BGH · V ZR 148/65 vom 17.05.1968
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für vorsorgliche Maßnahmen des Bergbautreibendon9 die lediglich der Verhinderung oder Geringhaltung von Bergschäden (§ 148 PrBergG) dienenP nicht aber für die Sicherheit einer über dem Grubenfold betriebenen öffentlichen Verkehrsanstalt erforderlich sind., kann kein Schadensersatz verlangt werden» den dortigen ßüterbahnhof, einen großen Verschiebe-Bahnhof, jeweils mit den dazu gehörigen Gleiskörpern, eine D-Zugstrecke sowie Brücken, mit denen die Gleisanlagen Uber Straßen hinweggeführt werden, Ablaufberge, Lokomotivschuppen, Drehscheiben und dergleichen mehr«> Diese Verkehrsanlagen sind auf Grund staatlicher Konzessionen, die den Rechts-vcrgängern der Beklagten ab 1858 erteilt wurden, in dem Zeitraum von 1860 bis 1910 errichtet und im Zuge späteren Ausbaues erweitert worden; sie wurden 1880 und 1882 verstaatlicht und gehören jetzt der Beklagteno Der Kohlenabbau in dem Bergwerk hatte schon vor 1939 zu erheblichen Senkungen der Bahnanlagen geführt, weshalb die RechtsVorgänger der Parteien (im folgenden werden die RechtsVorgänger den Parteien gleichgesetzt) damals übereinkamen, den westlichen Bahnhofsteil entsprechend zu heben und das Bahnbetriebswerk zu verlegen; hierzu wollte die Klägerin als Bergschädenersatz 2 Millionen Reichsmark zahlen; die Pläne für dieses Vorhaben, die 1942 fertiggestellt waren, wurden infolge des Krieges nicht ausgeführto Ala Mitte 1952 im Westfeld des Bergwerks straße der Abbau zwischen der in 650 m Teu- satzlosen Strebbruchbau zu dem sogenannten Blasversatz über; dies ist ein mechanisch betriebenes Yollversatzverfahren, bei dem die infolge des Kohleabbaues entstehenden Hohlräurae unter Anwendung von Druckluft mit Gesteinsmassen ausgefüllt werdeno Mit der Behauptung, durch den Wechsel im Abbauverfahren, den sie wegen der Bahnanlagen vorgenommen habe, seien ihr in der Zeit von Mitte 1952 bis 31® Dezember 1954 Mehraufwendungen in Höhe von 3 416 200 IM entstanden, beantragte die Klägerin im Jahre 1959 bei dem Oberbergamt DflHHHl die Festsetzung einer von der Beklagten zu zahlenden Entschädigung in dieser Höhe® Die Klägerin macht mit der vorliegenden Klage einen Teilbetrag von 100 000 DM nebst Zinsen geltend und trägt zur Begründung vor, nur um der Verkehrssicherheit der Eisenbahn willen sei sie damals zu dem Blasversatz übergegangen® Die Beklagte bestreitet, daß die Sicherheit des Bahnverkehrs bei einem weiteren Abbau im' Strebbruchver- im Jahre 1952 eingeführte Blasversatz eine "Anlage” im Sinne von § 154 Abs* 1 Satz 2 PrBergG darstellt, ist zwar unter den Parteien streitig«, bedarf aber keiner Entscheidung, da jedenfalls der Übergang zu dieser neuen Versatzart, wie das Oberbergamt .im Beschluß vom 13* Oktober 1961 einleuchtend und insoweit auch von den Beteiligten unbeanstandet dargelegt hat, als "Veränderung" und "Beseitigung*1 bereits vorhandener Anlagen - nämlich der bisher un-ausgefüllt gebliebenen Grubenbaue und Hohlräume -anzusehen isto 2o Bas Berufungsgericht ist davon ausgegangen, daß § 154 PrBergG dem Bergwerkseigentümer einen Ersatzanspruch für solche Aufwendungen gewähre, die er ausschließlich zu dem Schutz der öffentlichen Verkehrsanstalt (Vermeidung von Unfällen) gemacht hat$ es