 514? Wenn der Zeuge Dr. sich im entgegengesetzten Sinne ausgesprochen habe, so genüge das zu dem Beweis des Gegenteils nicht; Er habe Frau Snie ärztlich behandelt, habe sie auch nicht näher gekannt und. sie nur einige Male in dem Kaffee gesehen« Unter diesen Umständen bestehe kein Anlass zu der von dein Beklagten beantragten Einholung eines fachärztlichen Gutachtens, das im Hinblick auf den inzwischen eingetretenen Tod! der vernommen worden-sei« ;so müsse man zu dem Ergebnis kommen«, dass das Berufungsgericht von der, Erhebung eines fachärztlichen Gutachtens nicht hätte - absehen dürfen«. Die Rüge ist nicht begründeto Grundsätzlich steht es im freien Ermessen des'Gerichts« ob es eine Begutachtung durch Sachverständige anordnen-will (§ 144 Abs,1 r’P0)o Bie Ausübung dieses Ermessens ist der Nachprüfung durch das Revisionsgericht entzogen«, Anders ist es«, wenn das Berufungsgericht die seinem Ermessen gesteck- wohl unter dem Gesichtspunkt der allgemeinen Sitten-widrigkeit (§ 138 Abs 1 BGB) wie - in Verbindung mit Ausführungen über die Ungleichwertigkeit der für das Anwesen von den Klägern versprochenen Gegenleistungen -dem des Wuchers (§ 138 Abs 2)0 Das Berufungsgericht hat diesen Einwand zurückgewiesen0. Es hält eine Ausnützung der geschäftlichen Unerfahrenheit, der Krankheit oder des Alters der Verkäuferin nicht für .erweislich; Frau sei i1T1 Zeitpunkt des ■ Vertragsschlusses geistig noch rege gewesen, sie sei nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme nicht unter dem Einfluss von Alkohol gestanden« sie sei auch eine erfahrene Geschäftsfrau und insbesondere der Gefahren der Währungsreform durchaus bewußt gewesen» ilicht auf die Ausnützung des körperlichen oder geistigen Zustandes der Verkäuferin, sondern auf ihr schlechtes Verhältnis zu dem Beklagten sei der Verkauf des Anwesens zurückzuführen0 Die Anschlussrevision weist darauf hin, daß auch • unter diesem Gesichtspunkt das von ihr vermißte fachärztliche Gutachten erheblich gewesen wäre * Weiter macht sie geltends es wäre vor allem darauf ahgekommen, wie weit Frau Schneider bei. sie durch Bekenn dieser Ta csache in Schwabing unmöglich' zu .machen,, ’kenn sie sich ihren Wünschen nicht füge* Was Berufungsgericht hält weder eine solche Veranlagung der Frau •noch eine Drohung seitens der Kläger für erwiesen'* beides im Einklang mit dem Erstrichter<. Der Erstrichter hatte unter anderem einen Zeugen habe ihm bei einem zufälligen Zusammentreffen auf der Straße ihre geschlechtlichen Verirrungen eingestanden0 Im Berufungsverfahren hatte der Beklagte beantragt, diesen Zeugen zu beeiden« Das Berufungsgericht hat dies abgefeimt« Im Einklang mit dem Erstrichter hält es die Aussage des Zeugen für unglaubhaft« Hach den Angaben des wähnten Zusammentreffen eine Auseinandersetzung mit ihm gehabt| es sei nicht einzusehen, wie diese dazu habe kommen sollen« ohne erkennbaren•Grund dem Zeugen ein solches Geständnis zu machen« Es komme hinzu« daß F| in einem'Ermittluhgsverfähfen gegen die Kläger wegen Betrugs zu dem Hach teil, der Frau er als euge vernommen worden .sei* von dem angeblichen Geständnis der Frau nichts gesagt habe., obwohl ihm habe klar sein müssen.;, Zeugen davon abhängig, ob das Gericht mit Rücksicht auf die Bedeutung der Aussage oder zur