BGH · V ZR 143/58
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vom Be-jagten das von diesem im Sommer 1955 mit einem Mietshaus bebaute Grundstück J^BHI^Pstraße 0 in -vn Anrechnung auf den Kaufpreis in Höhe von 102 800 DM übernahm der Kläger nach § 1 des Vertrags "die in Abteilung III unter Nr«, 5 eingetragene Tilgungsdarlehenshypothek von 40 000 DM" sowie die unter Nr* 6 eingetragene Grundschuld von 20 300 DM? 8 000 DM sollten nach Erledigung der in § 2 des Vertrags im einzelnen aufgeführten Arbeiten an den Beklagten ausbezahlt werden® Diese Arbeiten sind zwar zwischenzeitlich ordnungsgemäß ausgeführt 5 Notar hat aber die hinterlegten 8 000 DM noch im Besitz* da sich die Parteien seit Kerbst 1955 nicht über die Nachbesserung oder Ersatzleistung 'wegen der unstreitig mangelhaften Ausführung' der Parkettfußböden einigen konnten und der Beklagte im Verlauf dieser Streitigkeiten am 4° und 18® Juni 1956 den Vertrag angefechten und Der Beklagte hatte beantragt* die Klage absuweisen Er behauptet* er sei entgegen der Aufforderung des Klägers* die mangelhaften Fußböden nachzübessem* im Sommer 1336 von den Mietern an der Ausbesserung gehindert worden Das Landgericht hat dem Anspruch zu Nr» 3 nur in Höhe von 800 DM stattgegeben* sonst aber dem Kläger die erhobenen Ansprüche zuerkannt» In der Berufungsinstanz hat der Kläger im Wege der Anschlußberufung statt der Zahlungsklage begehrt* den Beklagten zur Einwilligung dahin zu verurteilen* daß die bei dem Hotar hinterlegten $$ Zinsen aus 2 ö::-3; lf IM seit ZJ-Januar IQ 57 zu verurteilen„ las Berufungsgericht hat entsprechend der Anschlußberufung erkannt und die Berufung des Beklagten surüekgewiesen0 Mit der Revision begehrt der Beklagte die Abweisung der Klage; der Kläger bittet9 die Revision zurüekzuweisena Ent sehe idungsgrün de las Berufungsgericht stellt einleitend fest, sum Schluß der KaufVerhandlungen habe sich ergeben, daß 23 OGO IM des Kaufpreises hätten in bar zugunsten des Beklagten in Betracht kommen sollen«, her Gesamtkauf preis sei daher so berechnet -worden, daß zu den vom Kläger au übernehmenden Belastungen 26 000 IM gezählt worden seien o Wäre es bei dieser Vereinbarung verblieben und wäre in tatsächlicher Einsicht vom Berufungsgericht nur noch festgestellt, in dem schriftlichen Vertrag sei die im Grundbuch unter Nr« 5 eingetragene Hypothek nur deshalb mit 40 000 IM aufgeführt worden, weil beide Parteien -wenn auch irrtümlicherweise - überzeugt waren, daß die Hypothekenfcrderung eben nur in dieser Höhe bestünde, so wäre zu prüfen, welchen Einfluß dieser beiderseitige Irr tum auf den Vertrag gehabt hätte, insbesondere, ob die Berechnung des Kaufpreises Gegenstand des Vertrags gewor den oder ob die Vorstellung der Parteien über die Höhe der Hypothek als Geschäftsgrundlage anzusprechen wäre, las Berufungsgericht trifft jedoch weitere Feststellungen über die Vertragsverhandlungen« lanach hat der Zeu- bis zu dieser Hc-he könne er andererseits die noch nicht in Anspruch genommene Belastung für sich verlangen* weil der Kläger - gemäß der Kaufpreisberechnung - die Schuld in Höhe von 40 000 DM übernehmeo Damit seien beide Parteien einverstanden gewesen* Von diesen Feststellungen aus sieht das Be-rufungsgericht ohne Rechtsirrtum den Schluß* daß weder ein Einigungsmangel im Sinn der §§ 154? 