BGH · V ZR 122/50
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Oberlandesgericht ; beigelegt wurde« Seitdem bewirtschaftet die Klägerin den selbste Aia 8e August 1945 wurden auf dem Hofe der Pferdestall, der Karrenschuppen und die Scheune durch Schäden- ; feuer zerstörte Der Pächter' Sggggg/g hatte an diesem Tage den Treckerbesitzer 'Bggggggg/0. Das Geld fand bei dem Wiederaufbau der zerstörten Gebäude Verwendung» Aus den auf ein Sonderkonto der Er- er habe die Unterstellung des Treckers unter den Schuppen geduldet und sei auch nicht eingeschritten ; als .sich die jugendlichen Landhelf er mit der Lötlampe an■der Maschine zu schaffen gemacht hätten* er Lobe den beiden Jugendlichen auf.deren Verlangen sogar die ht Streichhölzer zu dem Entzünden der Lötlampe hergegeben^ für die Folgen der unerlaubten Handlung ihres Ehemannes habe die Beklagte als dessen Al Wie der Ehemann S ucii aus dem Pachtver ckgabe des Pachtgutes de in unversehrtem Z.ust en der in ihrem Pacht!e in der Berufungsinstanz hat die Klägerin ihre ICLag~ bitte auf die Verurteilung der Beklagten- zur Beschaffung von 950° Dachziegeln beschränkte fas Berufungsgericht hat das erste Urteil abgeändert.v die auf den Pachtvertrag gestützte Klage dem Grunde nach für gerechtfertigt erklärt und die,Sache zur Ver- ohne einen Entlastungsbeweis führen zu könnenc Das Oberlandesgericht hat nicht beachtet, daß es für die Entscheidung über den Vertragsanspruch trotz seiner Verkopplung mit dem Ansprüche aus unerlaubter Handlung nicht zuständig. zielten Rechtszuge das Oberlande sgerichi - sind als landv/irtschaftsgerichte nicht den ordentlichen Gerichten hur angegliedert, sondern Teile dieser ordentlichen Ge-richte rait einer besonderen ausschliesslichen Zuständig keit (Entscho des Y» Zivilsenats des BGH als Senats für LandwirtscHaftsaachen_)v* 29h Januar 19.52 - V BLw 84/50) ,••••&•• Sie sind keine Sondergerichte» Die ausschliessliche Zuständigkeit der Landwirtschaftsgerichte bildet im Verfahren der •ordentlichen Gerichtsbarkeit ein Hindernis,'wie es r hr auch die Unzulässigkeit des Rechtsweges darsteilt»' Sie ist in allen Instanzen von Amtswegen zu beachten (Stein-Jonas Komm z» ZPO vor § 1 Bern» 17 B 1) 0 Las Berufungä- h gericht hätte sich daher einer Entscheidung über derr Klageanspruch, soweit er aus dem Landpachtvertrage hergeleitet war, enthalten müssen» Dabei bot freilich der Umstand,, daß die Klage auch auf unerlaubte Handlung gestützt ist, eine gewisse Schwierigkeit» Es handelt sich vorliegend um einen einheitlichen Klageantrag, aber einen aus -verschiedenen Tatbeständen hergeleiteten Anspruch» Die Verschiedenheit der in Betracht kommenden Tatbestände liegt zutage? Die Tatbestandsmerkmale des § 825 BGB decken sich nicht mit den Haftungsgründen aus dem Lahdpachtvertrage» Die beiden Klagebegründungen sind auch nicht in ein Abhängigkeit sverhälthis zueinander gestellt; sie sind dem Gericht gehäuft und äLs gleichwertig unterbreitet» Trotzdem konnte eine getrennte Verweisung desAAnspruchs aus dem Landpachtvertrage an das Landwirtschaftsgericht (§ 276 ZPO), die an sich nahe gelegen hätte, nicht in Betracht kommen» Die Verweisung hätte sich nicht auf einen Indessen sind sich Schrift-faul und Rechtsprechung- einig, daß dieser Klagegruriä dein-Landwirts chaf tsgericht .niemals«, auch nicht im Zusammenhang mit einem der ausschliesslichen Zuständigkeit dieses Gerichts unterliegenden Ansprüche unterbreitet werden darf (Länge-Wulff Die Höfeordnung