BGH · V ZR 44/57 vom 11.01.1957
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 9* Oktober 1957 unter Mitwirkung der Bundesrichter Br, Augustin, Schuster, Br, Oechßler, Br, Rothe und Br, Freitag für Recht ei’kannts Bie Revision gegen das Urteil des 1• Zivilsenats des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 11. !,Die Auflassung wird erklärt werden, .sobald die Verkäuferin auf Grund des rechtskräftigen Zuschlagsbeschlusses im Zwengsversteigerungsverfahren in das Haus NrflLMBfcWeg eingetragen ist. Sie hat mit Schreiben vom 12c Januar 1956 den Kaufvertrag wegen arglistiger Täuschung angefochten, weil der Kläger zu 1 ihr arglistig vorgespiegelt habe, er würde die ihm gehörige BuflJHj^mühle ver- hinsicht lieh des Flurstücks MH}/2 in der Form, daß es die Beklagte verurteilte, dieses Grundstück im Namen ihres Ehemannes im Rahmen ihrer Generalvollmacht an die Kläger aufzulassen» Das Oberlandesgericht hat die Berufung der Beklagten zurlickgewiesen, soweit die Beklagte zur Auflassung des Hausgrundstücks Geb »Nr .^verurteilt worden war» Urteils auss Die behauptete arglistige Täuschung beziehe sich nicht auf einen Punkt, dessen maßgebliche Bedeutung für den Vertragspartner jedem verständigen Betrachter ohne weiteres ersichtlich 3ei, Vielmehr sei kaum erfindlich, wieso die ' vom Kläger zu 1.geäußerte Absicht, seine Mühle alsbald zu veräußern, für den Entschluß der Beklagten entscheidend gewesen sein solle, den Kaufvertrag, so wie geschehen, abzuschließen, Sie habe sich eine Anzahlung leisten lassen, ferner Wechsel, die nach der Vorstellung der Parteien alsbald hätten diskontiert werden sollen, entgegengenommen, sodaß dann die Beklagte den Gegenv/ert ohne Veräußerung der Mühle in die Hand bekommen haben würde» Für das Restkaufgeld habe der Kläger zu 1 der Beklagten zudem, solange er noch Eigentümer der Mühle gewesen sei, größere Sicherheit geboten, als nach der Veräußerung. Bei dieser Sachlage genüge es nicht, wenn die Beklagte lediglich vortrage, der Kläger zu 1 habe "arglistig" gehandelt ohne näher erläuterte Behauptungen hierzu darüber aufzustellen; daß der Kläger sich der Bedeutung seiner geäußerten Absicht, die Mühle zu verkaufen, für den Verkaufs ent Schluß der Beklagten bewußt gewesen sei* Es fehle an einer schlüssigen Behauptung für die Arglist des Klägers zu 1 und erst recht an einem Nachweis für sie* Unbestrittenermaßen habe die* Beklagte verschiedene Räume des Gebäudes, die nach dem Kaufvertrag ihr längst nicht* mehr sustanden, nicht heraus gegeben, sondern ohne Gegenleistung weiter genutzt* Abwegig sei daher ihre Auf- Soweit die Kläger ihre Klageanträge in der Berufungsinstanz» aufrecht erhalten hätten, nämlich hinsichtlich der Verpflichtung der Beklagten zur Auflassung des Hausgrundstücks, habe somit die Berufung surückgewiescn werden müs-sen. IIc Die Revision rügt die Verletzung des § 286 ZPO und des § 139 3GB, Das Berufungsgericht, führt sie aus, habe es unterlassen zu prüfen, welche Wirkung die Rücknahme der Klage auf den Bestand des (Kauf-)Geschäftes hinsichtlich des Hauses habe, obwohl das Landgericht festgestellt habe, daß das Flurstück des Ehemanns >Dfl|Blmit dem der Ehefrau wirtschaftlich ein einheitliches Grundstück bilde* Angesichts dieser wirtschaftlichen Einheit könne nicht angenommen werden, daß das Grundgeschäft gültig sei, solange nicht die Gültigkeit des Vertrages bezüglich des Gemüsegartens geklärt sei* Die Zurücknahme der Klage, soweit mit ihr Auflassung des Grundstücks des Ehemanns der Beklagten verlangt worden war, ist als bloße Prozeßhandlung ohne Bedeutung für die Gültigkeit des Kaufvertrags* Öas Berufungsgericht brauchte die Zurücknahme daher unter diesem Gesichtspunkt nicht zu erörtern* Die Kläger haben sich zur Zurücknahme vermutlich entschlossen, weil nach dem klaren Wortlaut des Vertrages insoweit die Be- klagte den Vertrag nur im Namen ihres Ehemannes geschlossen hatte und gegen die Auffassung des Landgerichts, die Beklagte sei gleichwohl selbst nach § 242 BGB zur Auflassung des Grundstücks den Klägern gegenüber persönlich verpflichtet, Bedenken bestanden» Gegen die Wirksamkeit der Generalvollmacht, auf Grund deren die Beklagte das Grundstück ihres Ehemanns verkaufte, waren im Rechtsstreit keine Einwendungen erhoben worden» Von keiner Seite war behauptet woi'den, daß diese Generalvollmacht, etwa weil sie ausnahmsweise nach §313 BGB.(BGH Urteil vom 11» Juli 1952 - V Z-R 80/52 - NJ\7 1952, 1210) notarieller Beurkundung bedurft hätte und diese Form nicht gewahrt sei, nicht wirksam sei, wooei für endgültige Unwirksamkeit auch noch hätte behauptet werden müssen, daß der Ehemann der Beklagten die Genehmigung des Kaufgeschäftes verweigert habe (§ 182 Abs* 2 BGB) r. leozung des § 286 ZPO aufzufassen war, nach § 554 Abs* 5 Hr* 2 b ZPO nur im Rahmen der von Amts wegen vorzunehraenden sachlich-reehtlichen Überprüfung de3 Berufungsurteils berücksichtigt werden* Insoweit ist ein Rechtsverstoß aber nicht ersichtlich* ^