Herbeiführung einer wahrheitsgemäßen Aussage dies für geboten erachtet; die Beeidigung hat zu unterbleiben, wenn das Gericht auch der eidlichen Aussage nicht glauben vrarde, denn unnütze Eide will. Im übrigen ist dem Berufungsgericht auch darin bei-zutreteh, daß eine etwaige Brohung 'seitens der Kläger hur zur Anfechtbarkeit des Geschäftes führen könne'/;und daß dieses Anfechtungsrecht nach dem Tode der Brau nicht von dem.Beklagten allein sondern nur von sämtlichen Erben gemeinschaftlich ausgeübt werden könne« 5« Per Beklagte hat sich weiter darauf berufen, in der "Veräußerung des Grundstücks liege eine unentgeltliche Verfügung, zu der Frau Sals befreite Vorerbin nicht berechtigt gewesen und die den lacherben und damit auch ihm gegenüber nach § 2113 Abs 2 BGB unwirksam sei« IIRR 37 Nr TT )^Davon geht auch das Berufungsge-richt aus, Es gelangt aber in beiden Richtungen zu einer Ablehnung des Einwand es des Beklagten,, Schon objektiv liege eine Ungleichwertigkeit der Gegenleistung nicht: rar., jedenfalls habe eine solche ün-gleichwertigke.it weder erkannt noch erkennen müssen,, Das Anwesen sei für 116 000 RM verkauft werden0 Der Verkaufswert aei auf Grund eines Gutachtens des Architekten ermittelt worden, der bei einem Einheitswert von 37 000 RM am 20, August 1947 den Verkehrswert auf 77 800 RM geschätzt habe0 Nach Auffassur des Berufungsgerichts deckt sich diese Schätzung mit den damaligen Preisen,, Ebenso sei die Bewertung des Inventars mit 30 000 RM nicht zu .beanstanden,-Votf laem Pr au s< ein weiterer Teil, von 10 791 RM;durch Übernahme des Hauszinssteuerdarlehens belegt -wbrden’j’ : ; diese Lasten wären auch;, dem Nachlaß zur Last gefallen«, Die von den Käufern übernommenen Dienstleistungen hält das Berufungsgericht mit 1000 RM jährlich für angemessen bewertet., habe auch auszuscheidenu da er mit dem Tod der Vorerbin erloschen sei und'von da an keine. ■ Gegenleistung mehr in die Erbmasse' gebracht habev Eine .'Unentgeltlichkeit liege auch nicht daran« daß 'die Verkäuferin für die Dauer, des Nießbrauchs die Lasten des Anwesens' einschliesslich der Tilgungsraten auf die• Hypotheken übernommen habe«, Die Übernahme der Tilgungsraten gehöre zwar nicht zu den nach § 1047 BGB vom Nießbraucher zu tragenden Lasten? daß während des Nießbrauchs den Klägern die Nutzung aus Haus und Kaffee, nicht zugestanden habe und der Nießbrauch auf den Kaufpreis nicht angerechnet worden sei^ sein 17ert sei größer als der Betrag der Tilgungsrateno Bedenklich sei? gelegt wordene, Berücksichtige- man aber,, daß nach dem Willen der Vertragschließenden der Kaufpreisrest von 30 000 DH habe wertbeständig, erhalten Werden sollen, daß nach der Währungsreform die Grundstücke im Preise zurückgegangen seien und daß damit habW gerechnet werden müssen«, daß die Hacherben mit dem Grundstück zu dem Lastenausgleich herangezogen würden«, so liege«, rein objektiv gesehen«, eine unentgeltliche Verfügung nicht Die/mschlussrevision beanstandet einmal die-Bewertung der Dienstleistung mit 1 000 RH jährlich» die Einstellung eines Dienstmädchens habe sich erübrigt«, da in dem Kaffee genügend Personal zur Verfügung gestanden liabe0 In der Pat erhellt nicht«, daß in den 3 Lionaten«, die zwischen dem Abschluss des Vertrages und dem Tode von Brau verflossen, die