v. Die Klägerin hat-:sich in der mündlichen Revisions-Verhandlung bemüht, diesem Ergebnisse durch eine Inderuhg er Itlagebegründüng vörzubeugen«; Sie hat liier .vorgetragen, ' Grundlage des Vertragsanspruchs bilde, richtig gesehen, cht der Landpachtvertrag der Parteien vom 15» April 1925, sondern das Vertragsverhältnis, das nach dem Bran- und den Pächtern zu dem Zv/eck des Wiederaufbaues der zerstörten Gebäude begründet worden seii Damals hätten die genannten Personen einen Vertrag miteinander geschlossen«, in dem sie sich verpflichtet hätten, den Wiederaufbau mit vereinten Kräften zu be-treiben« Dieser Verpflichtung hätten sich die Pächter steigendem Maße entzogen«, Ihrem vertragswidrigen Verhalten sei es zuzuschreiben, daß der Wiederaufbau nicht vor dem Eintritt der Währungsreform habe -durchgeführt werden'können und die für die .Wiederaufrichtung der Gebäude bestimmten, von der Brandversicherungsgesellschaft gezahlten Gelder der Abwertung verfallen seien', also heute nicht mehr zur Beseitigung des BrafidSchadens ausreichten«, Das Vorbringen läßt sich keinesfalls mit den Tat-' Sachen in Einklang bringen, die Gegenstand der mündlichen Verhandlung im ersten und zweiten Rechtszuge gewesen sindc Den Akten ist nicht zu entnehmen, welche Vereinbarungen zwischen der Verpächterin und den Pächtern zur Beseitigung des BröndSchadens getroffen worden sind«, Die Verpächterin (Erbengemeinschaft zwar unwiderlegt nicht unerhebliche Beträge aus der von der Eeuerversicherung erhaltenen Entschädigungssumme zur Beschaffung von Baustoffen und Zahlung, von Löhnen hergegeben«, Unstreitig haben auch die Pächter lange Zeit hindurch Arbeiten für den Wiederaufbau geleistet«, Es ist indessen nichts- dafür hervorgetreten, daß dies alles auf Grund eines selbständigen Verpflichtungsvertrages des von der Klägerin heute behaupteten Inhalts geleistet worden wäre«, Nach dem § 14 des Landpachtvertrages der Parteien war es Aufgabe des Verpächters', 'ira Palle eines Brand Unglücks die zerstörten Bauwerke wiederhers-teilen zu lassen» Er hatte die zur Bezahlung der Baustoffe und Löhne erforderlichen Mittel her eit zustellen, während; hach 'derselben Bestimmung des Pachtvertrages den Pächtern nur die..Aufgabe obliegen.soll-' es 1947 aus nicht geklärter Veranlassung von beiden Seiten aufgegeben wurde» Eine'starke Vermutung spricht -dafür, daß beide Teile ihr, Verhalten nach dem Brande.den Bestimmungen des Landpacht-Vertrages angepaßt haben» Dann würde aber Grundlage des Klageanspruchs wiederum nur dieser Vertrag sein, der die erörterte sachliche Urzustandigkeit begründet» Es darf daher auch nicht übersehen werden, daß von einer Verantwortlichkeit für den Brandschaden, die allein den Pächtern die Veranlassung hätte bieten können, dem Verpächter gegenüber zu G-unsten der Schadensbeseitigung über ■die Bestimmungen des Pachtvertrages hinaus selbständige neue 1"avcfLichtungen einzugehen, bis 'zur Klageerhebung ich 1?49 nie die Rede gewesen ist» Eine andere als die oben angedeutete Entscheidung über den Vertragsanspruch hat hiernach nicht in Betracht gezbgen werden können«, Handlung Stellung zu nehmen, 'so könnte in Frage kommen, diese Stellungnahme dem Berufungsgericht zu übertragen, das sie bisher- -verabsäumt hat« Der Übertragung bedarf es jedoch nicht, weil das Revisionsgericht in der läge ist,selbst über den Anspruch zu entscheiden,, Die Klage muß nämlich auch dann,' wenn das Berufungsgericht zu der Feststellung gelangen würde, der Pächter