BGH · V ZR 132/65 vom 05.04.1968
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Unstreitig ist dagegen, daß den Klägern von der Beklagten Vollmacht zur Einsicht in die Unterlagen des Bauaufsichtsamts erteilt worden war und daß die Kläger daraufhin die Bauzeichnungen bei dem Bauaufsichtsamt eingosehen hatten. Die Kläger haben vorgetragen: Die Beklagte habe bei Abgabe des Kaufangebots gewußt, daß das Haus von Schwamm befallen sei, diese Kenntnis aber arglistig verschwiegen. Mit dem Pfandbriefamt hätten sie aus diesem Grund einen Aufschub von zwei Jahren für die Erfüllung der Auflage vereinbart. Sie hat vorgetragen, sie habe von dem Schwammbefall keine Kenntnis gehabt und die Kläger auf die Auflage des Bauaufsichtsamts hingewiesen. 1. Bas Berufungsgericht ist zunächst der Auffassung, es fehle bereits an der Darlegung eines den Klägern durch das Verschweigen des Schwammbefa 11 s und der Auflage des Bauaufsichtsamts entstandenen Schadens, weil sowohl nach § 823 BGB als auch wegen Verschuldens bei Vertragsabschluß nur Ersatz des Vertrauensschadens verlangt werden könne, die Kläger aber nicht dargetan und bewiesen hätten, daß ohne das von ihnen der Beklagten vorgeworfene Verhalten der Vertrag zu für sie günstigeren Bedingungen, insbesondere zu einem niedrigeren Kaufpreis abgeschlossen worden wäre. Es fehlt nach seiner Auffassung eine Darlegung dafür, daß die Beklagte bei den zu dem Abschluß des Kaufvertrags führenden Verhandlungen von dem Schwamm-v befall oder auch nur von einem Schwammverdacht Kenntnis , gehabt habe. Soweit die Klage auf eine Verletzung der Offenbarungspflicht der Beklagten hinsichtlich der Auflage des Bauaufsichtsamts gestützt ist, hat das Berufungsgericht eine Verpflichtung der Beklagten zu dem Schadensersatz mit folgender Begründung verneint: Es könne auf sich beruhen, ob die Beklagte diese Auflage überhaupt den Klägern verschwiegen habe oder ob es richtig sei, daß der Inhaber der Firma B^(^ & Co., die das Grundstück für die Beklagte verwaltet hatte, am 3. Januar 1962 gegenüber den Klägern erklärt habe, daß auch das Bauaufsichtsamt ein ähnliches Verlangen wie das Pfandbriefamt, nämlich das Verlangen, die Passade des Hauses instandzusetzen, Auf jeden Fall könne in einem Verschweigen der Auflage d©3 Bauaufsichtsamts kein arglistiges Verhalten der Beklagten oder der Firma & Co. gegenüber den Klägern gesehen werden; denn die Beklagte habe annehmen dürfen, daß die Kläger, nachdem ihnen unstreitig die Auflage des Pfandbriefamts mitgeteilt worden sei, auf Grund der ihnen erteilten Vollmacht, die Unterlagen bei dem Bauaufsichtsamt einzusehen, sich dort vor der Annahme des Kaufangebots nach dem Vorhandensein irgend* welcher Auflagen erkundigen würden, zu demal die Kläger hier-zu auf Grund der Befristung des Angebots mehr als drei Wöcheh Gelegenheit gehabt hätten und es nahe gelegen habe, daß nicht nur das Pfandbriefamt, sondern auch das Bauaufsichtsamt auf einer Verputzung des Hauses bestehen würde. a) Pie Revision rügt zunächst Verletzung des § 286 ZPO, weil das Berufungsgericht nicht den das Kaufange-bot vom 3» Januar 1962 beurkundenden Notar zu dem Vortrag der Kläger in der Berufungsbegründung (S * 4) vernommen habe, die getrennte Beurkundung von Angebot und Annahme beruhe darauf, daß die Kläger innerhalb der An« gebotsfrist mit dem Berliner Pfandbriefamt über einen Aufschub der Erfüllung der Auflage zur Erneuerung des Außen-putzes um zwei Jahre hätten verhandeln wollen, um die Aufwendungen für diese Arbeiten steuerlich absetzen zu können. Es ist nicht ersichtlich, wieso das Beweisthema der Auffassung des Berufungsgerichts entgegenstehen soll, es könne von einem schuldhaften Verhalten der Beklagten deshalb nicht gesprochen werden, weil sie hatte annehmen dürfen, die Kläger würden sich auf Grund der ihnen erteilten Vollmacht nach etwaigen Auflagen des Bauaufsichtsamts erkundigen. b) Die Revision rügt weiter, das Berufungsgericht habe bei seiner Auffassung, die Beklagte hätte annehmen dürfen, daß die Kläger sich auf Grund der ihnen erteilten Vollmacht beim Bauaufsichtsamt nach etwaigen Auflagen erkundigen würden, nicht dazu Stellung genommen, ob aus den Unterlagen des Bauaufsichtsamts überhaupt etwas über Auflagen und vor allem über deren Befristung zu ersehen gewesen sei. 2) vorgetragen hätten, das Grundstück, bevor es die Kläger gekauft hätten, für 375 000 UM einem ande: Käufer angeboten habe, dieser aber den Kauf zu diesem Brois abgclehnt habe, wendet sie sich gegen die Hauptbegründung des Berufungsgerichts, auf die es nicht mehr ankommt, nachdem die auf tatsächlichen Erwägungen beruh* de Hilfsbegründung dos Berufungsgerichts von der Revisic entweder (hinsichtlich der Auflage des Bauaufsichtsamts] wie bereits ausgeführt, ohne Erfolg oder (hinsichtlich des Verschweigens des Schwammbefalls) überhaupt nicht angegriffen worden ist. <3es Berufungsgerichts auch im übrigen keinen Hechtsirrtum zu dem Nachteil der Kläger# enthalten, war deren Revision mit der Kostenfolge der §§ 97 Abs.1, 100 Abs. 1 ZPO zurückzuweisen, ohne daß es noch eines Eingehens auf die Bedenken des Berufungsgerichts gegen die Berechnung der Höhe des geltend gemachten Schadens und die hiergegen gerichteten Angriffe der -Revision bedurfte.