BGH · V ZR 174/63 vom 10.05.1966
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Auf die Revision der Beklagten v/ird das Urteil dos 1. Die Sache wird zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht zurückverwiesen, dem auch die Entscheidung über die Kosten der Revision übertragen wird. Im Jahre 1942 starb der Vater des Klägers* Eine Auseinandersetzung zwischen den drei Geschwistern fand nicht statt. Juni 1951 schloß die Schwester des Klägers mit dem Beklagten zu 1 einen Erbteilsübertragungsvertrag. In diesem heißt es einleitend, daß auf Grund bereits beantragter Grundbuchberichtigung als Eigentümerin des Hausgrundstücks S^l^lstraße die Erbengemeinschaft zwischen dem Kläger und seinen beiden Geschwistern eingetragen wird. Hierauf verkaufte die Schwester des Klägers ihren Erbteil am Nachlaß ihres Vaters (der nur noch aus dessen Anteil an der fortgesetzten Gütergemeinschaft bestand) an den Beklagten zu 1 und übertrug ihn auf diesen, Am 20. September 1951 wurden im Grundbuch zunächst die drei Geschwister in ungeteilter Erbengemeinschaft und sodann der Beklagte zu 1 auf Grund des Erbteils-übortragungsvertrages für den Anteil der Schwester des Klägers eingetragen. In notarieller Urkunde vom 5« Juni 1952 verkaufte die fortgesetzte Gütergemeinschaft auf Ableben des Alfred ihren Erbteil am Nachlaß des Reinhard an die Beklagten und übertrug ihn auf diese. Die Eintragung der Beklagten im Grundbuch für den Anteil des Alfred erfolgte am 26. In dessen Verlauf forderte der Kläger auf Grund des ihm nach seiner Ansicht zustehenden Vorkaufsrechts von den Beklagten im Klageweg die Übertragung der verkauften Erbteile auf sich. und die Erbengemeinschaft auf Avblcben des Vaters Reinhard dahin auseinander, daß der Kläger das Hausgrundstück S^BPIstraße zu Alleineigentum übernahm. 1. Nach dom Tode des Vaters und des Bruders des Klägers ist Eigentümerin des Grundstücks S^^^straße 9 in eine Liquidationsgemeinschaft gev/orden, deren Mitglieder der Kläger, seine Schwester, die fortgesetzte Gütergemeinschaft auf Ableben seines Bruders und eine Erbengemeinschaft waren, die aus denselben Mitgliedern bestand. Bei dieser Rechtslage konnten, wovon auch das Berufungsgericht ausgeht, der Kläger, seine Schwester und die fortgesetzte Gütergemeinschaft auf Ableben seines Bruders zwar nach § 2033 Abs. 1 BGB über ihre Anteile am väterlichen Nachlaß, der nach den aus dem Zusammenhang seiner Urteilsgründe zu entnehmenden Feststellungen des Berufungsgerichts aus dem Anteil des Vaters an der Liquidationsgemeinschaft bestand9 verfügen, nach §§ 1497 Abs. 2, 1442 Abo. 1 BGB a.F. nicht aber, solange eine Auseinandersetzung nicht erfolgte, auch über ihre Anteile an der Liqui-dotioncgcmeinschaft; ein Verstoß hiergegen hatte nicht nur die Nichtigkeit der dinglichen Verfügung, sondern auch die der zu Grunde liegenden schuldrechtlichen Verpflichtung zur Folge ( RG JW 1903 Beilagen Nr. 54; Palandt, BGB 25. Da nach den als unstreitig bezeichneten Feststellungen des Berufungsgerichts sowohl die Schwester des Klagers als auch die Mitglieder der fortgesetzten Gütergemeinschaft auf Ableben seines Bruders bei Abschluß der Erbteilsübertragungsverträge glaubten, ihre Erbteile beliefen sich auf je ein Drittel des aus dem Grundstück S^^Potrasso ^ in bestehenden Nachlasses des Vaters Reinhard M^^p, und sie daher tatsächlich nicht nur ihre Anteile an dem Nachlaß des Vaters Reinhard sondern auch ihre güterrechtlichen Anteile an der