BGH · V ZR 52/51
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Bie Revision der Klägerin.gegen".das Urteil des lo Zivilsenats des Oberlandesgerichts in Frankfurt (Main) vom 22o März 1951 wird auf ihre Kosten zu-rückgewiesen* stört war, mietweise im Erdgeschoss und ira ersten Obergeschoss Räume, in denen sie eine Schuhfabrik betreibt o Zu diesen Räumen kamen später noch Garagen hinzu*'Die Fljpraserne wurde damals von dem Property Control Officer der Stadt verwaltet«, Mit ihm Avurde eine mündliche 'Vereinbarung Uber das Uiet-verhältnis geschlossene Die Klägerin nahm an dem Gebäude Instandsetsangsarbeiten vor« Im Jahre 1947 ging die Verwaltung des Wehrmachtsvermögens in H®~ auf den Beklagten über, Am 18«, Juni 1947 reichte die Klägerin dem Beklagten eine Aufstellung über die von ihr ausgelegten Kosten der Wiederinstandsetzung ein0 Danach betrugen die AufBaukosten in der Zeit von Oktober 1945 bis März 1947 18 151o5b RM Am 12* März 1948 übersandte der Beklagte der Klägerin den Entwurf eines neuen Mietvertrags, Als die Klägerin die Höhe des vorgeschlagenen Mietzins.es beanstandete« erwiderte der'Beklagte am 23o März 1948, bei dem bisher vereinbarten Mietzins sei der Zustand der Mietsache im Zeitpunkt der Übernahme zugrunde gelegt worden und die Klägerin habe die Verpflichtung gehabt, die Instandsetzung auf ihre Kosten auszuführen* Diese Bestimmungen seien von der Preisbehörde - dem Preisamt der Stadt adle - nicht anerkannt worden, da es grundsätzlich Sache des Vermieters sei, für die Kosten der Beseitigung von Kriegsschaden aufzukommen0 Dagegen müsste für die Räume ein neuer ortsüblicher Miet~ Am 7o Juni 1948 bezahlte die Klägerin unter Vorbehalt den Unterschied des Ilietzinses nach der alten und der neuen MietZinsberechnung, bemerkte aber ausdrücklich;, sie anerkenne den neuen Mietvertrag noch nicht und werde darüber in den nächsten 'lagen mit dem Beklagten Rücksprache nehmen* Der Beklagte1 lehnte mit Schreiben vom 9o Juni 1948 weitere Verhandlungen wegen des Mietzinses ab•und bat um Stellungnahme zu den "vor Monaten" übersandten Mietverträgen* Für den Fall der Verweigerung des Abschlusses eines Vertrags stellte er die Kündigung des Mi etverhält ni s s e s in Aussicht* Mit Schreiben vom 15* Juni 1948 anerkannte der Beklagte an Instandsetzungskosten den Betrag von 23 008* 17 Ria, in dem für dis Lbhnkosten eine Ab--sclila^sZahlung von 5200 Ri*l enthalten war, und ( erk-Lür~ te, dieser Betrag werde nach Vollzug des Mietvertrages verrechnet^ worüber der Klägerin noch Mitteilung zugehen werde* die für Sonderzwecke des Mieters erfolgt sind« werden nicht erstattete "Me Kosten müssen durch ordnungsmässige Belege nachgewiesen sein und dürfen keine Ausgaben enthalten, die nach den best eilenden Preisbestimmungen unzulässig sind« -Die - Höhe der jeweils auf die.- Mit'Schreiben vom 11» August 1948 kam die.Klägerin auf das Schreiben des Beklagten vom 28» Juni zurück und erklärte? Im September 1948 reichte die Klägerin eine neue Aufstellung über die von ihr in der Seit vom -12* Oktober 1945 bis 22» Harz 1948,ausgelegten Lohnkosten im Gesamtbetrag von 6507*51 RH ein, Daran anerkannte der Beklagte 5786*46 RU, so dass nach Abzug des bereits mit Schreiben von 16D Juni 1948 anerkannten Vorschusses in Höhe von 5200*— RM noch 586*46 RM.übrig blieben, die der Beklagte in Höhe von 58*64 DU gutschrieb* iiiitt Im-März 1950 hat die Klägerin mit dem Antrag klage erhoben festzustellen, dass sie befugt sei, ihre Aufwendungen im Gesamtbetrag von 23-594*63 HM im Verhältnis 1:1 mit dfe&seit dem 21» Juni 1948 * fällig gewordenen:Mieten zu verrechnen* Das Berufungsgericht führt aus, die Parteien stritten um die Auslegung der Ziff 5 des zwischen ihnen zustandegekommenen Mietvertrages0 Diese.Bestimmung könne den,Sinn haben, dass nur der tatsächlich sich ergebende Anspruch auf Ersatz der Aufwendungen, also d er ini: V e rhä 11n i s 10; 1 umg e st e 111 e R e ichsmarkb e-trag