BGH · V ZB 5/53
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
In der GrundbuchSache betr0 den Antrag des Vollstreckungsbeamten der Allgemeinen' Ortskrankenkasse für den Landkreis auf Ein- Die weitere Beschwerde des Antragstellers gegen den Beschluß der 1= Zivilkammer des Landgerichts in Giessen vom 26, Juni 1952 wird auf Kosten der Allgemeinen Ortskrankenkasse für den Landzurückgewiesen, Der Wert des nr,-P £ AA.A T\T\/T Abs 2 ZPO die Eintragung von Sicherungshypotheken im Grundbuch für EMMI beantragt und zwar an den Grundstücken Das Grundbuch- j amt hat durch Zwischenverfügung vom .11uMärz 1952 die Eintragung der Hypotheken von der Beibringung der Genehmigung": nach dem Kontrollratsgesetz Nr 45 abhängig gemacht» Noch bevor der Antragsteller durch- Schriftsatz vom 2t Mai 19521 a anzeigte, der Vorsitzende des Bauerngerichts habe durch Verfügung vom 4t April 1952 mitgeteilt, daß_die aufgegebene Genehmigung nicht erforderlich sei., weil es sich im vorliegenden Fall nicht um einen landwirtschaftlichen Betrieb hand le, hat das Vollstreckungsgericht nach Stellung eines Antrags der Firma des Schuldners auf Eröffnung des Vergleichsverfahrens durch Beschluß vom 21* März 1952, beim Grundbuch-amt am selben Tag eingegangen, ein allgemeines Veräußerungsverbot gemäß §§ 59.) 60 Vergleichsordnung erlassen* Mit Beschluß vorn 29o April 1952, der beim Grundbuchamt am. ;:güng ."der- Zwangshypctheken zurü ckg ewieseh2 Die Beschwerde des Antragstellers, zu dem"Landgericht hatte keinen Erfolg Mit Schriftsatz vom 14h -August 1952 hat er erklärt,, da.ß"’^B Es hat ausgeführt^^»cl Nach § 878 BGB werde eine Eintragungsbewiiligung, welche« beim Grundbuchamt eingereicht und dadurch bindend gewordfeS sei, nicht dadurch unwirksam, daß nach der Einreichung am Antrags der Berechtigte in der Verfügung beschränkt werijShB beispielsweise durch Beschlagnahme auf Grund eines Verstaff gerungsantrags öder durch Konkurseröffnung, Es führe zubefriedigenden Ergebnissen, wenn diese Vorschrift nur füll rechtsgeschäftliche Erklärungen, nicht aber bei einem ReH| erwarb im Wege der Zwangsvollstreckung gelten solle, DiJaHKi Fassung des Gesetzes, nach der die Zwangsvollstreckung 2 ein Grundstück durch Eintragung einer Sicherungshypothek erfolgen kann und die Hypothek mit der Eintragung entsteht (§§ 866, 867 ZPO), sei nicht entscheidend, da der rechtsgeschäftliche Erwerb sich auch erst mit der Eintragung vollende (§ 873 BGB)» Die Regelung des § 878 BGB sei ■getroffen worden«- weil "der Erwerber eines dinglichen'Rech- : tes zwar die Antragstellung in der Hand habe, auf den Zeitpunkt der Eintragung aber keinen Einfluß habe. Die Interessenlage sei in dieser Hinsicht für den Antrag auf Eintragung einer. Vertrags- und einer Zwangshypothek die gleiche,, Auch in einem'anderen Fall, nämlich für die Frage,- ob ein Eigentümer zustimmen müsse, wenn auf seinem Grundstück 6ine;,-^wahgsfty^othek eingetrager Werden solle oder eingetragen sei und sie Rang vor einer anderen zurücktretenden Hypothek erhalten solle, habe das Kammergericht anstelle der rechtsgeschäftlichen Zustimmung den Vollstreckungs-titel' genügen lassen (JFG 12, 307 = 'JW 1934, 2996 Hr 1 -ERB. Er verneint darin die Notwendigkeit der Zwischenverfügung und beantragt zu entscheiden, daß die Sicherungshypotheken auf den am 7° März 1952 gestellten Antrag einzutragen gewesen seien. Maßgebend ist § 79 GBO, da es sich um die weitere Beschwerde in einer Grundbuchsache handelt, nicht § 28 FGG, auf den sich das Oberlandesgericht berufen hat = Die Rechtsauf fasff des Oberlandesgerichts steht im Widerspruch mit einer au! . Wm Die weitere Beschwerde ist, wie das Oberland es ger i cn^g bereits' zutreffend ausgeführt, hat," nicht nur an sich haft (§§ 71? Oberlandesgericht nicht zu folgen,; Die Eintragung der Zflg hypcthek ist ein Teil der Zwangsvollstreckung (Stein-Jdjffll Schönke ZPO 17»Aufl § 867 I; Baumbach-Lauterbach ZPO Auf 1 § 867 Anm 1 A; ' RGZ ; 28, 283 /285/und 79? 