Liqui-dationogemcinschaft verkaufen und übertragen wollten, waren somit zunächst, v/ie das Berufungsgericht ohne Rechts-irrtum folgert, die Erbteilsübertragungsverträge insoweit nach §§ H97 Abs. 2, 1442 Aibs. don Verkauf und die Übertragung der Anteile am Nachlaß des Vatera Reinhard betreffenden Teils, zur Folge gehabt hat, wird vom Berufungsgericht, wie schon in seinem Urteil im Vorprozoß, mit der Begründung bejaht, die Vertragspartner hätten die Verträge nicht abgeschlossen, v/enn sie gewußt hätten, daß sich die Verträge wertmäßig nur auf ein Sechstel des Grundstücks statt auf ein Drittel bezogen. Eine Aufrechterhaltung der beiden Erbteilsübertragungs-vertrüge dahin, daß mit ihnen die Schwester des Klägers und die Mitglieder der fortgesetzten Gütergemeinschaft auf Ableben seines Bruders hinsichtlich ihrer güterrccht-lichen Anteile lediglich das auf die Beklagten übertragen hätten, was ihnen bei einer Auseinandersetzung der Liqui-dationsgemeinschaft später zukommen würde, wird von dem Berufungsgericht mit folgender Begründung abgelehnt: Auch eine solche Abtretung des Auseinandersetzungsanspruchs sei unwirksam. Y/erdc über ihn eine Verfügung durch Abtretung getroffen, so ergreife diese unmittelbar das Anteilsrecht selbst und stehe einer Verfügung über das Anteilsrecht gleich, die der Schwester des Klägers und den Mitgliedern der fortgesetzten Gütergemeinschaft auf Ableben seines Bruders versagt gewesen sei. Sie meint, wenn die Partner der beiden Erbteilsübertragungsverträge deren Nichtigkeit aus den von dem Berufungsgericht dargelegten Gründen gekannt hätten, so hätten sie anstelle der Übertragung der Anteile an der Liquidationsgemein-schoft vereinbart, daß die Beklagten das erhalten sollten, was bei der Auseinandersetzung auf die Anteile der Schwester des Klägers und der fortgesetzten Gütergemeinschaft auf Ableben seines Bruders entfallen würde. Dem Berufungsgericht ist zwar darin boizutreten, daß die Abtretung des Anspruchs auf Auseinandersetzung einer Gesamtgutsgemeinschaft aus den von den Berufungsgericht näher dargelegten Gründen eine Verfügung über den Anteil einer Gemeinschaft darstollt und daher unwirksam ist (KG JW 1931, 1371). Bei der von der Revision ins Auge gefaßten Umdeutung handelt es sich aber nicht um die Abtretung de3 Auseinandersetzungcan-spruchs, sondern um die Abtretung dos Avnspruchs eines Beteiligten an der Gemeinschaft auf sein Guthaben, das sich für ihn bei der Auseinandersetzung ergeben wird. Hier wäre aber jedenfalls die Bestimmbarkeit schon deshalb gegeben9 weil ein Anspruch abgetreten würde, der durch die Veräußerung einer bestimmten Sache, nämlich des Grundstücks S^J|ütraße ßß in entsteht (vgl» RGZ 1369 100, 102/103)« Die in Frage stehende Umdeutung ist auch für die Entscheidung des Rechtsstreits von Bedeutung, da 3io die Wirksamkeit der beiden Erbteilsübertragungsverträge im übrigen, also die Wirksamkeit der Übertragung der Anteile der Schwester des Klägers und der fortgesetzten Gütergemeinschaft auf Ableben seines Bruders am Nachlaß des Vaters Reinhard zur Folge hätte, so daß, wie der Revision zuzugeben ist, der Aus-einondercotzungsvertrag vom 9» August 1962 nicht ohne die Mitwirkung der Beklagten hätte geschlossen werden dürfen. Anteile im Grundbuch eingetragen sind» Aus diesem Grunde kann sich der Revisionsbeklagte auch nicht mit Erfolg darauf berufen* daß die in Frage stehende Umdeutung nur zu einem schuldrechtlichen Anspruch der Beklagten führte