in gewissen Beträgen auf den in Deutscher Mark zu zahlenden Mietpreis zur Anrechnung kommen solle0 Die Bestimmung lasse aber auch die Deutung zu, dass der als erstattungsfähig anerkannte Reichsmarkbetrag der Aufwendungen als eine Vorauszahlung der erst später fällig werdenden Mieten gedacht gewesen sei* Ob das eine oder andere gewollt sei, könne nur im : Wege der Auslegung ermittelt werden, wobei zu prüfen sei, ob eine echte Verrechnungsvexelnbarung des Inr halts gemeint gewesen sei, dass die Bauaufwendungen du roh ei ne Mi et e r ma s sigung .für ein er. Dabei komme es nicht auf den Mietvertrag an, der früher mit dem Property Control Officer bestanden habe* Es bleibe nur zu prüfen, ob mit der Regelung der Ziff 5 des Mietvertrags ein wertbeständiger Ersatz der Aufwendungen der Mlägerin beabsichtigt gewesen und erreicht worden seia Das sei zu verneinen0 : Es fehle in Ziff 5 des Mietvertrags jede ziffern-massige und zeitliche Begrenzung, dass ein bestimmter Nominalbetrag der Miete durch die aufgewendeten Bau-’ kosten als abgedeckt gelten sollte«, Es bestehe auch , kein Anhaltspunkt für ,die Annahme’, dass der Reichs-rnarkbetrag der Aufwendungen der Klägerin nur eine Rechnungsgrösse für die Berechnung der mietzinsfreien oder mi et 2 ins enril s s igt en Zeit dar stellen solle« Dagegen spreche entscheidend die am 16« Juni 1948 von der Klägerin bestätigte Yerrechnungsabrede, wonach der Reichsmarkbetrag der Klägerin auf einem honte des Beklagten gutgeschrieben werden solle« Dies zeige deutlich,dass in Ziff 5 des .Mietvertrags eine Verrechnung der gesamten Baukosten mit der späteren Miete nicht 'bereits erfolgt sei, sondern erst später zu Lasten dieses Kontos erfolgen sollte« Die Ersatzforderung der Klägerin habe also den Charakter einer Geldforderung behalten und sei der Umstellung nach § 16 UmstG unterlegen« 20 Eie Revision macht aber weiter gelt end,' das Be-rufungsgericht habe bei der Auslegung der zwischen den Parteien getroffenen Vereinbarungen Auslegungsregeln verletzt und wesentlichen Auslegungsstoff ausser acht gelassen« Die Parteien hätten die Gleichwertigkeit der Leistungen gev/ollt« Die Klägerin habe dem Verwalter des Wehrmachtsvermögene kein Darlehen geben, sondern für .Aufbaus gesehen wird, wobei die Rosten nur Rechnungsposten für die Berechnung der Dauer der I.Iietfreiheit sind, oder oh die zu dem Zweck des Aufbaus gemachten Aufwendungen des Mieters als eine einmalige, im voraus geleistete Mietzahlung angesehen werdeno In diesen Fällen war am Stichtag der Währungsreform eine umstellbare Forderung des Mieters überhaupt nicht mehr Vorhand en0' >,LG Aachen in MDR 1949? c) Die Mietzinsforderung des Vernieters und die Forderung des Mieters auf Ersatz seiner Aufwendungen stehen sich selbständig gegenüber und es ist nur für den Zeitpunkt nach Fälligkeit der einzelnen Mietraten Verrechnung vorgesehen« Hier kann insbesondere ein Aufrechnungsvorvertrag in Betracht kommen, in dem nur festgelegt wurde, dass aufgerechnet werden soll, wobei die Aufrechnung erst bei Fälligkeit der Mietzins-Forderung,erklärt-werden soll« Hier wird in Rechtsprechung und Schrifttum eine Umstellung der Ersatzforde- Das Berufungsgericht kommt zu der Feststellung, dass keine Vereinbarung getroffen worden sei, wonaöh ermässigtem Mietzins den Llietraum solle nutzen dürfen und dass eine Verrechnung der Baukosten mit. Verletzung von Auslegungsgrundsätzen oder-unter Übergehung von Parteivorbringen, das zu einer anderen Auslegung:hatte führen:können, getroffen worden seio Die Revision rügt zu Unrecht;, das Berufungsgericht habe den Inhalt des früheren Uietverhältnisses nicht- herangezogen» Dieser ist in der lat nicht entscheidend,, spricht vielmehr gerade gegen die Auffassung der Kläger in,> Nach der früheren Vereinbarung hatte die Klägerin die Instandsetzung_der Mieträu-me auf eigene Kosten durchzuführen, und sie wurde nur dadurch entschädigt, dass sie einen geringeren Mietzins