BGH · V ZR 197/58
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Hat das Berufungsgericht die Klage wegen mangelnder Prozeßführungsbefugnis des klagenden Erben im Hinblick auf eine bestehende Testamentsvollstreckung abgewiesen, so ist das Revisionsgericht bei Prüfung der Pro-zeßführungsbefugnis des Klägers an die tatsächlichen Feststellungen des Berufungsgerichts nicht gebunden= hat der Yc Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Yerhandlung vom 14= Dezember 1959 Auf die Revision des Klägers wird das Urteil de: o Diese Werte hat der Erblasser im Juli 1931 bei oder kurz vor dem Erlaß der deutschen Kapital- und Steuerfluchtverordnung vom 13o Juli 1531 an den damals in Holland wohnhaften Beklagten ’'überwiesen und übereignet" Der Kläger s ieht hierin nur eine treuhänderische Übertragung und hält die zwischenzeitlichen Verfügungen des Beklagten über die Werte für unredliche Der Beklagte nimmt eine endgültige Übertragung des Vollrechts auf sich, fürsorglich nachträglichen Rechtsverzicht des Erb- Die ven der Witwe erhobene und nach ihrem Tode ven ihrem Sohne weiter verfolgte Klage begehrt hinsichtlich des dem Beklagten 1931 anvertrauten Auslandsvermögens Rechnungslegung und Herausgabe<> sondern auch über den vom Landgericht noch nicht verbeschle-denen und daher zunächst beim Landgericht anhängig gebliebenen Herausgabeantrago Dafür spricht der Wortlaut der 'Pcrmel des Berufungsurteii's, das ’’die Klage” ohne Beschränkung auf einen Seil abweist und dem Kläger "die Kosten des Rechtsstreits” ohne jede Einschränkung auferlegte Dafür spricht weiter der Satz der Entscheidungsgründe (BU 32 unter D vor-l), der - wenn auch unmittelbar nur im Rahmen einer hypothetischen Hilfserwägung die Klage ausdrücklich "nicht nur hinsichtlich des Rechnungslegungsanspruchs5 sondern in vollem Umfang" als ahweisungsreif bezeichnet<> Dafür'spricht schließlich die Höhe des vom Berufungsgericht (gleichseitig mit der Urteilsverkündung) festgesetzten Streitwerts (IcCOOoOOÖ DM, und zwar einheitlich für die erste und zweite Instanz, GA 17 541)? 3o Das Berufungsgericht hat die Klage wegen mangelnder Prczeßiührungsbefugnis der Klagseite .(erst de^ Erbin und jetzt des Erbeserben, vgl. sachlich-rechtlich zur Verfügung befugt ist^ die Verfügungsbefugnis ist insoweit nur materiell-recht-3.iche Vorfrage für die Prozeßführungsbefugniss ebenso wie die Hechtsfähigkeit - für die Parteifähigkeit und die Geschäftsfähigkeit für die .Prozeßfähigkeit <> Der Mangel der Prozeßführungsbefugnis führt> wie der einer anderen Prozeßvoraussetzungp ohne Prüfung der sachlichen Begründetheit zur' Abweisung der Klage als unzulässig-(vgl* das genannte Schrifttum)0 Infolgedessen ist das Berufungsurteil? Das Berufungsgericht' hat allerdings (3TJ 32-49) auch zur sachlichen Schlüssigkeit des Klagbegehrens eingehend Stellung genommen (sie wird im Hinblick auf § 317 Satz 2 BGB verneint)„ Das geschah jedoch nur im Ha'nmen der Prüfung des Antrags, das Verfahren bis zur Entscheidung des Eachlaßgerichts über, die die Person der Testamentsvollstrecker betreffenden Fragen ausau-setzen«-.Das Revisionsgericht hat diese Darlegungen des Berufungsgerichts in der gegenwärtigen Lage des Verfahrens nicht nachzuprüfen * da die Ablehnung der Aussetzung durch das Oberlandesgericht nicht anfechtbar ist (vgl« •■§§ 232 j 5_67 Ai So 3 ZPO) und für die Entscheidung in der Hauptsache die '"Erörterungen über die - Begründet-heit der Klage deshalb unbeachtlich sind, weil das Obe.rlandesgericht keine Sachaoweisungp sondern eine Prozeßabweisung ausgesprochen hat (BGHZ-11? Grundgedankens gerade auf denfall der Prozeßführungsbefugnis ist zwar nirgends feststellbar; aber es ist weder ein dogmatisches- noch rer allem ein praktisches Bedürfnis dafür einsusehen, daß diese Proseßvoraus-setzung hier anders behandelt werden sollte als die übrigeno für den Umfang der sicnsrichters macht es auch Prüfungspflicht des Revi-keinen Unterschied.