BGH · V ZR 113/87 vom 24.06.1988
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Auf die Revision der Klägerin wird das Urteil des 9. Zur Begründung der Anfechtung hat sie hauptsächlich vorgetragen: Sie habe den Beklagten vor Abschluß des Kaufvertrages darauf hingewiesen, daß sie das Haus nur erwerben könne, wenn die monatliche Belastung nicht über 800 DM liege. Tatsächlich sei eine Finanzierung des Kaufpreises mit einer monatlichen Belastung von höchstens 800 DM jedoch nicht möglich. Das Berufungsgericht hält hinsichtlich der Finanzierungsfrage, die nicht Vertragsgegenstand geworden sei, eine Täuschungshandlung des Beklagten für nicht bewiesen und führt aus: Die Zeugin GflA, die Mutter der Klägerin, habe zwar bekundet, sie und die Klägerin hätten den Beklagten vor Abschluß des Kaufvertrages darauf hingewiesen, daß sie für die Finanzierung des Kaufpreises höchstens einen monatlichen Betrag von 800 DM aufbringen könnten; der Beklagte habe daraufhin erklärt, daß die monatliche Tilgung nicht so hoch sei, die monatlichen Belastungen beliefen sich höchstens auf 600 bis 700 DM, unter Berücksichtigung des Bausparvertrages der Klägerin sei die Finanzierung spielend gesichert. Hieraus sei jedoch nicht zu entnehmen, daß die Erstellung eines "verbindlichen Finanzierungsmodells" durch den Beklagten Gegenstand der Vertragsverhandlungen gewesen sei. Auch hinsichtlich der Verschaffung einer Finanzierung mit einer monatlichen Belastung von höchstens 800 DM könne in der von der Zeugin G^| bekundeten Erklärung des Beklagten "nicht feststellbar eine Zusicherung" gesehen werden; dieser Erklärung des Beklagten könne nicht entnommen werden, daß er für die Richtigkeit seiner Angaben habe einstehen wollen; es habe sich hierbei auch um allgemeine Beschwichtigungen und um ein - zulässiges - Zerstreuen von Bedenken der Klägerin handeln können. Das Berufungsgericht stellt zu Unrecht darauf ab, ob bewiesen ist, daß der Beklagte eine nicht zutreffende "Zusicherung” abgegeben hat und seinen Erklärungen zu entnehmen ist, daß er für die Richtigkeit seiner Angaben "einstehen" wolle. Ein solcher, auf das Eingehen einer rechtsgeschäftlichen Verpflichtung gerichteter, Nachweis ist im vorliegenden Fall nicht Voraussetzung für die Feststellung einer Täuschungshandlung im Sinne des § 123 BGB. Eine solche objektiv nachprüfbare Angabe und damit eine im Sinne des § 123 BGB relevante Tatsachenbehauptung ist aber jedenfalls auch die vom Berufungsgericht seiner Beurteilung zugrunde gelegte, von der Zeugin G^J^ bekundete Erklärung des Beklagten, unter Berücksichtigung des Bausparvertrages sei eine Finanzierung mit einer monatlichen Belastung von höchstens 600 bis 700 DM möglich. Die Ausführungen auf Blatt 7 des angefochtenen Urteils versteht der erkennende Senat nicht dahin, das Berufungsgericht habe bereits die Richtigkeit der erörterten Erklärung des Beklagten feststellen wollen; gegen ein solches Verständnis spricht auch schon die auf Blatt 9 des Urteils im vorletzten Absatz getroffene Feststellung, daß nach den Berechnungen der Landesbausparkasse die monatlichen Belastungen über 800 DM gelegen hätten. Die Sache bedarf somit erneuter tatrichterlicher Prüfung, ohne daß es noch auf die von der Revision zu dem Punkt "Baujahr des Hauses" erhobenen Rügen ankommt; auch eine Stellungnahme zu dem vom Landgericht erörterten Gesichts-