BGH · V ZR 46/51
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Die Revision gegen das Urteil des 4« Zivilsenats des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 2« April 1951 wird auf Kosten der Klägerin mit der Maßgabe zurückgewiesen, daß auf die Widerklage durch Peilanerkenntnisurteil f estgeste.il t wird, daß zwischen der Klägerin und ihrem Ehemann einerseits und ihrem Sohne Josef KB^HP andererseits ein dem ErbhofÜber- * gabevertrag vom 5* September 1945 entsprechendes Rechtsverhältnis bestanden hat« jetzigen Erst beklagten, verlobt war, vor dem stellvertretenden .Bezirks- und öffentlichen Hotar Geiger von Neresheim einen Erbhofübergabevertrag« Die Auflassung sollte hach* Genehmigung * des Vertrags durch das Anerbengerioht, bezw« der Außerkraftsetzung des Reichs- Erstbeklagte, später auch gegen den Zweitbeklagten, mit dem Antrag erhoben, die .Beklagten zu verurteilen, an die Klägerin das Haus Nr in Klfl^-Ku^^^ nebst den in der Klagschrift auf ge führten Grundstücken heraus zugeben« Die Klage ist darauf gestützt worden, der Erbhofübergabevertrag vom 3© September 1945 sei aus förmlichen und sachlichen Gründen nichtig gewesen, außerdem wären die Beklagten als Erben des Josef nicht in dessen Rechtsstellung, e Inge treten« Die Klägerin mache deshalb auch den Wegfall der Vertragsgrundlage geltend und trete vom übergabevertrag zurück« Der Rechtsstreit wurde im Einverständnis beider Parteien im-schriftlichen Verfahren gemäß § 7 der Entlastungsverordnung geführt« Auf Aufforderung des Gerichts’, sich zu dem Zwischenfeststel-lungsantrag der Beklagten zu erklären, reichte der Prozeß® evolJ.mäclltigte dter Klägerin den Schriftsatz vom Oktober 1949 ein^.dLgr folgendermaßen lautet: teil festgbstellt, der am 3® September .194 5 ^geschlossene notarielle Erbhofübergabevertrag sei rechtsgültig® Es sieht das Anerkenntnis in der in erster Instanz abgegebenen Erklärung des Prozeßbevollmächtigten der Klägerin vom 17o Oktober 194-9 (Bl 137)® Der Zwischenfeststellungsantrag ist mit Schriftsatz vom 1« Juli 1949 (Bl 115) ebenso wie die Erklärung vom 17® Oktober 1949 fin ‘ichriftlichen Verfahren nach § 7 der Eirblästungsver-ordnüng gestellt worden, mit‘dem sich beide Parteien einverstanden erklärt hatten® Der Antrag'auf Erlassung eines Eeilanerkenntnisürteils ist im zweiten, itechts-zug gestellt worden® Das Berufungsgericht führt aus, nach dem, was der Erklärung vom'17o Oktober 1949 vorausgegangen sei, liege in ihr nicht nur’die Erklärung, bisher bestrittene 'Behauptungen nicht mehr bes breiten und den‘bisher eingenommenen 3echtsstandpunkt aufgeben zu wollen, sondern auch die Erklärung, “dem Pest'steliungs- Der Vertrag vom 3« September 1945 habe allerdings der Genehmigung des Anerbengerichts und später des Bauerngerichts bedurft« Dabei handle es sich um einen staatlichen Akt, der der Parteilisposition entzogen sei und durch das prozessuale Anerkenntnis nicht entbehrlich werde„ In . erster Instanz hätte daher ein Anerkenntnisurteil nur Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Landwirtschaftsbehörde n ergehen können, wie das damals auch beantragt worden sei« Nachdem aber der 1« Zivilsenat des Oberlandesgerichts als Beschwerdegericht in Bauerngerichtssachen mit Beschluß vom 18« April 1950 den Übergabevertrag vorbehaltlich seiner zivilrechtlichen Gültigkeit genehmig« nabe, haue aas Gericht aeu AnerkennInis guiuä» erkennen müssen,und bei dem Teilanerkenntnisurteil sei ein Vorbehalt der Genehmigung durch die Landwirtschaftsbehörde nicht mehr erforderlich gewesen« Die