- ob die Vorinstanz das Yorkiegen der ProzeßVoraussetzung bejaht und daher sachlich erkannt hat (so allerdings in den meisten der bisher entschiedenen Fälle), oder ob es sie. wie im vorliegenden Fall, verneint hat (so bereits RG HRR 1950* -1154; GGH UoW 50* 468)-; auch im letzt eren Pall fehlt es an einem hinreichenden Grund* den Prüfungsumfang des Revisionsrichters wieder wie in dem gesetzlich lein geregelten Palle der Begründetheitsprüfung ein- Hiernach hat der erkennende Senat* entgegen der Auffassung beider Prozeßparteien, zur Beantwortung der Präge nach der Prczeßführungsbefugnis der Klagseite den Sachverhalt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht ohne Bindung an die Feststellungen des Berufungsgerichts zu prüfen und zu würdigen» Er hat insbesondere das Testament des Erblassers als die für jene Präge entscheidende tatsächliche Grundlage frei auszuiegen Das ergibtsich zwar .entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts nicht schon daraus, daß der Sachvortrag der Klage vertragliche Beziehungen nur des Dichters selbst, nicht auch seiner Ehefrau zu dem Beklagten behauptet; denn die Klagansprüche könnten auch nichtvertraglicher Natur sein (Geschäftsführung ohne Auftrag, unerlaubte Handlung)» Entscheidend ist auch nicht,, daß der Antrag der Klage vom anvertrauten Vermögen spricht, da hierdurch nur eine gegenständliche Abgrenzung und keine Beschränkung auf den rechtlichen .Gesichtspunkt des Vertrags vorgencmmen werden sollte0 Die Auffassung des Berufungsgerichts trifft jedoch aus einem anderen Grunde im Ergebnis zu« Paj3 das umstrittene,Auslandsvermögen vom Dichter und nicht von'seiner Ehefrau herrührt, ist unstreitig (vgl» Klagschr.'ifc^ GA I 2) o Daß er es auch nur teilweise auf 1 * oh seine Ehefrau übel hätte, ist, soweit ersieht- versucht (Schriftsatz vein 7« Mai 1958 Bl° 2-10), aber mit keinem Wort auf eine schon zu Lebzeiten des Dichters begründete eigene 'Rechtsinhaberschaft der Ehefrau hinsichtlich irgendwelcher Auslandswerte als weitere Klaggrundlage abgehoben o (Diese Beschränkung des Klaggruno.es hatte auch ihren guten Sinn im Einblick auf die Beweisschwierigke11en? 3„.Mit Recht• untersucht' das Berufungsgericht bei der Prüfung*, der Prczeßführungsbefugnis der ICIagseite zunächst den Umfang der ...'■materiellrechtlichen Verfügung sbe fuvnls des Erben (BU 18/21 )„ Inder Beantwortung dieser präge kann ihm indessen sachlich nicht beigetreten werden. Den Testamentsvollstreckern werden zugewiesens die Unterstützung des Erben, ("Zur-Seite-Stehen mit Rat und Tat"? weist das Testament sus die''Verwaltung des Nachlasses (a&O Sr, 4)p die Entscheidung von Meinungsverschiedenheiten zwischeh"'den Testamentsvollstreckern in al-len Punkten (Nr. 5 Satz .2} sowie die Auswahl von Ersatz-Test amentsvo11streökern, und zwar teils im Sinne bloßer Vorschläge zur Ernennung durch das Nachlaßge-rieht (§ 4 Absehn. der Abschluß von Abfindungsvereinbarungen mit den Pfliohtteilsberechtigten {durch den Erben mit Zustimmung -der Testamentsvollstrecker oder durch die Testamentsvollstrecker mit Zustimmung des Erben, § 4 Absehn» II Nr» 3) sowie die Eingehung von Verbindlichkeiten zu einer Verfügung über einen Nachlaßgegen-stand, und die "Verfügung'über Machlaßgegenstände selbst" ("nur" durch den Erben "gemeinsam mit den Testamentsvollstreckern", § 4 Absehn» II Nr. 5 Satz 1)« Das Berufungsgericht entnimmt diesen Bestimmun-gen, "daß Erbe und Testamentsvollstrecker sich in die Verwaltung des Nachlasses auf bestimmte Weise zu tei-len haben"..