155 BGB noch auf seiten des Beklagten ein Irrtum über den Inhalt der Willenserklärungen oder gar ein Erklärungsirrtum Vorgelegen habe * Die Berechnungsart war nicht Gegenstand des Vertrags geworden; sollte die unter Ir» 5 im Grundbuch eingetragene Hypothekenforderung je hoher als 40 000 DM sein* so verminderte sich dementsprechend der Barpreise Der Beklagte ist darauf eingegangen; offensichtlich weil er sich der Überzeugung hingab* die Schuld sei nicht hoher als 40 000 DM* Klargestellt war andererseits* daß der Kläger entsprechend dem Wortlaut des Vertrags die unter Nr» 5 eingetragene Hypothek mindestens* aber auch nur in Höhe von 40 000 DM übernommen hat* sondern auch die Willenserklärung des Klägers von dem gleichen Irrtum über denselben Beweggrund beeinflußt * Bei einem beiderseitigen Irrtum über die Geschäftsgrundlage ist aber § 119 unanwendbar» Der Inhalt und die Ausführung des zustandegekommenen Vertrages regeln sich dann vielmehr nach § 242 BGB . Der beiderseitige Irrtum über die Geschäftsgrundlage hat mithin rcchtserhebliche Bedeutung nur in dem Umfange, wie Treu und Glaube mit Rücksicht auf die Verkehrssitte es erfordern« Hier be-cog sich dieser Irrtum auf einen Betrag von 800 DM bei einem Gesamt Objekt von 102 800 DM«. daß sich beide Parteien in einem Irrtum über die Berechnungsgrundlage befunden hätten« Bei diesen von der Revision angegriffenen Erwägungen ging jedoch das Berufungsgericht - offensichtlich in Perm einer hypothetischen Hilfsbegründung - zugunsten des Beklagten von einem anderen Sachverhalt aus. Each dem vom Berufungsgericht als festgestellt erachteten Sachverhalt ist es möglich, aber nicht rechtserheblich, daß der Beklagte die Übernahme der gesamten Hypothek verlangt hätte.-wenn er gewußt oder mit Wahrscheinlichkeit damit gerechnet hätte, sie übersteige 40 CGO UM» Sein rechts-geschäftlicher Wille war von einem MotivIrrtum= nämlich dem Kalkulaticnsirrtum, die Hypotheken!' erde rung sei nicht hoher als 40 000 UM beeinflußt gewesen* hie Abwandlung des hilfsweise beurteilten °achverhalts besteht darin, daß der Beklagte diesen Beweggrund ,!für den Kläger erkennbar zur Geschäftsgrundlage gemacht habe"o Bei dieser Hilfsbetrachtung hat das Berufungsgericht nicht die unterstellten Tatsachen dargelegt und auch nicht au erkennen gegeben, unter welchen Voraussetzungen eine bestimmte Vorstellung einer Partei zur Geschäftsgrundlage eines Vertrags ’’gemacht wird1’ o Aus den weiteren rechtlichen Ausführungen des Berufungsgerichts kann nur geschlossen werden, es unterstellt ohne weiteres, die Vorstellung über die Höhe der Hypothek (sie sei nämlich nicht höher als 40 00C DM) sei Geschäftsgrundlage geworden* Auf diese Hilfserwägung kommt es .jedoch gar nicht an, weil auf ihnen das Urteil nicht beruht, dies vielmehr von den festgestellten Tatsachen getragen wird» Aus diesem Grund braucht auf die Rügen, die die Revision gegen die auf den beiderseitigen Motivirrtum vom Berufungsgericht angewendeten Grundsätze (ob nämlich § 1"9 BGB anwendbar ist oder ob sich die Rechtsfolgen über die Gültigkeit und Anpassung des Vortrags allein nach § 242 BGB richten.) verbringt, nicht weiter eingegangen zu werden* Es er .Ledigen sich damit auch die Revisicnsangriff e, die im Zusammenhang mit der Frage, ob ein Irrtum des Beklagten oder des Klägers die Zahlungvon weiteren 000 DM, oder von insgesamt 2 400 UM betreffen haben,* emeben sind und damit die Rüge, das Berufungsgericht habe bei der Prüfung dieser Frage § 286 ZPO verletzt» 2) Bl» 2 R,Urteil des erkennenden Senats vom 220 "Co 1993 - V ZR 154/57 -) in Anbetracht der Entwicklung der Lehre von der Geschäftsgrundlage überhaupt noch Bedeutung hat» Auch diese Rüge geht nämlich von einem Sachverhalt aus, den das Berufungsgericht nicht festgestellt hat, sondern über den es nur hilfsweise rechtliche Erwägungen anstellt. Gleichzeitig ergibt sich aus der Auslegung des Vertrags, daß der Beklagte die 800 DM, mit welchen er von der Hypothekenbank noch "belastet worden Kläger fordern und damit auch nicht ist9 nicht von dem mit einer solchen Forderung gegenüber dem Klaganspruch aufrechnen kann« BGBo Er kann auch den über 40 