BGH · V ZR 225/62 vom 16.05.1962
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lichen Anwesens* auf dem auch eine Sandgrube betrieben wurde« Durch den vor dem Eiedersächsischen Kulturamt in Hannover geschlossenen, von dem Zeugen Eegiorungsinspektor HflRi beurkundeten Vertrag vom.11„ März 1958 übergab der Kläger diesen Grundbesitz an den Beklagten, seinen Schwiegersohn, und dessen damalige Ehefrau Sigrid,, seine Tochter <> Auch nach der Übergabe dos Grundbesitzes forderte das Finanzamt die fälligen Katen auf :die vom/Kläger geschuldete Vermögensabgabe weiterhin'von ihm an, Dieser verlangte nunmehr von. 1959 gerichtet o Der Kläger Behauptetew.ih dem .genannten Rechts- ■ streit,' bei ‘Unterzeichnung cos Vertrages, vom 11» März 1958 seien sich die Vertragsschließenden darüber einig gewesen, daß die Vermögensabgabe unter die in § 3 des Vertrages erwähnten Abgaben, Lasten und Verbindlichkeiten fiele und daher von den Übernehmern zu tragen sei» Der Beklagte hatte diese Einigung zunächst bestritten und geltend gemacht, die Vermögensabgabe falle schon ihrer Natur nach nicht unter die in § 3 des Vertrages aufgeführten, von den Erwerbern zu übernehmenden Abgaben, Lasten und Verbindlichkeiten» Er hatte lediglich anerkannt, die Hälfte der Lastenausgleichsverpflich-tungen hinsichtlich des landwirtschaftlichen Teils des Grundbesitzes, nicht dagegen auch für den früheren Bandgrubenbetrieb tragen zu müssen, und zwar ab 1 » Mai 1959° Durch Urteil vom 8° Februar i960 war daraufhin die damalige Klage mit der Maßgabe abgev/iesen worden, daß der Beklagte entsprechend seinem Anerkenntnis verpflichtet sei, ab 1 lai:1959 die Hallte der/l; lastenausgleichsverpflichtung hinsichtlich des landwirtschaftlichen Betriebes zu tragenDie dagegen vom Kläger eingelegte Berufung blieb erfolglos.- Br hat vorgetragen; Bei Vertragsabschluß habe er allerdings angenommen, unter dom Begriff öffentliche Basten im Ginn des § 3 des Vertriiges sei auch' die Vermögensabgabe z.u ■ verstehen» Ir habe deshalb geglaubt, die irwerber hätten die: Verpflichtung zur Zahlung der Vermögensabgabe übernommen» Der Beklagte habe dagegen angenommen, diese; Abgabe falle nicht unter die öffentlichen lasten, verbleibe vielmehr dem Kläger» Beide Parteien hatten diesen Punkt des Vertrages für wesentlich angesehen» Deshalb sei der Vertrag, mangels ginigung über einen, wichtigen Punkt, nicht zustand©gekommen, so daß der.': Br hat zunächst vorgetragen, schon bei der Verhandlung vor dem Landeskultur amt Hannover sei man sieh einig gewesen, daß die Vermögensabgabe bei dem Kläger verbleiben solle, wobei ihm allerdings eine Bescheinigung ausgestellt werden würde, nach der der Kläger von der auf ihn entfallenden Vermögensabgabe fneigesteilt, werden würde» Später hat dann der Beklagte behauptet, bei den erwähnten Verhandlungen vor dem Kulturamt habe zwischen den Vertrags Parteien volle Einigkeit hinsichtlich der Übernahme der ihn und seine (frühereX Ehefrau Vermögens ab gab es chuld durch bestandene Das Landgericht hat der Klage stattgegeben. Der Beklagte hat Berufung eingelegt mit dem Antrag auf Klagabweisuhg und dem Hilfsantrag, im Pall seiner Verurteilung zur Rückauflassung oder Grundbuchberichtigung diese Leistungen von der Befreiung des Bekiailen von Schuldver- i bindlichkeiten in Höhe von 35 000 DM gegenüber der Deutschen Landesrentenbank und von 62 926, 16 DM gegenüber der Deutschen ' Siedlungsbank; abhängig zu machenc Der Kläger hat noch hilfsweise tx$tui$ragt P '-'W-dio Nichtigkeit des Vertrages vom 11 „ März 4 958 festzustollen und den Beklagten zu verurteilen, das Grundstück her-auszugeben und die Berichtigung des Grundbuchs durch Eintragung des Klägers als: Eigentümers der ideellen Miteigentumshälfte zu bewilligen. Der Kläger hat in der Berufungsinstanz insbesondere noch vor-' getragen, er sei bei Abschluß des Vertrages davon ausgegangen, daß die Vermögensabgabe unter die in § 3 des Vertrages erwähnten übernommenen Abgaben falle, und habe erst im Vorprozeß erfahren, daß die Vermögensabgabe keine Last des Grundstücks, sondern eine persönliche Abgeibenschuid sei«, Ausdrücklich sei über die Vermögensabgabe nicht gesprochen wordeno Das Berufungsgericht hat die Klage abgev/iesen« t-o Eie weitgefaßte und vielfach variierte .