Kläger zusätzliches Personal hätten einstellen müssen«,, um-die Pflege' zu;be-mrkenQ Berücksichtigt man«, daß die Kläger nur die Pflege, nur die Zubereitung der Speisen und nur die Besorgung der Heizung«, nicht aber d ie Anschaffung der Speisen und der Brennvorräte selbst tragen mußten, so . könnte man vielleicht zu dem Ergebnis gelangen«, daß in der Bewertung dieser Leistungen eine gewisse unentgeltliche Zuwendung liegto Das Berufungsgericht geht aber offenbar auch nicht davon aus«, welche Unkosten den Klägern erwuchsen«, sondern davon «.welche Aufwendungen der Frau dadurch erspart worden sind«, daß die Kläger diese Leis tungen übernahmen? rufungsgericht ha'be nicht berücksichtigt*' daß die Bewertung der Dienstleistungen und die Übernahme der ■Tilgungsraten seitens der Verkäuferin wie eine Versicherung zugunsten der Kläger gewirkt hätten: Lebte die "Verkäuferin lange, so wurden die Mehrleistungen an Diensten dadurch ausgeglichen, daß auch die Tilgung;^ leistungen für eine entsprechend lange Zeit der Verkäuferin zur Last fielen® Es ist richtig, daß das Berufungsgericht diesen Gesichtspunkt nicht erörtert® Es •: weist aber' mit Recht darauf hing daß die Übernahme .'der . Es darf also nicht daraus, dass ein Vertrag sich nachträglich infolge der Bestimmungen der Gesetze zur Neuordnung des Geldwesens als unvorteilhaft erweist«, die Folgerung gezogen werden;, der Vertrag sei objektiv teilweise unentgeltlich gewesen» Der Beurteilung müssen die Verhältnisse der Abschlusszeit zugrunde gelegt werden* Dass die Veräusserung von Sachwerten gegen Reichsmark in jenem Zeitpunkt weiten Kreisen unzweckmässig erschien und nach Möglichkeit vermieden wurde«, rechtfertigt noch nicht., jede solche Veräusserung als eine teilweise unentgeltliche Verfügung anzusehenc> Dies bejaht das Berufungsgericht mit fteeht» Es gilt dies zunächst hinsichtlich der übernommenen-Belastungen mit insgesamt annähernd 50 000 HM» Dass diese in der Währungsreform im Verhältnis 10 ; 1 umgestellt werden würden, war keinesfalls vorauszusehen; im wi.rt-schaftlichen.Ergebnis ist es ja auch nicht der Pall/ denn die durch.die Umstellung 10 : 1 in DM eingetretene Entlastung des Grundstücks ist durch die Belastung mit Umstellungsgrundschuiden nach dem Gesetz zur Sicherung von Forderungen für den Lastenausgleich vom 2„ September 1948 (WiGBl 87) ausgeglichen wordene Dies gilt auch für das Hauszinssteuerdarlehen, sofern es,wie im Zweifel an- DVO zu dem genannten Gesetz vom 7o September 1948; WiGBl 88)o Wäre das Grundstück nicht verkauft worden; so-wären diese Belastungen unverändert dem Nachlaß zur last gefällen0 Die Anschlussrevision ■ hat darauf: hingewiesen,, dass die. Auslegung der in-Ziffer IV des"Kauf'Vertrages ■enthaltenen Klausel einer etwaigen Abwertung entziehen und wertbeständig erhaltenö Dass diese Klausel unwirksam sein würde, war nicht vorausZusehen* Eine Verfügung wird aber nicht dadurch zu einer unentgeltlichen, dass die Parteien die künftige Rechtsentwicklung falsch beurteilt haben (RGZ 117, 97 /99/)* Die im Januar 1948 in Rechnung zu stellende Währungsreform mußte also im wesentlichen den Barbetrag von annähernd 29 000 RM treffen* Dieser Betrag war bereits gezahlt* Ob es möglich sein werde, ihn wertbeständig anzulegen, war nicht