000 DM an die Hypothekengläubigerin zur Ablösung der Hypothek bezahlten Betrag (800 DM) vom Beklagten verlangen» Jedoch entgegen der Ansicht des Berufungsgerichts steht ihm kein Bereicherungsanspruch (§ 812 BGB) gegenüber dem Beklagten zu, da er weder im Auftrag noch für Rechnung des Beklagten bezahlt hat, auf den Kläger vielmehr die in dieser Höhe gegen den Beklagten bestehen gebliebene Eypothekenforderung gemäß §§ TI42', 1145 BGB übergegangen ist» Irgendwelche Einwendungen dahin, daß diese Forderung am Schluß der letzten mündlichen Verhandlung noch nicht fällig gewesen sei, hat der Beklagte nicht erhoben» übernommen;, die dem Unternehmer gegenüber dem Besteller obliegen; die Mangelhaftigkeit der Parkettfußboden sei vom Beklagten nicht bestritten worden und nach dem Sachverständigengutachten auch erwiesen» Der Kläger könne den nur Behebung der Mängel erforderlichen Geldbetrag nach den §§ 635» 250 BGB schon vor der Durchführung der Arbeiten anstelle einer Wandlung oder Minderung verlangen* weil der Beklagte den Mangel zu vertreten* ihn innerhalb der ihm gesetzten Frist aber nicht beseitigt habe? An dem ersten Einwand der Revision ist richtig, daß § 2:30 BGB, der den auf ITaturalrestitution sielenden Schadensersatzanspruch betrifft, nicht anzuwenden isto Rer Schadensersatzanspruch wegen Nichterfüllung ist von vornherein auf Ersatz in Geld gerichtet, ebenso der Ersatzanspruch wegen nicht gehöriger Erfüllung, wie sich schon aus § 634 Abs« 1 Satz 3 letzter Halbsatz BGB ergibto Verfehlt ist aber die Folgerung der Revision, vor der Ausbesserung des Mangels sei dieser Geldanspruch nicht fällig« Fraglich kann vor einer Ausbesserung allenfalls der Umfang des dem Kläger entstandenen Schadens sein» Ras Berufungsgericht hat die Höhe des Ersatzanspruchs zutreffend nach den Kosten bemessen, die zur Herstellung eines fehlerfreien Y/erks erforderlich sind und hat daher auch darüoer Beweis erhoben« Die Revision hat gegen die Hohe der Kosten, die zur ordnungsmäßigen Herstellung des Werks erforderlich sind, keine Einwendungen erhoben« Die dem Kläger zustehende Geldersatzforderung ist mindestens seit der endgültigen Weigerung des Beklagten, die Mängel zu beheben, fällig und daher ungeachtet des Verzugs seit Rechtshängigkeit mit 4 fo zu verzinsen (§ 291 BGB)« Las Berufungsgericht hat dazu ausgeführt 9 aus den Behauptungen des Beklagten über eine Vereinbarung der Mieter mit den von ihm angeblich beauftragten Parkettlegern ergebe sich nicht* daß der Kläger die Ausbesserung während der von ihm gestellten Frist gehindert oder von dieser angeblichen Vereinbarung auch nur Kenntnis gehabt habe. §§ 633 > 634 BGB* nicht dagegen auf den Schadensersat.zansprueh aus § 633 BGB>- der Mängel voraussetze* die der Unternehmer zu vertreten habe, Liesen Anspruch verliere der Besteller nicht schon durch eine vorbehaltlose Abnahme* sondern erst bei ausdrücklichem oder stillschweigendem Verzicht0 Ein solcher könne aber nicht festgestelit werden. daß auch die Kenntnis etwaiger Mängel nicht nach Gewährleistungsrecht, sondern nach Y/erkvertragsrecht beurteilt werden sollen» Irgend-em Verstoß gegen Auslegungsregetn ist nicht ersichtlich und auch von der Revision nicht geltend gemacht» Pas Be“ rufungsgericht hat aber auch § 640 Abs» 2 BGB rechtsfehlerfrei auf den Schadensersatzanspruch aus § 655 3GB nicht angewendet0 Es ist sc hon kl arge st eilt, daß es keine Rolle spieltv daß diesei-’ Anspruch statt der Wandlung oder Minderung geltend gemacht werden kann - Auf die weiteren Rügen der Beweiswürdigung über die Kenntnis des Klägers von den Mängeln der Parkettböden ist daher nicht einzugehenc Zur Frage* ob infolge der ausdrücklichen Verweigerung einer Nachbesserung durch den Beklagten seit dem 13®