müsse sich um Maßnahmen handeln, ohne die ein sicherer, gefahrloser Verkehr auf den vom Bergbau betroffenen Straßen, Eisenbahnen, Kanälen oder sonstigen öffentlichen Verkehrsmitteln nicht möglich wäre; werde der Bergbautreibende dagegen ganz oder teilweise in seinem eigenen Interesse tätig, insbesondere um die Entstehung von Bergschäden - für die er gemäß § 148 PrBergG dem öffentlichen Verkehrsträger vollständige Entschädigung leisten müßte - zu verhindern oder einzuschränken, dann könne er keinen Ersatz beanspruchen* Hierbei befindet sich das angefochtene Urteil im Einklang mit der Rechtsprechung des Reichsgerichts und mit der auch im Schrifttum bislang zu demeist vertretenen Ansicht,wonach die in § 154 Abs0 1 PrBergG genannten Handlungen des Bergbautreibenden (Herstellung, Beseitigung oder Veränderung von Bergwerksanlagen) unmittelbar und allein der Sicherheit der Verkehrsanstalt dienen müssen (RGZ 5, 266 ss ZBergR 23, 391; RGZ 103, 221, 229; Bras-sert/Gottschalk, Allgemeines Berggesetz 2» Auflo Vorberao vor § 153, S» 625, sowie § 154 Anm«, 3; Arndt, Allgemeines Berggesetz § 154 Anmc 1; Klo-stermann/Fürs t/Thielmann, Allgemeines Berggesetz 6o Auflo § 154 Anm» 3; Schlüter/Hense, Allgemeines Berggesetz 3o Auflo § 153 - 155 Anm0 III 3 a; Müller-Erzbach, Das Bergrecht Preußens S» 372; Hermann und Rudolf Isay, Allgemeines Berggesetz 1920, § 154 Anm» B I 2; Heinemann, Der Bergschaden 3<> Auflo, Nr0 160, So 126; jeweils mit weiteren Nachweisen)0 Diese Auffassung ist nicht ohne Widerspruch gebliebene Sie wird zu demal von Vertretern des neue ren bergrechtlichen Schrifttums bekämpft, die der Meinung sind, der Standpunkt des Reichsgerichts werde den heutigen Verhältnissen nicht mehr gerecht und schränke die Rechte des Bergbautreibenden in einer dem Grundgesetz zuwiderlaufenden Wei sc ein (insbesondere Rudolf Isay, Glückauf 1954, 1519; Feuth, NJW 1955, 773 und 1956, 53; Kassem-beck, NJW 1956, 51; Kremer, ZBergR 99, 409; Meyer ZBergR 102, 216; Schulte, ZBergR 106, 171; Krautschneider, ZBergR 106, 206 und Glückauf 1959, 114 vglo auch Müller-Erzbach, ZBergR 69, 515, sowie Ebel/Weller, Allgemeines Berggesetz 20 Aufl» § 153 Anm0 2-4 und Anm0 6, § 154 Anm» 3)° Die Revision macht sich diese Angriffe zu eigen; darüber hinaus bezieht sie sich vor allem auf Ausführungen des Universitätsprofessors &r<> in mehreren von der Klägerin zu den Akten überreichten Rechtsgutachten sowie in einer neuerlich veröffentlichten Monographie ("Das Verhältnis zwischen Bergbau und öffentlichen Verkehrsanstalten als Gegenstand richterlicher und gesetzgeberischer Bewertung" , 1966), worin seine Kritik an der reichsgerichtlichen Rechtsprechung nochmals zusammengefaßt hat« hat festgestellt, der Klägerin sei es, als sie vom Strebtruchhau zu dem Blasversatz überging, allein darum zu tun gewesen, ihre gesetzliche Haftung für Bergschäden (§ 148 PrBergG) auszuschließen oder zu verringern; die Verkehrssicherheit auf den Strecken der beklagten Bundesbahn wäre, so heißt es im angefochtenen Urteil, auch bei Fortsetzung des bisherigen Abbauverfahrens nicht gefährdet gewesen; vielmehr wären dann an den Bahnanlagen bloß Schäden entstanden, die allerdings nicht unerheblich gewesen wären und nur mit sehr hohen Kosten hätten beseitigt werden können. Falls diese