BGH · V ZR 159/63
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der Vo Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 7« Oktober 1966 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Ir, Augustin und der Bundesrichter Dr, Rothe, Dr, Freitag, Dr« Mattern und Dr, Grell für Recht erkannt: ’’Auch die Verpflichtung des Verkäufers auf Grund des Lastenausgleichsgesetzes und der Hypotheken-gewinnabgabe werden von dem Käufer übernommen. Zu Gunsten des Käufers ist am 2« März 1959 auf dem vor-bezeichneten Grundbuchblatt eine Auflassungsvormerkung eingetragen worden» Als am 27» Oktober ^959 die Parzellen ‘’84 und iflPder Gemarkung WHH|Moor auf Blatt 45®| des Grundbuchs von Rendsburg übertragen wurden, wurde auch die Auflassungsvormerkung als Belastung dieser Grundstücke auf das neue Blatt zur Mithaft übertragen« Bereits am 26, Juni 1959 hatte ofllB das Haus- und Geschäftsgrundstück zu dem Preis von *62 256 BM an den Kaufmann Br. verkauft» Nach § 4 des Vertrages hatte der Verkäufer ein "reines Grundbuch" zu März I960 verkündete Urteil nach dem Klagantrag erkannt» Nach Verkündung dieses Urteils und vor Ablauf der Berufungsfrist wurden über den Nachlaß des Br» K0H0 am 3° Mai 196O das Änschlußkonkursverfahren eröffnet und der Beklagte zu dem Konkursverwalter bestellt» Er nahm das Verfahren auf» Auf Antrag beider Parteien ergänzte das Landgericht durch Urteil vom 15» November I960 sein Urteil vom 24* Marz I960 dahin, daß letzteres gegen den Konkursverwalter im Konkurse Uber den Nachlaß des Dr» Karl Wirtschaftsprüfer Friedrich C»J» B00 in IN atraße IM wirksam sei. Er hat beantragt, unter Abänderung der Urteile des Langeri'chts in Kiel vom 24» März I960 und 15» November I960 den Beklagten zur Abgabe der in dem Tenor des Urteils vom 24» März i960 angeführten Willenserklärung nur Zug um Zug gegen Zahlung von 101 318,54 UM durch den Kläger an den Beklagten zu verurteilen. Bas Oberlandesgericht hat die Berufung gegen beide Urteile des Landgerichts zurüekgev/iesen» Ber Beklagte hat Revision eingelegt und beantragt, unter Abänderung des angefochtenen Urteil sowie der beiden Urteile des Landgerichts die Klage abzuv/ei-sen» Der Kläger, der anstelle des verstorbenen Rechtsanwalts E00|den Rechtsstreit weiterführt, bittet, das Rechtsmittel zu rü ckzuv/ei s en * A) Bas Oberlandesgericht hat ausgeführt: Es könne dahingestellt bleiben, ob cfl|HiBden Klaganspruch zunächst aus eigenem Recht und erst später aus fremdem Recht auf Grund der Ermächtigung Br« GdIHHhergeleitet habe« Der Beklagte habe sich jedenfalls in der mündlichen Verhandlung auf die Klage aus fremdem Recht eingelassen (§ 269 ZPO)» Somit liege entgegen der Ansicht des Beklagten in der Geltendmachung des dinglichen Berichtigungsanspruchs keine unzulässige Klagän-derungo Bie Geltendmachung des fremden Anspruchs im eigenen Namen sei zulässig» Ber Verkäufer habe ein eigenes sehutzwlir-G diges, wirtschaftliches Interesse an der Löschung der Auflassungsvormerkung, da er nach dem Kaufverträge verpflichtet sei, dcim Erwerber ein ”reines Grundbuch” zu verschaffen» öffentlichte Entscheidung zulässig und das Interesse des Klägers schutzwürdig sei, da er mit der vom Berufungsgericht gewählten Konstruktion den Beklagten um die Möglichkeit bringe, seine auf obligatorischen Ansprüchen gegen den Verkäufer beruhenden Verteidigungsmittel zur Geltung zu bringen» Löschung der Auflassungsvormerkung angesichts der ihm nach dem Kaufvertrag mit Dr« obliegenden Verpflichtungen zuerkannto Dieses Interesse entfällt nicht durch den Hinweis der Revision, daß dem Beklagten unter Umständen durch die Geltendmachung des Berichtigungsanspruchs nach § 894 BGB die Möglichkeit genommen wird, die auf obligatorischen Ansprüchen gegen den Verkäufer beruhenden Verteidigungsmittel des Käufers zur Geltung zu bringen« Zwar kann ein Grundbuchberichtigung verlangender