-Formulierung der in § 3 des Vertrages genannten Verbindlichkeiten zeige, daß alle Abgaben, öffentliche Lasten und sonstige Verbindlichkeiten übernommen werden sollten, die irgendwie mit dem überlassenen Grundbesitz zusammenhängen<> Ein solcher Zusammenhang bestehe auch hinsichtlich der Vermögensabgabe, einer an sich persönlichen Schuld insoweit, als sie entstanden sei, weil der Kläger am Währungsstichtag Eigentümer des Grundbesitzes gewesen sei» ; 2 o In dem Vorvertrag vom 28*.August 1957 / 1o8 GA/, der allerdings durch den Vertrag vom 11 <, März 1058 ausdrücklich aufgehoben worden sei, sei vorgesehen gewesen, daß sämtliche Lasten, Abgaben, und Schulden von d"en neuen Eigentümern übernommen würde» Es liege.kein Anhaltspunkt dafür vor, daß in §'3 des Vertrages vom 11„ März 1958 von dieser Regelung hätte abgewichen worden sollen, das sei auch zwischen den Parteien nicht besprochen worden, Die Herausnahme der Hypothekengewinnabgabe sei.auf das Kulturamt zurückzuführen, das habe sichersteilen wollen, däß im Pall ihres Bestehens aus dem Veräußerungserlös gezahlt werde» Lie Verpflichtung ( § 2 Abs» 2), den Käufern den verkauften Grundbesitz frei von Rechten und Ansprüchen steher des Kulturamts' und RflBi ergeben habe, sei die Frage £ der Vermögensabgabe mit den beiden Parteien erörtert wordeno | Dann habe es für alle am Vertrag Beteiligten? In. einer Verhandlung vor dem .Kulturamt vom-29» April 1959 hätten - was zutrifft - der Beklagte und seine (frühere) Ehefrau erklärt, sic übernähmen die volle Ver- ' mögensabgabe für eine ideelle Hälfte dos landwirtschaftlichen' Betriebs» Sie seien sich auch bewußt, daß dies der Sinn des § 3 des Übergabeverirags sei» Bamit habe der Beklagte? daß der Beklagte und seine damalige Ehefrau auch die Vermögensabgabe mit übernommen hätten, Selbst wenn aber der Beklagte die Vorstellung gehabt hätte, die übernähme beziehe sich nur auf den mit dem landwirtschaftlichen Betrieb zusammenhängenden feil der Vermögensabgabe, so würde die einseitige innere Vorstellung nicht hindern, daß die objektiv auszulegenden Erklärungen der Parteien die Übernahme der gesamten Vermögensabgabe zu dem Gegenstand gehabt hätten« Von einem in solchem Fall möglicherweise ihm zustehenden Anfechtungsrecht habe der Beklagte keinen Gebrauch gemacht«' Dem kann nicht zugestimrnt werden» Hach § 322 ZPO sind Urteile der Rechtskraft nur insoweit fähig* als Über den durch die Klage erhobenen Anspruch entschieden ist» Rechtskräftig steht zwischen den Parteien nach dem Vor-prozeß aber nur.fest* daß der Kläger auf Grund des damals dem Richter vorgelegten Sachverhalts (Rosenborg* lehr-buch des Deutschen Zivilprozeßrechts: 9i Aufl» § 150 II 'So 751) keinen Anspruch auf Zahlung und Befreiung hat* soweit die Klage abgewiesen v/oeden ist» Dicht aber steht damit der für die Rechtsfolge vom Richter fest gestellte Sachyerhalt selbst festC BGH Urt» v» 26» April 1951 ilir' ZR 188/50 - LM ZPO § 322 Nr» 2)» Es steht also nicht rechtskräftig fest* daß die vertragliche Einigung sich, soweit Klagabweisung erfolgte* nicht auf die Übernähme der Vermögensabgaben, erstreckt hat* ebensowenig die völlige oder auch nur teilweise Nichtigkeit des Übergabevertrags als den do/'S, Klageanspruch bed in g end