(Bü 19-21), und unterscheidet zwischen Ab-findungsvereinoarungen, die der Erbe allein mit bloßer Verfügungen im n 5 aaO zwar Veräußerungen und Belastungen nicht aber die bloße Einziehung von .Nach- Maßgebend für die Auslegung des- Testaments ist der Wille des.Erblassers ( §2081 BGB)« Mangels näherer Anhaltspunkte muß bei den wortiautmäßigen Unklarheiten des Testaments angenommen werden,,daß der Erblasser seinen ietztwilligen Bestimmungen diejenige Bedeutung hat geben wollen, bei der ein möglichst verständiges und praktisch brauchbares Ergebnis erzielt wird und das Testament in sich möglichst widerspruchsfrei ist. aaO, wonach, die Verwaltung des Nachlasses grundsätzlich dem Erben obliegen und die Testamentsvollstrecker ihm dabei nur zur Sei ce stehen sollen0 Diese Bestimmung und nicht die von Nr« 5 Satz 1 enthält die zentrale Regelung für die Zuständigkeitsgrenze zwischen Erben und Testamentsvol1streck ern? 5 ergibt sich einmal daraus, daß Nr« 4 in den RechtsZuweisung an den Erben keinerlei Einschränkung enthält, während die Rechtsbe-schrankung des Erben nach ihn 5 Satz 1 ihrerseits durch die Ausnahme in Hr# 5 Satz 2 'wesentlich .entkräftet wird; danach erlangt nämlibh der Erbe bei allen Maßnahmen dann, wenn die Testamentsvollstrecker unter sich uneins sind und er sie angehört hat, den :"Stichentscheid" und damit die alleinige Handlungsbefugnis, und zwar auch zu'7er-f neun ügungen,pür den Vorrang won Nr« 4 gegenüber Er. Satz spricht weiter die Erwägung, daß die Verwaltung des Na cl 'owohl im allgemeinen als auch besonders im vorliegenden Pall zu einem ganz erheblichen Teil in der Einziehung von Nachlaßforderungen besteht (Einnahmen aus dem dichterischen lebenswerk des Erblassers) und daß infolgedessen dann, wenn man auch diese Tätigkeit nach Nr.» 5 der Zustimmung der .Testamentsvollstrecker unterstellen würde, die Bestimmung über die Alleinverwaltung des Erben (Nr« 4) praktisch bedeutungslos wäre« Mit Recht weist die Revision darauf hin, daß es,dem Erblasser. offenbar darauf ankam,- den Nachlaß vor beeinträchtigenden Verfügungen des Erben zu schützen, aber nicht darauf, den Erben zu beschränken bei der Einziehung von Porderungeh zu dem Nachlaß, die gerade der Steigerung des Nachlaßwerts dient« Pür eine einschränkende Auslegung des Wortes »Verfügung” in Nr« 5' spricht schließlich, daß diese Bestimmung bei Aufzählungen der dem Alleinhandeln des Erben (zunächst) entzogenen Akte an erster Stelle die Eingehung von Verbindlichkeiten für den Nachlaß, nennt und erst dann, und zwar als Beispiele hierfür (nämlich durch Kommata'.eingeschlossen und-mit dem Wort "insbesondere" eingeleitet) sowohl die Eingehung von Verbindlichkeiten zu Verfügungen über Nachlaßgegenstände als auch die Verfügung über Nachlaßgegenstände ■ selbst anführto Diese sprachliche Passung könnte sogar lie Drage auftauchen lassen, ob hier unter'»Verfügungen« nicht nur.solche gemeint sind, die der Erfüllung von Verbindlichkeiten dienen; doch ist das wohl mangels eines erkennbaren inneren Grundes für eine so weitgehende Einschränkung abzulehnen, zu demal der Testament sw ort laut hier in doppelter Hinsicht ungenau ist, nämlich sowohl rechtlich (Verpflichtung ist etwas anderes als Verfügung) als auch sprachlich (die Parenthese - ««insbesondere . Erfolg entgegenhalfen/ daß die VerfUgungsbesehräßkung des Erben nach Hr. 5 bei Uneinigkeit der Testaments-Vollstrecker praktisch wieder entfalle und desna^D im umfang von Nr« 5 Voraussetzung -fiin das Alleinverfügungsrecht des Erben' ihre Anhörung, die im Pall der tatsächlichen oder rechtlichen Verhinderung des einen oder anderen;Testamentsvollstreckers an der Amts-aus Übung im Hinblich auf die