398 ßO§7)M Das ergibt sich schon aus dem Wortlaut des Gesetzes (.§§jfj§ 866, 867 ZPO) mit aller Deutlichkeit„ Es kann nicht entl gegengehalten werden, daß ja auch bei rechtsgeschäftlicl Begründung einer Hypothek diese eingetragen werden müssj aus der Notwendigkeit der Eintragung für die Entstehung Zwanghypothek also keine Schlüsse auf die Natur des Eil tragungsaktes als einer Vollstreckungsmaßnahme gezogen^ könnten. Die Eigenschaft der Eintragung als Vollstreckt| maßnahme zeigt sich darin, daß sie ohne den Willen des, ners vorgenommen vird und ihre Rechtfertigung im Veils trecji findet. Allerdings wird auch hei rechtskräftiger Verurteilung des Schuldners zur Bestellung einer Hypothek diese ohne den Willen des Schuldners eingetragen, trotzdem § 878 BGB aber für diesen Fall als anwendbar erachtet (RGRK 9 Au fl § 878 'Ahm 1 a. E.) * Das ist jedoch nur eine scheinbare Ausnahme, da das Gesetz befiehlt, mit der Rechtskraft die Erklärung des Schuldners als abgegeben zu betrachten (§ 894 ZPO)» wie dargelegt, ein Voilstreckungsakt ist, war sie nach Konkurseröffnung verboten, wenn nicht zugunsten der Vollstreckungsgläubigerin § 8?8 BGB eingriff» Unmittelbar läßt sich diese Vorschrift nach ihrem klaren Wortlaut auf den Erwerb einer Zwangshypothek nicht anwenden; eine Verfügung des Gemeinschuldners steht dabei ja gar nicht in Frage. Aber auch rechtsähnlich .-ist § .878 BGB nichtfanzuv/en-den, Richtig ist zwar, daß § 878 BGB geschaffen wurde, weil sich d:ie zur Rechtsbegründung erforderliche Eintragung, deren Zeitpunkt nach der Stellung des Eintragungsantrags nicht mehr vom Handeln der Beteiligten abhängt, mitunter verzögert und die Beteiligten gegen einen hiedurch drohenden Naöhteil für den Fall der Verfügungsbeschränkung des Berechtigten geschützt werden sollten (Motive zu dem BGB 5, 190 f; Protokolle 3, 65 f; Denkschrift S 119)» Aber gedacht war dabei nur an den rechtsgeschäftlichen Rechtser-werb oO/Der Unterschied zwischen ihm und dein' Rechtserwerb kraft Vollstreckungsaktes ist nicht nur ein formaler„ Das gilt selbst für das v£g|| Oberlandesgericht angeführte folgende Beispiels ZunächsJ|||i beantragt ein Vollstreckungsgläubiger die Eintragung e|^^ Zwangshypothek, anschließend ein zweiter Gläubiger dielSM tragung einer Hypothek auf Grund einer Eintragungsbev/ill gung des Eigentümers, worauf vor der Eintragung der Gr|9B| Stückseigentümer in Konkurs fällt . eingetragen werden darf und entsteht, erscheint freilich ' ' zunächst ‘befremdlich» Andererseits hat aher in der Zwangsvollstreckung der Gläubiger die Rechtzeitigkeit der Vcll-streckungsmaßnahmen, von der ihre Gültigkeit oder doch ihr Bestand abhängen kann, durchweg nicht in der Hand, ist vielmehr darauf beschränkt, einen Antrag zu stellen« Verzögert sich beispielsweise die Pfändung einer beweglichen Sache oder eine Ecrderungspfändung und fällt der Schuldner in Konkurs, so kann die Pfändung nicht mehr durchgeführt... werden» Eine Besserstellung,des Gläubigers, der eine Zwangshypothek eintragen lassen will, wäre also, von dieser Seite aus betrachtet, eine ungerechtfertigte Bevorzugung» Daraus, daß nach der Rechtsprechung (KGJ 12, 304) die Zustimmung des Eigentümers zur Eintragung des Vorrangs einer Zwangshypothek vor einer anderen Hypothek, wenn deren Gläubiger zu'stimmt, nicht erforderlich ist, für jenen besonderen Pall der Schuldtitel also gleiche Wirkung wie die Bewilligung des Eigentümers hat, kann für die vorliegende Rechtsfrage nichts entnommen werden; denn jene Entscheidung beruht: auf dem Gedanken, daß der Eigentümer die Vollstreckung; in sein gesamtes Vermögen .wegen, des fTitels 'grundsätzlich “ohne").-'. Nach alledem muß daran festgehalten werden, daß die Vorschrift des §: 878 nur auf den rechtsgeschäftlichen Rechtserwerb, nicht aber auf den Erwerb durch Zwangsvoll strec Anm 3 h u.a. mehr)» Das'Grundbuchamt durfte dem Eintragung antrag nach der Konkurseröffnung vom 29.»April 1952 nich;