Feststellung den von der Revision dagegen erhobenen Verfahrensrügen standhält (darüber unten zu Nr» 4), erledigt sich der Streit der Parteien darüber, ob der Anspruch nach § 154 Abs« 1 PrBei*gG ein Tätigwerden aus-zu dem Schutze der Bahnanlagen, doho zur Verhinderung von Verkehrsunfällen, voraus-setze (so namentlich RG ZBergR 25, 391; Kloster-mann/Pürst/ThieImann aaO § 154 Anm« 3; Boldt, Allgemeines Berggesetz Io - 3o Auflo § 154 Anm0 1 a) oder ob er auch dann gegeben sei, wenn der Bergbautreibende daneben zugleich eigene Interessen verfolge (so vor allem Westhoff, lerg-bau und Grundhesitz 20 Band So 410)* Bi e Int-Scheidung hängt dann vielmehr von der Beantwor-tung der Frage ab, inwieweit Maßnahmen, die über-<*er Sicherheit des öffentlichen Verkehrs dienen, gleichwohl eine 2ahlungspflicht des Verkehrsunternehmers auszulösen vermögen« Die Meinung, daß auch in einem derartigen Falle der Bergbautreibende seine Aufwendungen ersetzt verlangen könne, wird im Schrifttum, soweit nographie, insbesondere So 83 ff>« Er versucht dies aus der wirtschaftspolitischen Zwecksetzung der §§ 153, 154 PrBergG herzuleiten, die dahin gehe, einen Anreiz für den Bergwerkseigentümer zu schaffen, trotz vorhandener Verkehrsanlagen weiter abzubauen; deshalb reiche es für die Anwendbarkeit des § 154 PrBergG aus, wenn die zu Kosten führenden Maßnahmen getroffen worden seien, um Schäden an den Verkehrsanlagen auszuschließen oder zu mindern (So 87 aaOjo Dem kann jedoch nicht gefolgt werdeno Daß die genannte Gesetzesvorschrift in erster Linie auf solche Maßnahmen abstellt, die der Sicherheit und ungefährdeten Fortsetzung des öffentlichen Verkehrs zu dienen bestimmt sind, ergibt sich nicht nur aus ihrer Entstehungsgeschichte (Einzelheiten darüber in RGZ 5? 266 = ZBergR 23, 391), sondern entspricht auch der insoweit einhelligen Ansicht von Rechtsprechung und Lehre (vglo die oben angeführten Belegstollen); Meinungsverschiedenheit herrscht lediglich darüber, ob auch dann eine Ersatzforderung des Bergbautreibenden besteht, wenn er zusätzlich noch weitere Zwecke - etwa eine Steigerung seines Abhaugewinnes oder die Vermeidung von Bergschäden, für die er entschä- PrBergG besser gestellt werden sollten als der Bergbau, mag offen bleiben» Auf jeden Ball räumen ihnen diese Vorschriften im Vergleich zu andoren^Grundeigentümern eine Sonderstellung ein; das ergibt sich klar aus § 153 Abso 1 aaO (Wegfall des ^V/iderspruchsrechts”) * Damit wäre es indessen schwerlich vereinbar, wenn eine Verkehrsanstalt verpflichtet sein sollte, dem Bergbautreibenden Geldersatz auch für solche Maßnahmen zu leisten, die nicht zur Sicherheit des öffentlichen Verkehrs, namentlich zur Verhinderung von Eisenbahnunfällen, erforderlich waren, sondern lediglich zu dem Ausschluß oder zur Geringhaltung der Bergschädenhaftung aus § 148 PrBergG» Könnten auch die hierfür aufgewendeten Kosten im Wege des § 154 Abs» 1 PrBergG auf die Verkehrsanstalt abgewälzt werden, dann wäre diese schlechter gestellt als ein sonstiger Grundeigentümer, der für Bergschäden Ersatz bekommt» Auch die Verkehrsanstalt hätte dung des § 154 Abs» 1 PrBergG auf den vom Berufungsgericht festgestellten Sachverhalt erhebt * Das gilt insbesondere von ihrem Einwand, der Blas versatz sei eine "sonst nicht