vorauszusehen* Hierin lag für die Verkäuferin ein erhebliches Risiko* Dies Risiko rechtfertigt : es aber nicht, das ganze Geschäft als unentgeltliche Verfügung zu behandeln* Nach der Vorstellung der Verkäuferin mußten mehr als 2/3 des Kaufpreises ( die Befreiung von den dinglichen Belastungen mit rund -50 000 RM und die Restforderung mit 30 000 EM) dem Nach in dem Kaufvertrag vereinbarte Gegenleistung als vollwertig angesehen hat und sie auch bei Berücksichtigung ihrer Verantwortlichkeit gegenüber den Vorerben für angemessen halten durfte (RGRK § 2113 Anm -3)» Das Berufungsgericht hat in diesem Zusammenhang mit Recht auch darauf hingewiesen, dass damals erwartet wurde, der Grundbesitz werde anlässlich der bevorstehenden Währungsreform durch Heranziehung zu dem Lastenaüsglei'ch im Werte gemindert Vierden» 6o Der Beklagte hat ferner eingewandt, nach Ziffer IV des Kaufvertrages sei mit Eintritt der Währungsreform die vertragliche Vereinbarung über den Kaufpreis hinfällig geworden» Eine neue Vereinbarung, wie sie dort in Aussicht genommen sei, sei noch nicht getroffen worden» Der Vertrag sei durch die Währungsreform auflösend. Die Anschlussrevision macht aber weiter geltend, für den Pall einer Umstellung der Kaufpreisforderung im Verhältnis ’ 10 : 1 in Deutsche Mark und der Richtigkeit der WertSicherungsklausel in Ziffer IV des Kaufvertrages . müsse angenommen werden, dass der ganze Vertrag .nichtig sei (§ 139 BGB)» Die Kläger haben demgegenüber die Auffassung vertreten;, § 139 BGB könne keine Anwendung finden,, wenn nachträglich infolge einer Gesetzes-änderung ein Teil eines Rechtsgeschäftes unwirksam werdet Ob dieser in RGZ 146? (Unwirksamwerden einer in einem Vertrag enthaltenen Schiedsklausf infolge einer Gesetzesänderung) ausgesprochene Satz in dieser Allgemeinheit aufrechterhalten werden kann, mag dahinsteilen* Bei Vereinbarungen über d ie Umstellung einer Reichsmark-Borderung wird allerdings in der Regel anzunehmen sein, dass der Bestand eines Geschäftes nicht berührt wird, wenn einzelne Vertragsbestimmungen'durch zwingende Vorschriften des Umstellungsrechts ausser Kraft gesetzt werden (OLG Hamburg MDR 50? der Beklagte vorgetragen.seine Hutter würde sich zu dem Verkauf des Anwesens nicht entschlossen haben', wenn sie gewusst hätte, dass die auf ihr Betreiben in den Vertrag aufgenommene Wertsicherungsklausel nichtig gewesen sei 5 dass die Kläger der Verkäuferin gegen eine Entwertung der Kaufpreisrestforderung Sicherheit versprochen hätten, sei Voraussetzung dafür gewesen, dass der Vertrag überhaupt geschlossen worden sei« Bas Berufungsgericht hat von seiner Re chisauf fass urig ä u.s diesen Einwand des Beklagten nicht erörtertö Ba er bei richtiger Würdigung der Rechtslage erheblich sein kann, war das Berufungsurteil auch auf die Anschlussrevision hin aufzu heben und die Rechtssache zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht zurtickzuverwei- Ill* Fach dem Ausgeführten war das angefoclitene Urteil sowohl auf die Revision wie auf die Änschlussre— vision aufzuheben und der Rechtsstreit zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht zurückzuverweisen* Diesem wurde auch die Entscheidung über die Kosten des Revisionsverfahrens übertragene DroPritsch DrcHertel viFormann DrJ-Ieck Schuster