BGH · V ZR 177/61 vom 31.05.1961
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cl cs Klägers selbst durch Kauf erworben., und zwar zu Speku-lationsswecken* Er sei demnach in geschäftlichen Dingen durchaus erfahren gewesene Wie sich nicht zuletzt hieraus ergebe, habe der Erblasser die gleichmäßige Aufteilung eines etwaigen Mehrerlöses nur für den Pall der eigentlichen Veräußerung im Sinne von §§ 433 BGB anordnon wollen* Die Testamentsklausel sei nicht dahin auszulegen, daß auch rechts-geschäftliche Verfügungen, wio Verpachtung, Tausch u*a* die Erlösaufteilung erforderlich machten oder daß die Aufteilungs-pflicht gar immer dann eintrete, wenn eines der Kinder einen irgendwie gearteten Vorteil aus den Grundstücken erreichen Y;ürde« Eine solche Ausweitung der insoweit klaren Bestimmung des Testaments sei durch nichts begründet* Sie würde übrigens den als richtig unterstellten weiteren Ausführungen des Klägers widersprechen, daß der Erblasser gerade die beiden umstrittenen Grundstücke aus Spekulationsgründen erwarb, also ihren eigentlichen Wert kannte, der nicht in der landwirtschaftlichen Nutzung, sondern in der industriellen Nutzung der Kaolin-unä BausandVorkommen begründet liege* Gerade die Tatsache, daß der Erblasser trotz Kenntnis der weit einträglicheren industriellen Nutzungsraöglichkeit nur den Verkaufsfall im Testament regelte und keine Bestimmung für den Pall einer anderen Verwertung traf, sei eine weitere Bestätigung für die enge Auslegung der Klausel entsprechend ihrem Wortlaut* Daß das Wort "verkauft?, von einem juristischen Laien gebraucht, auch in einem weiteren, ebenfalls die nur wirtschaftliche Entäußerung von Grundstücken umfassenden Sinne ausgelegt werden könnte (vgl* dazu § 17 Abs«, 1 des Grundstückverkehrsgesetzes vom 28» Juli 1961 BGBl II 1091);, besagt nichts gegen die Pehlerfreiheit der vom fatrichter vorgenommenen engeren Auslegung» Daran ändert auch nichts der in der mündlichen Revisionsverhandlung vom Kläger hervor-gehobone Umstand, daß es sich im vorliegenden Pall bei dem einen Grundstück - wie unterstellt werden kann - um eine dem Verkauf wirtscbaftlich besonders nahekommende Art von Verpachtung handelt, und zwar sowohl wegen des Umfangs der Pächterleistung (Zusage des Baues eines komfortablen Vier-familien-Wohnhauses) als auch deshalb, weil das Grundstück nach beendeter Ausbeutung durch den Pächter in seiner Substanz wirtschaftlich wertlos sein wird; auch dies macht die Auslegung des Tatrichters weder unmöglich noch zu einem Verstoß gegen ein Dcnkgesotz0 Zwar gibt der Testementswortlaut eine genügende Grundlage dafür ab, auch außerhalb des Testaments liegende Umstände zu seiner Auslegung heranzuziehen* In der NichtVernehmung des angeblichen Beraters des Erblassers, als Zeugen über den vom Klüger behaupteten weitergehenden Verteilungswillen des Erblassers liegt jedoch kein Rechtsverstoß» Gegenstand eines solchen Beweisantrags konnte nicht der Erblasserwille selbst sein, sondern nur Äußerungen des Erblassers, die einen Schluß auf seinen inneren Willen möglich machten* Ob ein solcher Schluß tatsächlich zu ziehen ist, darüber hatte der Tatrichter zu befinden« Das Berufungsgericht hat ausdrücklich unterstellt, daß sich der Erblasser mit GfHiHB Uber sein Testament beraten und mit ihm auch über eine Bestimmung der Vorteilsauegleichung in dem vom Kläger geltend gemachten unterstellt werden, daß die Beklagte von der Miterbin bereits vorher zu dem Kaufabschluß bevollmächtigt war (so daß sie ihn hatte ohne Genehmigungsvorbehalt tätigen können), daß daß sie erst nachträglich (nach Erhebung der vorliegenden Klage) auf Grund Rücksprache mit der Beklagten mit dem Abschluß des Vertrags nicht mehr einverstanden war, um die Ansprüche des Klägers zu vereiteln« Zugunsten der Revision kann schließlich auch unterstellt werden (v;as das Berufungsgericht off enließ)=? davon ausgegangen wurde, daß der Eintritt der Bedingung entweder unter allen Umständen oder doch redlicherweise herbeizuführen sei (RGZ 79» 96; BGB RGRK aaO Anm» 4)* Dagegen ist für § 162 BGB grundsätzlich kein Raum im Palle von reinen Willkürbedingungen (Potestätit- ?.Willensbedingungen) s ein Beteiligter, dessen Verpflichtung nach dem Rechtsgeschäft von einer bloßen V/illkürbedingung abhängt, verstößt in der Regel nicht gegen freu und Glauben, falls er den Eintritt der Bedingung verhindert, selbst wenn er dabei die Absicht hat, sich die Vorteile des Geschäfts auf andere Weise zu sichern (RGZ 53» 257? Im vorliegenden Pall ist für die Präge, ob die Beklagte (und ihre Miterbin) nach Treu und Glauben eine Rechtspflicht zun Handeln hatte.