erforderliche" Anlage und "notwendig” im Sinne dieser Vorschrift gewesen* Palls es, wie sie behauptet, bei einem Kohlenabbau in größerer Teufe schwierig ist, Maßnahmen zur Verhinderung plötzlicher Veränderungen an der Oberfläche von solchen Maßnahmen zu unterscheiden, die bloß langsame Veränderungen verhindern sollen, so daß die Unterscheidung "nur eine graduelle und keine prinzipielle" sein mag, würde gleichwohl dieser Umstand die Notwendigkeit einer Grenzziehung nicht ausschließen) auf jeden Pall kommt ein Ersatzanspruch dann nicht in Betracht, wenn nach der ganzen Sachlage überhaupt mit keinen plötzlichen Veränderungen zu rechnen war* Ob die Verkehrsanstalt gera- 154 PrBergG sowie für das, was die Revision zu dem Problem der gesetzlichen Beschränkung des Bergwerkseigentums vorträgt (vglo dazu unten Nr* 3-}* Nicht zu den die Entscheidung tragenden Gründen gehört ferner die Erwägung des Berufungsgerichts, daß § 153 PrBergG den Eigentümern von Anlagen des öffentlichen Verkehrs einen Vorrang gegenüber dem Bergwerkseigentum einräume und daß dieser Vorrang auch den Umfang des Anspruchs aus § 154 AbSo 1 PrBergG bestimme; infolgedessen" erübrigt sich ein Eingehen auf den Revisionsvortrag zu dem Inhalt des § 153 Abs. 1 und 2 PrBergG, zur ’’Bergv/arnung” (§ 150 PrBergG) und zur Höhe der Sicherungskosten0 Soweit die Revision dein Berufungsgericht vorwirft, die besondere Hohe der Mehrbelastungen, die den Bergbau bei Vorhandensein von Verkehrsanstalten treffen, außer acht 154 PrBergG eine Sonderregelung enthalten, die auf die Verhältnisse im Bergbau zugeschnitten ist und nur im Hinblick auf die dortige Interessenlage ausgelegt werden kann» Außerdem gewähren jene nachbar- bzw» ge-werberochtlichen Gesetzesbestimmungen einen Geldanspruch zu dem Ausgleich dafür, daß jemand fremde Einwirkungen auf sein Grundstück dulden muß, während nach § 154 Abs * 1 PrBergG umgekehrt derjenige, der durch seinen Bergbau auf fremdes Eigentum einwirkt, unter bestimmten Voraussetzungen seinerseits Zahlung verlangen kann; die jeweiligen Regelungen sind also grundlegend verschieden und lassen sich nicht ohne weiteres miteinander vergleichen* Die Rüge, der Berufungsrichter habe, obgleich die §§ 153? eine Anordnung der Bergbehörde, Anlagen zu dem Schutze des öffentlichen Verkehrs zu schaffen, voraussetze, hat das Oberlandesgericht entgegen der Meinung der Revision nicht angenommen; es erwähnt das Fehlen eines hoheitlichen Eingriffes nur, um den von Westermann in einem seiner Gutachten vor- gebrachten Re cht sgedanken des Aufopferungsanspruchs nach § 75 EinlALR auszuklammern» Auch hat es nicht, wie die Revision ihm vorwirft, bei der Frage, ob der Wechsel in der Versatzart dem Schutze der Bahnanlagen gedient habe, allein auf den Willen der Klägerin zur Verhinderung von Bergschäden abgestellt und die objektive Erforderlichkeit einer Verkehrs Sicherung ungeprüft gelassen; nach seiner Ansicht wäre vielmehr selbst bei Fortsetzung des bisherigen Abbauverfahrens die Sicherheit des Eisenbahnverkehrs nicht gefährdet gewesen«, Im übrigen irrt die Revision, wenn sie geltend macht, daß der Ersatzanspruch aus § 154 AbSol PrBergG, sofern man wirklich (aber zu Unrecht) nur die subjektive Willensrichtung des Bergbautreibenden als maßgebend ansähe, an schärfere