Revision rügt, das Berufungsgericht habe dem Antrag auf Feststellung der Aechtsgültigkeit des Übergabevertrags vom 5« September 1945 zu Unrecht stattgegeben« ‘‘'ie Erlassung eines Anerkenntnisurteils hätte abgelehnt werden müssen,, da ein wirksames Anerkenntnis nicht Vorgelegen habe« 2fit der Erklärung vom 17. Ein etwaiges Anerkenntnis wäre aber auch von der Klägerin wirksam angefochten worden« Der Antrag der Beklagten auf Erlassung eines Anerkenntnisurteils habe endlich gegen Treu und Glauben verstoßen, da die Beklagten hätten erkennen müssen, daß dem Prozeßbevollmächtigten der Klägerin ein eindeutiger Irrtum unterlaufen seio Bern Einwand der Revision, ein Anerkenntnisurteil hätte nicht ergehen dürfen, ist der Erfolg zu versagen« Bas Teilanerkenntnisurteil, das ein Zwischenfeststellungsurteil im Sinne des § 280 ZPO ist, stellt fest, daß der am 3« September 1945 geschlossene Erbhofübergabevertrag rechtsgültig ist« Es ist nicht klar, was das Berufungsurteil damit feststellen wollte« Es bestehen zwei Möglichkeiten: Aus der Passung des Teilurteils könnte entnommen werden, daß zwischen den Parteien jetzt ein Rechtsverhältnis bestehe, das den dem Vertrag entsprechenden Inhalt habe und aus dem sich dann der Auflassungsanspruch 'der Beklagten ohne weiteres ergebe« Bas Anerkenntnis des Bestehens eines solchen Rechtsverhältnisses kann aber aus der.Erklärung des klägerischen Vertreters vom 17« Oktober 1949 nicht entnommen werden, denn es ergab sich aus den Umständen deutlich, daß die Klägerin mindestens die Behauptung aufrechterhalten wollte, daß der Vertrag, wenn er vielleicht auch gültig abgeschlossen worden sein sollte, doch durch den Tod des Josef oder durch Rechtshandlungen, die durch diesen Tod ausgelöst wurden, hinfällig geworden sei» Baß auch das Berufungsgericht die Erklärung vom 17« Oktober 1949 in diesem Sinne auffaßte, ergibt sich daraus, daß es auf der Grundlage des gültigen Zustandekommens des Vertrages vom 3» September 1945 weiter prüfte, ob dieser Vertrag nicht später wieder beseitigt worden ist» gebern und ihrem Sohn Josef einmal ein dem Vertrag entsprechendes Rechtsverhältnis bestanden habe, das Jo3ef den Anspruch auf Übereignung des Rofes gewährte „ Ein Anerkenntnis in diesem Sinne ist in uer Tat vom Vertreter der Klägerin ausgesprochen worden« Burch Beschluß von 22« Juni 1949 hat das Gericht den Parteien anheimgegeben, Klage oder Widerklage entsprechend § 280 ZPO duroh Antrag auf Peststellung der Gültigkeit oder Nichtigkeit des Vertrags vom 3* September 1945 au erweitern, und gleichzeitig angefragt, ob vor dem Bauerngericht das Genehmigungsverfahren anhängig sei« Bie Beklagten haben darauf unter Bezugnahme auf diesen Beschluß mit Schriftsatz vom 1« Juli 1949 widerklagend den Antrag auf Feststellung gestellt, daß der am 3« Sep~ tember 1945 geschlossene notarielle übergabevertrag , rechtsgültig 3ei, und gleichzeitig mitgeteilt, ein Genehmigungsverfahren vor dem Bauemgericht Heidenheim sei nicht anhängig« Burch Beschluß vom 13« Oktober 1949 hat das Gericht der -Klägerin- aufgegebeir, sieh -au dem Peststellungsantrag der Widerkläger vom 10 Juli 1949 zu erklären, insbesondere 'darüber, ob* die Behäüptung-v der Vertrag sei nichtig, aufrechterhälten•*werde» Das Gericht fügte noch bei, wenn die Behauptung aufrechterhalten werde, .werde zunächst wohl ein Zwisclieftifest-stellungsurteil ergehen* Werde die Behauptung nicht auf rechterhaüten, sei also davon auszugeheh', daßder notarielleL^bergabevertrag‘‘*an sich rechtsgültig-sei, -werde das Verfahren bis zur