Tilmann S'^MHNP1 habe den Brand vom 8» August 1945 durch Unachtsamkeit mitverschuldet, so dass seine Ehefrau, die Beklagte, als seine A11einerbin für den entstandenen Vemogensschaden aufzu-• kommen hätte, bei zutreffender Anwendung des Gesetzes auf den feststehenden Sachverhalt mangels Sachbefugnia der Klägerin der Abweisung verfallen« Die Beklagte hat der Klage gegenüber auch insoweit, alssie auf unerlaubte Handlung gestützt ist, den Einwand erhoben, die Klägerin sei zur Klage keinesfalls mehr befugt, nachdem die Erbengemeinschaft für ^en erlittenen Schaden von'der Feuerversicherung einen vollen Ersatz erlangt habe,- ihre Forderung an die Beklagte also gemäß § 6? VGG auf die Versicherungsanstalt übergegangen seit» Das war und ist ihr Haupteinwand im Rechtsstreit» Die Stellungnahme: des Berufungsgerichts zu ihm kann bei der Erörterung des lö.agegrimdes der unerlaubten Handlung keine andere sein als-die« die es bisher für zutreffend' gehalten hat« Diese Stellungnahme unterliegt aber durchgreifenden rechtlichen Bedenken» - . d i e a Lagefin nach d^>' genannten Vorschrift das Recht, statt der Herstellung den dazu ef-t förderlichen Geldbetrag zu'verlangen» Von diesem Wahlrecht habe sie aber keinen Gebrauch gemacht;der Anspruch auf Herstellung in Natur sei. Diesen Anspruch nahe sie auch nicht dadurch'/verloren;, daß ihr die Versicherungsgesellschaft eine Entschädigung gezahlt habe* Die Zahlung habe nach § 67 Abs 1 S i VVG nur bewirkty daß der Geldanspruch auf Schadensersatz auf die Gesellschaft übergegangen sei* Der Übergang habe nach § 67 Abs 3 S 2 VVG den Anspruch auf Herstellung in Natur unberührt gelassen! dieser Anspruch könne von der Scha-densersatzberechtigten nach wie vor geltend gemacht werden«, “Das Berufungsgericht fährt forty die Versicherungsgesellschaft könne gemäß der zuletzt erwähnten-Vorschrift dem Versicherungsnehmer die Zahlung der Entschädigung nicht ehügbgbiihalt wenn durch sie der auf Herstellung ln Natur gehende Ersatzanspruch nicht voll gedeckt erscheine! Diesti Voraussetzung sei hier gegebene Vorliegend sei der 19iä entstandene Schaden durch die 1945 und 1947 erfolgten Zahlungen bis zur Währungsreform nicht gedeckt worden5 der Wiederaufbau der Scheune sei in diesem Zeitpunkte noch nicht vollzogen gewesen5 mit dem abgewerteten Restbeträge der Entschädigung sei er nicht durchzuführen» die Lage se;L von der Klägerin nicht verschuldet § - der Anspruch auf Herstellung in Natur sei daher der Klägerin trotz jenem Ford erungsüb er gang nicht abzusprechen,. ohne das schädigende Ereignis befunden hätte., mit d Maßgabe, daß er - in diesen Ausnahmefällen --nach seiner wähl entweder die Herstellung des früheren Zustandes üuich den Schädiger selbst oder die dazu erforderlichen Geldmittel von ihm verlangen.darfp Auch der Anspruch au_L Geld ent Schädigung nach § 249 S 2 BGB ist ein Anspruch auf Herstellung« nur nicht in der Form der unmittelbaren Leistung des Schuldners, sondern in der einer durch eine Geldzahlung des ochuldners vermittelten Selbstbefriedigung des Gläubigers (RGZ 71, 214), Diese Auffassung von dem veeilt 1äehen. daß in den Bällen des § 249 S 2 BGB der Ersatzanspruch des Geschädigten rechtlich stets als eine Einheit,anzusehen ist und .im Palle seiner rechtsgeschäft-liehen Übertragung oder seines kraft Gesetzes erfolgenden Überganges auf einen Britten der Übergang eine rechtliche Einheit ergreift und beim ursprünglichen Gläubiger .rechts-grundsätzlich kein Element der