Voraussetzungen geknüpft würde; denn dann könnte unter Umständen bereits die bloße Absicht, die Entstehung von Eisenbahnunfallen zu verhindern, trotz Fehlens einer objektiven Gefahrenlage den Anspruch begründen; die Anforderungen wären also dann geringer«, sind das lediglich HilfserWägungen• TJm die getroffene Entscheidung zu rechtfertigen, hätte es dieser Ausführungen ebensowenig bedurft wie des Hinweises, daß ein "klares Überordnungsverhältnis des Bergwerkseigentums gegenüber dem Eigentum an dem Öffentlichen Verkehr dienenden Eisenbahnen" bestehe (So 19 aaO)0 Daher erübrigt sich ein Eingehen auf das, was die Revision hiergegen vorbringt o Ohne Belang für den vorliegenden Prozeß sind zu demal die streitigen Rechtsfragen, inwieweit im Rahmen des § 154 Abs0 1 PrBergG auch der entgangene Gewinn zu ersetzen ist (dazu HG ZBefgR 64? anstalt zu 'bewahren, tätig geworden war» Ob letzterenfalls der Ausschluß bergrechtlicher Ersatzansprüche, wie ihn das Reichsgericht wegen des doppelten Zweckes jener Maßnahmen angenommen hat, mit dem Grundgesetz unvereinbar wäre, steht aber im jetzigen Verfahrensstand nicht zur Erörterung* Vielmehr ist lediglich zu prüfen, welche verfassungsrechtlichen Bedenken bestehen könnten, wenn dem Bergwerkseigentümer die Möglichkeit verschlossen bleibt, seine Kosten, die er nur zwecks Ausschlusses oder Geringhaltung seiner Schadensersatzpflicht und nicht auch zu dem Schutze des Betriebes einer öffentlichen Verkehrsanstalt aufgewandt hat, auf diese abzuwälzen* Daß der Gleichheitagrundsatz, die grundgesetzliche Eigentumsgarantie oder die Unantastbarkeit des Wesensgehalts von Grundrechten es geböten, Maßnahmen eines Bergbautreibenden, zu denen er durch das Vorhandensein von Eisenbahnanlagen über seinem Grubenfeld veranlaßt wird, die er jedoch keineswegs zwecks Aufrechterhaltung der dortigen Verkehrssicherheit treffen muß, von dem Inhaber des Verkehrsunternehmens bezahlen zu lassen, kann der Revision nicht zugegeben werden* sprechend verschieden zu behandeln (BVerfGE 3, 58, 135)o Hätte die Klägerin in ihrem Bergwerk * keinen Blasversatz eingeführt, dann wären durch die Fortsetzung des Kohlenabbaues in der bisherigen Form unvermeidlich an den Gleisen und dem sonstigen Eigentum der Beklagten Schäden entstand den, für welche diese gemäß § 148 PrBergG hätte Schadloshaltung verlangen können<, Bine derartige Inanspruchnahme, der die Klägerin in gleicher Weise wie jeder andere Bergbautreibende ausgesetzt war, hat sie sich dadurch erspart, daß sie, wenn auch unter Aufwendung nicht unbeträchtlicher Kosten, ihre Versatzart wechselte 0 Wer die Wahl hat, entweder Bergsehädencrsatz leisten zu müssen oder, um dem zu entgehen, Aufwendungen zu dem Zwecke der SchadensVerhütung zu machen, erfährt, v/enn er sich für den. zweiten Weg entschließt, in seiner rechtlichen und wirtschaftlichen Position keine Verschlechterung gegenüber anderen; in der Regel wird er Maßnahmen der letztgenannten Art vielmehr gerade deshalb ergreifen, weil ihm das damit verbundene finanzielle Opfer geringer erscheint als die anderenfalls auf ihn zukommenden Bergschädenforderungeno Wieso bei dieser Sachlage die Gleichbehandlung aller nur gewährleistet sein sollte, wenn derjenige, über dessen Grubenfeld sich Öffentliche Verkehrsanalagen