Kläger, wie das Oberlandesgericht in rechtlich nicht zu beanstandender Weise ausgeführt hat, das an sich begründete Zurückbehaltungsrecht des Beklagten nicht dadurch beseitigen, daß er anstatt des persönlichen Anspruchs den - ihm materiell zustehencbn - dinglichen Berichtigungsanspruch erhebt (vgl« RGJW 1938, 3o47)o So liegt es hier aber nicht« cHI und der jetzige Kläger machen einen fremden Aiispruch, den dinglichen Anspruch des Grundstückseigentümers, im Wege der Prozeßstandschaft geltend« Für ein Treu und Glauben widersprechendes Zusammenwirken c|000^Qit dem Grundstückseigentümer bei Erteilung der Einziehungsermächtigung ist nach den Feststellungen des Berufungsurteils kein Anhalt gegeben« Im übrigen ist hinsichtlich der von Amts wegen zu prüfenden (vgl« BGHZ 18, 223, 224) Prozeßführungsbefugnis des jetzigen Klägers folgendes-zu bemerken: Der klagende Konkursverwalter hat im 2« Rechtszug dargelegt, daß er in erster Linie das fremde dingliche Recht verfolgt und nur hilfsweise einen Löschungsanspruch auf Grund des von cK| und Dr« K0(0vereinbarten schuldrechtlichen Verhältnisses geltend macht. ^flüHRist ’’kurz” vor dem 7« März 1961 in Konkurs gefallene Damit wirft sich die Präge nach dem rechtlichen Schicksal der Ermächtigung auf.Die Ermächtigung, das Recht eines anderen im eigenen Hamen geltend zu machen, ist ein rein prozessuales Rechtsgeschäft, wenn sie wie hier allein die Ermächtigung zur gerichtlichen Rechtsverfolgung zu dem Ziele hat, da sie dann nur prozessuale YYirkungen erstrebt (Pohle in Anmerk. Es ist danach zweifeihaft, ob ein Konkursverwalter unter Berufung auf die dem Gemeinschuldner erteilte Ermächtigung ohne weiteres in der Lage ist, einen Prozeß hinsichtlich eines dinglichen Berichtigungsanspruchs, den der Gemeinschuldner kraft Ermächtigung begonnen hat, aufzunehmen und fortzuführen* Indessen braucht diesen Zweifeln hier nicht weiter nachgegangen zu werden. Das Oberlandesgericht ist der Ansicht, daß dann, wenn der durch Vormerkung gesicherte Anspruch nicht oder nicht mehr besteht, der Grundstückseigentümer in entsprechender Anwendung des § 894 BGB Berichtigung des Grundbuchs von dem bei der Vormerkung eingetragenen Berechtigten verlangen kann. Die Revision greift diese Meinung mit der Begründung an, in Fällen der vorerwähnten A.rt erweise sich trotz Hinfälligkeit der Eintragung der Vormerkung das Grundbuch im Sinne des § 894 BGB nicht als unrichtig, weil die Vormerkung kein dingliches Recht am Der Revision ist zuzugeben, daß der Kläger in der Berufungsinstanz mit Schriftsatz vom 9» April 1963 "zur Klarstel-lung" gegenüber dem landgerichtlichen Urteil bemerkt hat, cmm aei nicht zurückgetreten, er habe vielmehr nach fruchtlosem Ablauf der Dr» am 4» Juli 1959 gesetzten Fristen Schadensersatz wegen Nichterfüllung gefordert» Darauf kommt es aber nicht an« Denn kein Streit herrscht unter den Parteien darüber, daß der Vertrag vom 15» November 1958 außer Kraft gesetzt ist und der durch die Vormerkung zu sichernde Anspruch auf Auflassung niQht mehr besteht, auch wenn Schadensersatz statt Rücktritt geltend gemacht worden ist (vgl« Palaaät BGB 25» Aufl« § 326 A 8)» Das Berufungsgericht hat schließlich nicht verkannt, daß Io dor Beklagte an sich gegenüber dem Anspruch aus § 894 BGB ein Zurückbehaltungsrecht nach § 273 Abso Iwie auch nach §§ 273 AbSo 2, 1000 Satz 1 BGB geltend machen kann« Die Ausführungen des Oberlandesgerichts darüber, daß die Voraussetzung dieser Bestimmungen nicht erfüllt sind und dem Beklagten auch sonst keine rechtliche Möglichkeit gegeben ist, dem Verlangen des Klägers nur Zug um Zug gegen Zahlung von 101 318,54 DM zu entsprechen, sind frei von Rechtsirrtum <> Die Revision erhebt insoweit auch keine Angriffe« Sie räumt ausdrücklich ein, daß der Beklagte gegenüber der Klage aus dinglichem fremden Recht kein Zurückbehaltungsrecht geltend machen kann«