BGH · V ZR 223/64
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Bor Vo Zivilsenat dos Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Vorhandlung von IO«, Juni ^ 966 unter Mitwirkung dos Scnatspräsidonton Dr0 Augustin und der Bundesrichter Br0 Piepenbrock, Dr<> Hothc, Pr» Freitag und Br0 Mattem für Rocht erkannt: Auf die Revision der Beklagten werden das Urteil des 4* Zivilsenats des Oberlandesgerichts in Frankfurt (Main) vom 8o Septe£abor *964 und das ihm zugrunde liegende Verfahren aufgehobene Die Sache wird zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung5 auch über die außergerichtlichen Kosten des Revisionsverfahrens., an das Berufungsgericht zurückverwiesene Die gerichtlichen Gebühren und Auslagen des Berufungs- und des Revisionsverfahrens werden niedergeschlagen; ausgenommen hiervon sind die durch Einlegung der Berufung entstandenen Kosteno Von Rechts wegen Tatbestand: da3 sic von dritter Seite käuflich erworben haben; im Kaufvertrag haben sie sich verpflichtet, die Anlieger- und Kr-schließungskosten zu tragen und zu diesem Zweck bestimmte Geldbeträge unmittelbar an die Beklagte zu zahlen, Sie worden, nachdem sie der genannten Verpflichtung nachgekommen sind, nunmehr von der Beklagten, da sich die Kosten unvorhergesehen erhöht hätten, auf Nachzahlung weiterer Beträge in Anspruch genommeno Mit der vorliegenden Klage bitten sic um Feststellung, daß die Beklagte nicht berechtigt sei, von ihnen sofortige Zahlung eines Betrages von 2 693,25 BM als zusätzliche Anliegcrkocten für ihr Grundstück zu verlangen; ferner wollen die Kläger festgectellt wissen, daß die Beklagte erst nach Abschluß der ihr vertraglich der Stadt gegenüber obliegenden Erschließungsarbeiten zusätzliche Anliegerkooten verlangen könne, und zv/ar auch nach nachgewiesener und begründeter Abrechnung äußerstenfalls in Höhe von *0 $ des im Kaufvertrag der Kläger mit den Voreigentümern vereinbarten Betrages von 6,55 DM je Quadratmeter, Das Landgericht hat der Klage stattgegeben. Die Berufung der Beklagten ist vom Oberlandesgericht zurückgev/iescn wordene Mit der im Berufungcurteil zugelassenen Revision erstrebt die Beklagte in erster Linie die Aufhebung dieses Urteils und dos ihm zugrunde liegenden Verfahrens, v/eil das Berufungsgericht nicht vorschriftsmäßig besetzt gewesen sei; hilfsv/cisc verfolgt sic ihren bisherigen Klageabweisungsantrag weiter. Das angefochtene Urteil kann keinen Bestand habeiu ohne daß auf seinen Inhalt einzugehen iota Denn die von der Revision erhobene Verfahrenorüge aus § 55^ Hr„ 1 ZPO greift durch„ Zwar hat der Berufungsrichter gemäß § 546 Abs0 41 und 2 ZPO die Revision nur wegen bestimmter sachlich-rechtlicher Fragen zugelassen? und Schl und der Landgerichtsrat Liese Besetzung entsprach nicht den Grundsätzen, wie sie vom Bundesverfassungsgericht bei der Anwendung des Art« 101 Abs» 1 Satz 2 GG in ständiger Rechtsprechung vertreten werden (vglo die Beschlüsse vom 24° März '-964, BVerfG] Der Bundesgerichtshof hat dieso Rechtsprechung seinen Entscheidungen zugrunde gelegt (EGHZ 44, 197, 202 mQ Nachw«; Urteile vom 220 Dezember 1965, I b ZR 143/64, und vom 15« Februar 1966, V ZR 215/64)« Sie muß auch im vorliegenden Fall beachtet werden,, Danach war der 4° Zivilsenat dos Oberlandesgerichts Frankfurt (Main) in der mündlichen Verhandlung von 7« Juli 1964 nicht vorschriftsmäßig besetzt» Dies führt, da der angegebene Verfahrensmangel gerügt worden ist« zur Aufhebung des Berufungsurteils und des ihm zugrunde liegenden Verfahrens sowie zur Zurückverv/eicung der Sache an das Berufungsgericht (§ § 564, 565 Abs» 1 ZPO)«