Entscheidung des*‘ Bauerngerichts über die Genehmigung des Übergabevertrags aufgesetzt werden« Darauf kan der Schriftsatz vom 17* Okto-- ‘ber '>949- ein* Es konnte als'o kein Zweifel sein,*- daß-die Erklärung sich auf einen Zwischenfes'tstellungsah-trag bezog', der dahin ging, der notarielle übergabevertrag-,sei "an sichw,'d.h. vorbehaltlich der Genehmigung de® Bauerngerichts, rechtsgültig» Wenn dabei ein' ÄecIiüSAundigor den Ausdruck, uer Vertrag .;eruo "anerkannu" ■gebraucht^ Bier ist darin eine -Erklärung ih - dem'- Sinne zur sehen,* daß'der Peststelluhgsfentrag. Wenn dann beigefttgt Wird, die ‘Behauptung der Dichtigkeit des Vertrags werde fallen ge* lassen,* so soll damit nichtgenau dasselbe wie im ersten Satzteil gesagt, sondern zu dem Ausdruck gebracht werdens daß nur die Behauptung der Dichtigkeit' des Vertrags fallen gelassen, die übrigen Einwendungen gegen den Anspruch auf Auflassung des Grundstücks -"aüfrechterhalten bleiben sollen. II'u I7:*SPp) kann auf Feststellung eines in* der Vergangenheit bestanden habenden Rechtsverhältnisses nur dann geklagt werden,-wenn*daraus Rechtsfolgen für die '• Gegenwart -oder für-‘die Zukunft abgeleitet werden können» Riese Voraussetzung ist gegeben« Renn wenn damal« ein sole ches Rechtsverhältnis bestand,-können die Beklagten daraus ableiten, daß sie in dieses Rechtsverhältnis eingetreten sind, und brauchen sich nur noch gegen die Angrif- . tend gemacht werden, daß:an der Feststellung des-ifi*der Vergangenheit bestanden habenden Rechtsverhältnisses kein rechtliches Interesse bestehe, da ein solches bei einer Zwi8chenfeststellungsklcge im Sinne des§ 280 ZPO nicht gefordert wird».Ein Anerkenntnisurteil kann aber, Wie* ■ das Berufungsgericht nicht verkannt hat, ‘nicht erlassen werden, wenn das Rechtsverhältnis, das anerkannt wird, der Parteidisposition entzogen ist, weil seine Gültigkeit ZoB» von der Genehmigung einer staatlichen Stelle abhängto Ras Berufungsgericht .nimmt nun an, daß durch die Genehmigung durch das Oberlandesgericht der Hofübergabevertrag zwischen, den Übergebern und dem Sohn Josef M der vorher schwebend unwirksam gewesen, endgültig wirksam geworden sei und daß nun kein Hindernis bestan- den habe, das Anerkenntnisurteil*zu erlassen0 Der 1» Zivilsenat des Oberlandesgerichts hat allerdings im Beschluß vom 18« April 1950 nicht ausdrücklich den Vertrag mit dem Josef sondern das durch seinen Tod ent- geben« Gerade auf dieses Rechtsverhältnis bezieht sioh aber das Anerkenntnis der Klägerin nicht« Bas Berufungsgericht konnte .jedoch den Beschluß des 1« Zivilsenats unbedenklich dahin auslegen, daß damit auch der ursprüngliche Vertrag mit Josef genehmigt worden ist« Es kann daniugeb *ellc bleiben, ob ein Anerkenntnis widerrufen oder angefoch-ten werden kann,- denn aus dem Berufungsurteil und den Schriftsätzen, auf die in diesem Bezug genommen ist, ergibt sich weder eine Widerrufs- noch eine Anfechtungserklärung« Insbesondere ist eine solche nicht in dem Schriftsatz vom 17« Mai 1950 (Bl 160 GA) zu sehen« Hier ist lediglich dargelegt, weshalb nach Auffassung der Klägerin auf Grund des, Schriftsatzes vom .17« Oktober 1949 ein Anerkenntnisurteil nicht ergehen konnte« Wenn die Klägerin nach dem Tatbestand des Berufungsurteils in der mündlichen Verhandlung, geltend gemacht hat, die Erklärung ihres Frozeßbevollmächtigten sei kein prozessuales Anerkenntnis, ein solches hätte zu Protokoll gegeben werden müssen, der Schriftsatz sei lediglich eine schriftliche Erklärung und bedeute allenfalls einen Versieht für die erste