komplizierte' Regelung der Vertreter-Ernennung im Testament(§ 4 Absehn« Abs«' 2, § 4 Ab sehn« II Sr»' 6 und Nr« 9) erhebliche Schwierig- -Veiten machen kann, wie gerade der vorliegende Pall zeigt, Hieraus ergibt sich übrigens eine Bestätigung dafür, daß entgegen der früher von der- Klagseite vertretenen Auffassung das Amt der Testamentsvollstrecker keineswegs ein bloßes' "Schattenamt’! alleinigen Einziehung von Nachlaßverbindlichkeiten erleidet auch keine Ausnahme für den Pall, daß Schuldner ■dieser Verbindlichkeit ein naher Angehöriger ist, insbesondere einer der Sohne des Erblassers und etwa unter ihnen gerade der eine oder andere Testamentsvollstrecker « Bei einer solchen Sachlage fällt zwar die Testamentsvollstreckerschaft selbst nach dem ersichtlichen Willen des Erblassers entgegen der Auffassung der Revision nicht weg (nur die,Person des Testamentsvollstreckers ist für den Umfang des Interessenwiderstreits aussuwechselhj wie das Berufungsgericht im Rahmen einer Hilfserwägung unter entsprechender Anwendung von 4 a Ab sehn« ' II Br. 6 zutreffend ausführt, 3tJ 24 unten),; die' ’Testamentsvollstrecker (gegebenenfalls anstelle des Hachiaßschuldners ein Ergänzungs-•Testamentsvollstrecker) sind auch in diesen fällen dazu berufen; dem Erben "zur Seite zustehen" und?; soweit Veräußerungen; Belastungen oder Verzichte in Betracht kommen} im.Umfange von Uro 5 aaO mitzuentscheiden (vgl» § 4 Ab sehn«- I Schlußsatz; daß "jedenfalls c o o immer zwei Testamentsvollstrecker im Amte sein" sollen)» Dafür jedoch; daß. für .solche fälle der Erbe einer weitergehenden Verfügungsbeschränkung durch die Testamentsvollstrecker unterworfen werden sollte als sonst; fehlt es an jedem Anhaltspunkt im Testament und an einem erkennbaren sachlichen Bedürfnis« wo die Zuweisung der Handiungsbefugnis an eine andere Person als den materiellen Rechtsträger in frage steht; werden Verfügungsrechte und Prozeßführungsbefugnis von der Rechtsordnung keineswegs überall gleich behandelt.(vgl» erben palandt aaO Einführung 5 vor § 2100)« V/as die Abgrenzung der Befugnisse zwischen Erben und Testament; Vollstrecker anlangt; hat das Gesetz.allerdings me au fall stellt das Gesetz für das Prozeßführungsrecht f gas materielle Verfügungsrecht ab».Ob der Erblasser durch letztwillige Verfügung für das Prozeßführungs-T-e^ht eine andere Zuweisung vornehmen könnte als für das materielle.Verfügungsrecht, kann dahingestellt bleiben s denn im vorliegenden Pall liegt eine derartige Anordnung des Erblassers nicht vors das Testament regelt, wiunzweifelhaft und unstreitig 1st, unmittelbar nur das materielle yerfügungsrecht und bestimmt über die -Prozeßf-lii^ungsbefUgnis- nichts» per vorliegende Pali hat jedoch die Besonderheit, daß. das materielle Verfügungs-reeht hinsichtlich eines und desselben Eachlaßgegenstandi weder allein den Testamentsvollstreckern noch allein dem Erben zugewiesen, sondern zwischen Erben und Testa-mentsvollstreekern aufgeteilt ist derart,, daß es in uer einen Art von Päilen (nämlich hinsichtlich der bloßen IkNihijjehung von Eachlaßfcrderun’gen sowie bei Uneinigkeit der TelkjavrcTiisvö'IIstrecker untereinander' nach ihrer Anhörung) dem Erben .allein und-in den übrigen Pallen dem Erben und den Testamentsvollstreckern' zusammen zustehto Es kann dahingestellt bleiben, ob in den letzteren Fällen der nur gemeinsamen Verfügungsbefugnis für den Aktivprozeß eine notwendige Streitgenossen-Lai eigentlichen Sinne (§ 62 io sch Pal ;nen Erben und Testamentsvollstreckern ähnlich wie zwischen Miterben bestellt (dies nimmt das Berufungsgericht an) oder Prozeßführungsbefugnis sowohl für den Erben allein als auch ohne ihn für die beiden Testamentsvollstrecker zusammen als notwendige Streitgenossen (wenigstens dann, wenn der Erbe mit Zustimmung- der Testamentsvollstrecker* klagt oder umgekehrt,.