(n),auf den Willen des Erblassers als desjenigen abzustellen, der als einziger an dem die bedingte Verpflichtung begründenden Rechtsgeschäft (Testament) beteiligt war.- Hinsichtlich dieses Willens hat der Tatrichter bei der Auslegung des Testaments ohne Rechtsirrtura die Feststellung getroffen, daß der Erblasser eine Überschußverteilung auch an die nicht erbenden Kinder nur für den Pall eines Verkaufs im Rechtssinne gewellt hat, dagegen nicht für den Pall einer sonstigen, etwa pachtweisen wirtschaftlichen Nutzung des Grundbesitzes» Dies spricht ausschlaggebend für die Annahme, daß der Verkauf im freien Belieben der Erben stand, daß es sich also dabei um eine reine Willensbedingung handelt und daß infolgedessen die Beklagte und die Schwester Maria nicht nur nicht auf Grund Rechtsgeschäfts (Testaments), sondern auch nicht auf Grund von Treu und Glauben zu dem Verkauf des einen oder anderen Grundstücks verpflichtet waren» Wollte man eine solche Verpflichtung bejahen und demgemäß darin, daß die Erben statt des Verkaufs eine gewinnbringende Verpachtung wählten, einen Verstoß gegen Treu und Glauben sehen, der die Pflicht zur Überschußverteilung auslöst, dann würde das auf einem Umweg zu einem Ergebnis führen, welches über den festgestellten Bedenkungswillen des Erblassers hinausgeht« Hieran ändert nichts der von der Bevision in diesem Zusammenhang angeführte --Umstand, daß der Erblasser bereits das Grundstück in Spekulationsabsicht gekauft hat, um es später als sehr großes Wertobjekt industriemäßig au3zunützen0 Diese Voraussicht des Erblassers ist umgekehrt in Verbindung mit dem Umstand, daß das Testament von mehreren möglichen Verwertungsarten nur eine einzige (Verkauf) anführt, vom Tatrichter ohne Bechtsvor3toß zur weiteren Begründung jenes engen Umfangs des Bedenkungsv/iliens des Erblassers herangezogen worden« Kaufvertrag mit Maria smHHHH den Kaufvertrag mit der Beklagten allein gewollt haben würden, wäre die dingliche Durchführung dieses Vertrags aus Rechtsgründen unmöglich gewesen (§ 2040 Abse 1 BGB); die Testamentsklausel bezog sich aber nach der ersichtlichen Auffassung des Berufungsgerichts, die keinen Rechtsirrtum enthält, nur auf durchführbare Verkäufe» Ob ein Verstoß gegen Treu und Glauben in Sinn von § 162 BGB dann in Betracht käme, wenn beide Miterbinnen das Grundstück zunächst rechtswirksam verkauft, den Kauf ober dann (etwa im Benehmen mit dem Käufer) rückgängig gemacht hätten, kann dahingestellt bleiben, da eine derartige Sachlage nicht behauptet ist» Der vorgetragene Sachverhalt rechtfertigt die Annahme eines Vorstoßes gegen Treu und Glauben entgegen der Meinung der Revision y*eder bei der Beklagten noch bei ihrer Miterbin Maria Ob die Beklagte zu dem - selbst vorbehaltlosen - Abschluß eines Kaufvertrags auch namens Maria Vollmacht hatte, diese Miterbin auch mit dem Inhalt des Vertrags ausdrücklich einverstanden war und von einer Genehmigung lediglich deshalb absah, um einen testamentarischen Verteilungsanspruch der Geschwister nicht entstehen zu lassen, ist nach dem Gesagten unerheblich; das Berufungsgericht brauchte deshalb entgegen der Meinung der Revision den hierüber angebotenen Beweis nicht zu erheben» Darauf, ob Maria SflHHHHI etwa im Innenverhältnis zur Beklagten (oder auch im Außenverhältnis zu dem Käufer) zur Erteilung dqr Genehmigung verpflichtet war, kommt es ebenfalls nicht an, da sich hieraus nicht auch im Verhältnis zu den übrigen Geschwistern, hier dem Kläger, eine Genchmigungcpflicht ergab, und zwar weder kraft Rechtsgeschäfts noch auf Grund von Treu und Glauben«, Aus den gleichen Gründen fehlt es auch an einem Verstoß gegen die guten Sitten im Sinn von § 826 BGB» Infolgedessen hat das Berufungsgericht eine Schadensersatzpflicht nach dieser Bestimmung im Ei*gebnis zu Recht verneint,, ohne daß es auf die von ihm gegebene weitere Begründung (Fehlen eines Schadens) ankommt«, Die Revision erhebt insoweit keine Einwendungen«,