Instanz, so ist darin keine Anfechtung su sehen« Die Anfechtung soll nach Auffassung der Revision auf Irrtum gestützt worden sein« Es ist aber nicht vorpetragen, inwiefern der Prozeßbevollmächtigte der Klägerin in der ersten Instanz in einem Irrtum befangen gewesen sein soll« Eie in zweiter Instanz geäußerte Meinung, ein prozessuales Anerkenntnis müsse zu Protokoll, d«h« in der mündlichen Verhandlung abgegeben werden, ist nicht richtig* Im schriftlichen Verfahren kann dies auch in einem Schriftsatz geschehen« Wenn nun nachträglich gesagt ;.irG? diese Ez*klärung 3ei kein „ Anerkenntnis, so ist damit nicht gesagt, daß der Prozeßbevollmächtigte erster Instanz diese Erklärung irrtümlich abgegeben hat« Es müßte dann schon gesagt werden,, welche Erklärung er überhaupt abgeben wollte« Wenn die Erklärung nur mit Wirkung für die erste Instanz abgegeben werden sollte, so wäre dies nach § 116 BGB belanglos, da dieser Vorbehalt in der Erklärung nicht zu dem Ausdruck gekommen ist« Es wurde in zweiter Instanz auch nichts dafür vorgebracht, daß der Prozeßbevollmächtigte erster Instanz bei verständiger Würdigung des Palls die Erklärung nicht abgegeben haben würde, Denn es ist durchaus denkbar, daß er die Einwendungen gegen die Gültigkeit des tjbergabevertrags nicht für durchschlagend angesehen oder geglaubt hat, seine übrigen Einwendungen würden Erfolg haben« Es kann unter diesen Umständen in dem Antrag der Beklagten auf Erlassung eines Anerkenntnisurteils auch kein Verstoß gegen Treu und Glauben gesehen werden« SS ist v/eiter zu prüfen, ob die erst in zweiter Instanz vorgebrachte Einsendung, der amtierende Notar sei- zur Vornahme von Beurlcundun&en noch nicht berechtigt gewesen, das in erster Instanz abgegebene Anerkenntnis hinfällig machte oder der Erlassung eines Anerkenntnisurteils entgegenstand« Das ist zu verneinen« Ttenn der hotar keine Beurkundungsbefugnis gehabt-hätte, so würde es an einer formgültigen Beurkundung gefehlt haben, es würde nur -in privatachriftlicher Vertrag vorliegen. Dies würde aber einem Anerkenntnis des bestanden habenden Rechtsverhältnisses, wie das Berufungsgericht'mit* Hecht äusTührt, nicht entgegenstehen,*“ ünd‘wenn ein-'solches wirksam ausgesprochen ist, können Welteres*Erklärun-- e,en, die-damit in «Idersprhch stehen", nicht m'ehr abgegeben werden. es /.erde festgestellt, daß zwischen den Übergebern und ihrem Sohn Josef ein dem Erbhofübergabevertrag vom 5* September 1945 entsprechendes Rechtsverhältnis bestanden habe0 Das Vorbringen der Hevision ist also ein Angriff gegen die tatsächlichen Feststellungen des Berufungsgerichts, der nicht berücksichtigt werden kann. (MDR 1949, 175 ßllj = DRspr II 282 Bl 50 sa JZJinBl BRT7 1949, 261) und des Obersten Gerichtshofs für‘die Britische Zone im Urteil .vorn 19« Mai 1949 I ZS 241/48 (OGIIZ 2, 175 « HdL 1949, 107) und bittet um deren Nachprüfung» Es handelt sich hier aber um zwei verschiedene Prägen, einmal, ob der Anspruch auf Auflassung nach bürgerlichem Hecht sich vererbt, und weiter, ob nach dem Tod des ursprünglich Berechtigten vor der Auflassung die Genehmigung des Vertrags noch ausgesprochen werden kann oder gegebenenfalls noch einmal erteilt werden muß» Daß der Auflässungsanspruch vererblich ist, sofern eine etwaige gegenteilige Vereinbarung nicht besteht, ergibt sich aus 5 1922 3G3, denn der Auflas-sungsunupruch ist nicnt etwa hochytpersönlicn., so daß er mit dem Tode des Berechtigten von selbst erlisoht» Die Frage der nach Landrirtschaftsrecht erforderlichen Gene.imigung, die auch schon unter der