- vgl» Rosenberg aaO § 45 II 2 c Anfang) 5 oder schließlich-nurmprozeßführungsbefugnis des Erben allein und überhaupt keine Prozeßführungsbefugnis der Testamentsvollstrecker (weil hinsichtlich eines je-den Nachlaßgegenstands das Verfügungsrecht des Erben -nicht ausgeschlossen, sondern nur:eingeschränkt ist; vglo in dieser Richtung mit Einschränkung die 1° Auflage von Rosenberg, Lehrbuch des deutschen Zivilprozeßrechts, § 44 II 1 a'^und weitergehend Hellv/ig, System aaQ So 164, T65)» Im vorliegenden Rechtsstreit handelt es sich um einen Pall, für-den das materielle Verfügungsrecht dem Erben allein zusteht (oben 5(ü Deshalb ist er auch allein zur Prozeßführuhg befugt» Soweit im Lauf; des Rechtsstreits allerdings über ihre bloße Einziehung hinaus materielle Verfügungen über die Klagforderungen in Betracht kommen sollten'- insbesondere etwa bei einem vergleichsweisen Verzicht wäre«hierzu die - Zustimmung der beiden Testamentsvollstrecker (§ 4 Abschn» II Nr» 5 Satz 1} oder wenigstens ihre Anhörung (aaOSatz 2) erforderlich (vergleichbar etwa.der Prozeßführung des Vormunds im Palle des § 1822 Hr»12 BGB); das berührt je-doch die Prozeßführungsbefugnis des Erben als solche nicht» Daß seine Befugnisse vein Erblasser nicht größer gewollt sind als diejenigen des ursprünglichen Erben* liegt auf der'Hand und wird von keiner Seite in Zweifel gezogene Das Berufungsgericht neigt umgekehrt zur Annahme einer ab'geschwächten Stellung des Erbeserben (BU 28)o Der Umstand jedoch* daß der Erblasser den Dali der Beerbung seiner Erbin (Witwe) durch den Sohn ausdrüc-k“ lieh erwogen und in anderer Hinsicht geregelt hat (§ 4 Absehn« IX Nr» 9), eine Änderung des Machtumfangs der Testamentsvollstrecker für diesen Fall jedoch.nicht verfügt hat (vglo im Gegenteil § 2 letzten Absatz)* spricht ausschlaggebend dafür* daß der Erbeserbe gegenüber den Testamentsvollstreckern eine gleichstarke Stellung haben soll wie der Erbe selbst* zu demal in keiner Weise ersichtlich ist* welchen Inhalt eine- Änderung haben sollteo Zwar ist nicht zu verkennen-, daß die zwischen den Parteien bestehenden starken Spannungen das Zusammenwirken zwischen■Erben und Testamentsvollstreckern beträchtlich erschweren* das vom'Erblasser'-gewollt und im Interesse der geistigen Hinterlassenschaft des Dichters dringend wünschenswert ist» Aber diese Spannungen haben ihren Grund* soweit erkennbar* vor allem in den Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich des im vorliegenden Rechtsstreit umkämpften Auslandsvermcgens des Dichters5 sie sind schon zu lebzelten der ursprünglichen Erbin und unter llcteiligung auch ihrer Person entstanden und durch das Hinüb eihveohs ein des einen Sohnes (jetzigen Klägers) aus der Rolle des Testamentsvollstreckers in die des Rechtsträgers zwar verschärft, aber nicht-erst hervorgeru-fen worden» Die Spannungen mögen vielleicht Anlaß geben, eine nicht nur vorübergehende Änderung in der Person auch des anderen.Testamentsvollstreckers (des Beklagten) zu erwägen ~ darüber hat nötigenfalls:das Hachlaßgericht zu entscheiden die rem Erblasser .testgelegte Stellung des Erben und des Erbeserben im Verhältnis zur Testamentsvollstreckung als solche kann durch sie nicht berührt werden« daß die Prozeßführungsbefugnis sowohl der ursprünglichen Klägerin als auch des nach ihrem Tode an ihre Stelle getretenen jetzigen Klägers entgegen dem Berufungsgericht su bejahen isto Auf den Sachvcrtrag in dem vom Klager in der Be-Visionsverhandlung überreichten Schriftsatz kam es nicht mehr an; es erübrigte sich, deshalb die vom Beklagten dazu nach § 272 a ZPO erbetene Erklärungsfrist„