en Recht sverhältn i sag s Die Begründung der Klageabweisung im Vorprozeß, die im übrigen keine festStellung enthält* sondern auf Unschlüssig keit der Klage.gestützt ist, nimmt an der Rechtskraft nicht teil, so daß das Berufungsgericht in der 'Beurteilung der frage, ob und in welchem Umfang die Vermögensabgabe vom Beklagten durch den Vertrag übernommen word en sei* durch die Rechtskraft nicht gehindert war» Anders wäre es, v/enn im Vorprozeß die Nichtigkeit des Vertrages oder auch nur eines bestimmten feiles des Vertrages Klagegegen-stand gewesen waiR?» 2« Die Revision bekämpft die Auslegung des Berufungsgerichts als rechtsirrig, jedoch ||n Ergebnis;,, ohne Erfolg, wenn auch nicht sämtliche vom Berufungsgerieht ange^lhrten Gründe für seine Auslegung den Angriffen der Revision standhalten» n) ■ Ob der gleiche Senat dos Berufungsgerichts im Urteil des Vorprozesseo ausgeführt hat, eine ausdrückliche Vereinbarung der Übernahme der Vermögensabgabe könne § 3 des Kaufvertrages nicht (richtig; nicht ohne weiteres) entnommen werden, ist ohne Bedeutung,/ da, wie erörtert,, die Rechtskraft sieh auf diese Ausführungen nicht erstreckt und Eindeutigkeit in dem oben unter 1 erörterten liier maßgebenden Sinn keine ausdrückliche Regelung erfordert» Es ist auch aus Rechtsgründen nicht zu beanstanden, wenn das Berufungsgericht aus der umfassenden Formulierung des § 3 auf einen weiften Sinn dieser Bestimmung schließt, die insbesondere beim Hinzukommen anderer Umstände die Einbeziehung einer zu dem Grundstüelcseigentum in Beziehung stehenden Verbindlichkeit." Bestimmung hin, Umstände, dice inenAnhal'tspunkt; für eine eingeschränkte- “ re Übernahme gabeno Auch stand einer derartigen ausgedehnten Verpflichtung im Wege, daß es sich nicht um einen gewöhnlichen Übergabevertrag;) sondern um einen solchen zur Sanierung und zur Ansiodlung eins Flüchtlings handelte, indem zur Regelung der privatrecht liehen Schulden, soweit sic aus dem Betrieb stammten, der Weg der ’Wegfertigung aus dem Kaufpreis gewählt wurde (§4 des Vertrages)« Der durch Auslegung zu ermittelnde rechtsgeschäftliche Wille muß immerhin einen wenn auchunvollkommenen Ausdruck in der Willenserklärung gefunden habeno e) Daß der Beklagte und seine Ihefrau bei ihrer Erklärung gegenüber dem Kulturamt am 29c April 4959 nicht von einer bereits bestehenden Verpflichtung aus dem Ver= trage auogcgaögen sind, kann der Revision nicht zugegeben werden, da bei dieser Verhandlung die Erklärung gegenüber dom Finanzamt im Vordergrund .'Stand und: die Erklärung "wir 3ind uns auch bewußt, daß dies der Sinn des § 3 des Übergabevertrages ist", nicht notwendig bedeutet, der Kläger habe dieses Bewußtsein erst zur Zeit der Erklärung erlangt« 'Übernahme1 der Vermögensabgabe enthaltend aufgefaßt« Das Berufungsgericht hat diesen Umstand vielmehr dahin .gewürdigt, es komme auf ihn nicht entscheidend an, da es sich bei. Bf lichten freizu demacheno Die Würdigung dieses Verhaltens lag in dem im Revisionazug nicht nachprüfbaren ermessen.des Berufungs- i riehters als des Tatriehters« Der Berufungsrichter hat nicht allein § 3 hinsichtlich der Übernahme der Vermögensabgabe ohne einen das Ergebnis beeinträchtigenden Rechtverstoß ausgelegt, sondern darüber hinaus in tatsächlicher Hinsicht fes’t-gestellt, daß der Kläger und der Beklagte den § 3 im genannten; Sinn auch verstanden haben (BU S° 1:2,V° Die im Zusammenhang mit dem Anfechtungsrecnt des Klägers gemachten Ausführungen des Berufungsgerichts schränken diese Feststellung nicht ein, sondern enthalten nur eine Hilfsbegründung für den Pall, daß die Feststellung in dem dort genannten Umfang nicht zutreffen sollte« Auch die der Auslegung an sich vorgehende Feststellung (BGH Urt, v„ 14° März 1956 VI ZR 336/54 IM.