befinden, seine Aufwendungen von der Verkehrsanstalt erstattet verlangen kann, während anderen Bergbautreibenden kein solches Recht zusteht, ist nicht einzusehen« den gegebenen Umständen einen Ersatzanspruch gegen die Beklagte, so wird auch nicht der Wesensgehalt des Bergwerkseigentums angetastet (Arto 19 GU)o Inwieweit der Bergbautreibende, dem durch Anordnung der Bergbehörden (§ 196 PrBergG) kostspielige Schutzmaßnahmen im Interesse der Verkehrssicherheit oberirdischer Eisenbahnanlagen vorgeschrie ben werden, ein Sonderopfer erbringt, kann hier ebenso offen bleiben wie die im Schrifttum (vglo oben zu 2fr<> 2) umstrittene Frage, ob durch die §§ sein Eigentum in dem bisherigen Umfang auszuüben, genommen und er muß die Einwirkungen des Berg-v/erksbetriebes dulden, ohne sich gegen sie mit den Untersagungsansprüchen der §§ 903? c) Sollte § 153 PrBergG, wie die Revision annimmt, es dem Bergwerksbesitzer verwehren, sieh gegenüber Bergschädenansprüchen von öffentlichen Verkehrsanstalten auf den Haftungsausschluß des § 150 PrBergG zu berufen, so könnte die Präge, ob diese Regelung dem Grundgesetz zuwiderläuft, nur für solche Prozesse erheblich sein, in denen ein solcher Anspruch geltend gemacht wird (§148 PrBergG}« Dagegen würden aus ihrer etwaigen Verfassungswidrigkeit niemals dem Bergwerksbesitzer, der seinerseits gemäß § 154 AhSo 1 PrBergG Ersatz für vorsorgliche Maßnahmen verlangt, mehr Rechte erwachsen, als er sonst auf Grund der letztgenannten Vorschrift hato 4 o Erweisen sich mithin die bisher behandelten Rügen als nicht stichhaltig, so muß indessen die Revision Erfolg haben, soweit sie die Feststellung des angefochtenen Urteils, daß die Maßnahmen, deren Kosten gemäß § 154 Abs« 1 PrBergG ersetzt verlangt werden, nicht zur Sicherheit des öffentlichen Verkehrs, insbesondere zur Verhinderung von Eisenbahnunfällen erforderlich gewesen seien, mit Ver-fahrensrügen aus § 286 ZPO angreift« gen wäre, fehlt es an hinreichenden Anhaltspunkteno Soweit schließlich der Berufungsrichter unter Hinweis auf seine eigene Sachkunde in Bergschadenstreitigkeiten näher dargelegt hat, daß und weshalb nach seiner Meinung ein Abbau in 650 - 850 m feufe zu keinen “plötzlichen Schäden“ an den Gleisanlagen habe führen können, erscheint es zweifelhaft, ob ihm wirklich die erforderliche Kenntnis gerade solcher Gefahren, wie sie dem Bisenbahnverkehr möglicherweise im Palle beträchtlicher Geländesenkungen drohen, zu Gebote stand0 Seine Ausführungen lassen jedenfalls nicht erkenn nen, aus welchen Quollen er seine behauptete Sachkunde auch hinsichtlich der technischen Betriebssicherheit von Bahnanlagen entnommen hat (HG JW 1938, 591 Kro 27). Das angefochtene Urteil läßt sich daher mit der bisherigen Begründung nicht aufrechterhalteno In der neuen mündlichen Verhandlung wird das Berufungsgericht, an das die Sache gemäß § 565 Absd ZVO zurückverwiesen werden muß, den Sachverhalt weiter aufzuklären und insbesondere dem Beweisantrag der Klägerin stattzugeben haben» Da bereits die Übergehung dieses Antrages zur Urtoilsaufhe-bung nötigt, braucht auf die weiteren Verfahrensrügen der Revision nicht mehr eingegangen zu werden; insoweit bleibt es der Klägerin unbenommen, ihre sonstigen Beanstandungen vor dem Berufungsgericht geltend zu macheno