Berechtigung zurückläßt0 § 67 VVG bestimmt, daß ein dem Versicherungsnehmer gegen einen Britten zustehender Anspruch auf Ersatz des Schadens auf den Versicherer übergeht. soweit dieser dem v Versicherungsnehmer den Schaden ersetzte Biese Bestimmung kann nur dahin aufgefaßt werden, daß der. Übergang in dem '‘Gezeichneten Umfange die Ersatzforderung rechts grundsätzlich in ihrer Totalität erfaßte Bas bedeutet, daß nach der Befriedigung des Versicherungsnehmers in Geld der Schaöensersatzanspruch als solcher auf den Versicherer übergeht," also kein Anspruch auf Herstellung in Natur beim ursprünglichen Gläubiger verbleibt0 Per Übergang auf den Versicherer hat freilich nicht das Erlöschen der Schadensersatzforderung zur Folge« Die Schadens ersatzf erd erung besteht vielmehr trotz der Entsehä-älgungssählung fort (vgl Warneyer WG § 67 Anm m Zit)c"Sie .steht aber nicht mehr dem Geschädigten zu. Auch aus der Bestimmung des § 67 Abs 1 S 2 VVG ist nicht herzuleiten, daß die Klägerin als dis Geschädigte zur Geltendmachung des Anspruchsa uf Herstellung in Hatur befugt geblieben wäre» Y/ie die Revision zutreffend bemerkt, betrifft die Vorschrift die Fälle der Unterversicherung, der Selbstbeteiligung und der feilbefriedigungo Auf den Pall einer Vollbefriedigung kann sie keine Anwendung finden,, Hier ist von einer yoil- d es 7 Traktorbesitzers Versicherungsanstalt von weiteren Regreßmaßnahmen gegen die Pächter S Abstand genommen hat (Schreiben der Anstalt an das Landgericht y, 28.* Januar 1950 GABI 6l), steht der Annahme entgegen, daß der Versicherer im vorli.egenden Falle dem Versicherungsnehmer die 7/ei- Gebäude Ms zur Währungsreform- noch nicht vollzählig wied eraufgebaut waren und die für den Wiederaufbau be~ stimmte Entschädigungssumme seit 19459 namentlich mit der Währungsreform der Entwertung und Abwertung verfiel« Allein maßgebend war? sicherungsanstalt) genossen und die ihrer Berechnung den Neuwert der Gebäude unter Berücksichtigung ihrer Abnutzung;,, sowie den genau ermittelten Wert der erhalten gebliebenen Gebäudeteile zu Grunde legten, vor allem aber die Erklärung des Vertreters der Erbengemeinschaft.4fder sich nach „dem Empfang der ermittelten Schadenssummen als "endgültig Vpj und vollständig" abgefunden bernanntec Das Bekenntnis' wurde zwar nurdem Versicherer gegenüber abgegeben und enthielt daher keinen dem Schädiger (Beklagten) gegenüber erklärten Verzicht auf weitere! Schadensersatz 0 Es hat aber als Beweis für die Tatsache der Vollbefriedigung■ mitsugelteiio Beim Vorliegen einer, solchen vollzog sich der in § 67 VVG bestimmte Forderungsüb'ergang auf den Versicherer in vollem Umfange,' eine Aufspaltung des'.nach obigen Darlegungen eine rechtliche Einheit bildenden Schadensersatzanspruchs in einen Anspruch auf Herstellung in Matur und einen Anspruch a kung* daß jener Anspruch in der Hand der Erbengemeinschaft als Versicherungsnehmerin verblieben wäre*'-war begrifflich ausgeschlossen?- das Wahlrecht des Geschädigten war erloschene Die Währungsreform kann hieran nichts ändern,V . Im Ergebnis deckt die Entscheidung des Landgerichts die Abweisung der auf den Landpachtvertrag gestützten Klage, die nur "angebracht ermaß eh11 auszusprechen war, eben so wie die Abweisung des aus unerlaubter Handlung hergeleiteten Klagebegehrens <, Das angefochtene Urteil war daher aufzuheben und in der Sache dahin zu erkennen, daß die Berufung der Klägerin gegen die erstinstanzliche Entscheidung zurückgewiesen wirds Mach §§ 91?