Geltung des Erbhofrechts bestand, ist allerdings im Laufe der Zeit verschieden beurteilt worden« Während zunäohst die Auffassung vertreten wurde, daß das Genehmigungsverfahren nach dem Tode des Übernehmers gegenstandslos sei (EHG Nürnberg JW 1955, 1504), setzte sich später die Auffassung durch, daß der Anerbe des Verstorbenen in dessen Rechtsstellung eintrete, daß aber eine zusätzliche Genehmigung des Übergangs des Hofs auf diesen Anerben erforderlich sei (Reichserbhofgericht in REHG 7, 171; 9, 500; Landeserbhofgericht Colle in HechtdRNährst 1941, 164; Kem-mergerieht in DNotZ 1945, 62)« Dieselben Prägen erheben sich jetzt« Sie v.erden aber im vorliegenden Pall nicht bedeutsam« Ob eine Genehmigung des Hofttbergabevertrags nötig ist, erledigt sich dadurch, daß das zuständige Gericht fliese inzwischen rechtskräftig erteilt hat, und die Präge,* welcher von mehreren Erben in die Anwartschaft des Verstorbenen einti'itt (OLG Hamm vom 28. Der Klägerin kann auch entg^en den Ausführungen der Revision der Rücktritt vom Vertrag wegen veränderter Umstände nicht zugestanden werden« Len Ausführungen des Berufungsgerichts, daß die Geschäftsgrundlage nicht weggcfiillen sei und da.^ das Festhalten ^ Vertrag nloho gegen Treu und Glauben verstoße, ist im Ergebnis zuzustimmen« Es ist dabei zu berücksichtigen, da« bei Abschluß des Vertrags damit gerechnet wurde, die Übereignung des Hofs werde dem Abschluß des Übergabevertrags nach verhältnismäßig kurzer Zeit folgen, daß die Verzögerung der Übereignung den Beteiligten nicht zur Last fällt, daß der Sohn Josef den Hof beinahe zwei Jahrs bis zu seinem Tode bewirtschaftete, dort eine Familie gründete, mit deren wirtschaftlicher Sicherheit er rechnen durfte, und daß andererseits die Klägerin dieselbe Rechtsstellung behalten hat, die sie hätte, wenn der Hof dem Sohn Josef übereignet worden wäre« i)ie Hevision bringt endlicli vor, selbst wenn man eine selbständige Auflösung des Obergabevertrags infolge des Todeis des Übernehmers verneine, müsse in Anlehnung an die bisherige Rechtsprecnung (OLG Hamm in KDR 1949, 177) gefolgert werden, daß sich die Vererbung allein nach den Vorschriften des württemberg-badischen Anerbenrechts richte, so daß höchstens dem Zweitbeklagten ein Anspruch auf Übereignung des Hofs zustehe« Dieser Anspruch sei aber noch nicht genehmigt, da die bisher erteilte Genehmigung auf beide Beklagte laute« Juli 1946 (RegBD V.'ürttBad 165) nicht angewendet, das nur in Verbindung mit § 1 Abs 1 u 3 der Verordnung Nr 166 der Regierung des Landes Württemberg-Baden zur Ausführung des Kontroll-ratsgesetzes Nr 45 über die Aufhebung der Erbhofgesetze und Einführung neuer Bestimmungen Über land- und forstwirtschaftliche Grundstücke idP der Bekanntmachung vom 13, Januar 1950 (RegBl WürttBad 3) gilt« Es ist zunächst zu prüfen, ob die Anwendung oder Nichtanwendung dieses Gesetzes über das Anerbenrecht gemäß §§ 562, 549 ZPO vom Revisionsgericht nachgeprüft werden kann« Das Gesetz galt zunächst nur im Landesbezirk Vlürttemberg des Landes Württemberg-Baden« In Württemberg-Hohenzollern, dem Bezirk des ©berlandesgerichts Tübingen, gilt es in einer etwas anderen Passung (Gesetz über das Anerben- Das Berufungsgericht hat aber das württemberg-badische Gesetz Über das Anerbenrecht mit Recht nicht angewendet, denn dieses Gesetz kommt nur in Betracht, wenn der Hof in die Höferolle eingetragen ist, was - im Gegensatz zu der Rechtslage in Württemberg-Hohenzollern - nur auf Antrag geschehen kann» Daß dies geschehen sei, ist in den Akten nirgends gesagt«