zu zahlen hatte, bei dessen Festlegung der Zustand der Mietsache im Zeitpunkt der Übernahme zugrunde gelegt wurde, ohne dass die Erraässigung nach Zeit und Betrag genau festgelegt wurde« Die Klägerin hat den Vorteil aus dieser Regelung auch mehrere Jahre gehabt» Im Jahre 194-8 wurde dann der Vertrag vollständig dahin umgestellt;, dass ein neuer ortsüblicher Mietzins festgesetzt werden und der Beklagte dafür die Instandsetzung übernehmen sollte« Dabei sollte die Vergünstigung, die die Klägerin bis dahin hatte, nicht angerechnet werden« Das Rechtsverhältnis war also nicht so, dass von vornherein durch die Leistung ‘des Aufbaus die Tilgung eines nach Zeit und Betrag bestimmten Mietzin- Wenn das Berufungsgericht, feststellt, dass durch Ziff 5 des Mietvertrags seihst eine Verrechnung des i zu erstattenden Betrags nicht vereinbart wurde, so .ist diese Auslegung durchaus mögliche Biese Ziffer 5 befasst sich überhaupt nicht mit der strittigen Ersatzforderung9 sondern enthält nur eine allgemein ‘ ne, für die ganze Vertragsdauer geltende Vereinbarung : i darüber, wie Aufwendungen des Mieters zu behandeln seien« Sie enthält Richtlinien, die aber weitere Vereinbarungen im einzelnen Fall bedingen« Massgebend ist daher die Vereinbarung* wie sie in den Schreiben beider Parteien vom 16« Juni 1948 niedergelegt ist« Hier erklärt der Beklagte, dass der Betrag von 23 008o17 RM nach Vollzug, d«h« nach Abschluss ? des Mietvertrages verrechnet werden solle, worüber der Klägerin noch besondere Mitteilung zugehen wer- , de, und die-Klägerin bestätigt am gleichen Tag die Vereinbarung, dass der Gesamtbetrag auf einem Konto für die Klägerin gutgeschrieben werde'und dass : ein im einzelnen noch zu bestimmender Teil (70 - 75$) der Vierteljahresmiete dort jeweils abgebucht werden solle« Wenn daraus das Berufungsgericht den Schluss . sieht, dass die Miete erst' bei Fälligkeit der einzelnen Mietzinsraten verrechnet werden sollte, so ist ' '' diese Auslegung möglich und daher für das Revisionsgericht bindende Im übrigen ist die Erklärung des Ber-klagten vom 28« Juni 1948, die Forderung von 23 008ol7 RM rechnet werden, von der Klägerin mit Schreiben vom' . MietZahlung für das dritte Vierteljahr erläutert und dabei unter ausdrücklichem Hinweis auf das Schreiben des Beklagten vom 28, Juni 1948 der Abzug vpn 767 DM vorgenommen* Erst mit Schreiben vom 11* August 1948 hat die Klägerin gegen die Gutschrift von 2300*81 DM V/iderspruch erhoben und eine Gutschrift von 23 008.,17 DM verlangt* Das hat der Beklagte umgehend mit Schreiben vom 17c August 1948 abg'ölehnt„ j ' ' auf gev/ endeten Betrags im Verhältnis 1 s X auch darauf stützen, dass sich das beklagte Land mit'der ln-erkennüng der Aufwendungen, im Verzug befunden habe, kann aber auch damit nicht durchdringend, Die Klägerin hat die Aufstellung ihrer Aufwendungen zwar schon am 18,> JuelI 1947 eingereichto Es ist aber nicht ersichtlich, dass sie je den Beklagten zur Anerkeiinung gemahnt hätte,, Sie hatte dazu.auch keine Veranlassung* Die Verrechnung der Aufwendungen sollte offenbar erst im Zusammenhang mit dem neu abzuschliessenden Mietvertrag geschehen, wie dies, auch der Beklagte in seinem Schreiben vom 160 Juni 1948 zu dem Ausdruck bringt* Solange dieser nicht • abgesch 1.o.s£ vrur.des brauchte die Klägerin nur den bisherigen niedrigen-; Mietzins zu zahlen, hatte also ohnehin den vorteil, den ihr die Verrechnung der Aufwendungen bringen sollte,, der Beklagte sei nicht um einen Reichsmarkbetrag,, sondern um 1 einen Sachwert bereichert, der unabhängig von den Reiehsmarkaufwendungen nach dem DM-V/ert zu schätzen,, seip ist hinfällige Es ist nichts darüber vorgetragen worden,, ob und "gegebenenfalls in welcher Hohe der Be*--« klagte bereichert ist* Der Klagantrag-geht auch auf ..die-- Feststellung der Befugnis, die Ersatzforderung zu verrechnena Die Revision ist daher nicht begründet; sie war auf Kosten der Klägerin zurückzuweisen*