BGH · V ZB 3/59
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
• Der grundbujjhmäßiga Nachweis, daß eine Auf lass ungs Vollmacht im Zeitpunkt der Auflassung bestanden hat* kann auch durch eine in öffentlich beglaubigter Vorm erklärte V'ollmachtsb^stätigung erbracht werden» Mäx Dr» Tasche i)r» Piepen Zivilsenat des Bundesgerichtshofs in der Sitzung z 1959 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten sowie der Bundesriehter Dr* Hückinghaus, brock, Dr, Röthe und Br» Freitag beschlossen Auf die weitere Beschwerde der Antragstellerinnen wird der Beschluß der 3* Zivilkammer des Landgerichts in Detmold vom 28« :Juni 1958 insoweit aufgehoben, alls das Besohwerd.eger.icht das Amtsgericht angewiesen hat, eine Zwischsnverfügung zu erlassen.. ob überhaupt vorliegt» Ei nicht, weil stehenden Au GBO von der düng des; >JFG 11, 24) für eine Voi Ober landesgericht erörtert zunächst die Frage, ob t des Hubertus J4HM9 zu dem Abschluß des Ver~ März 1958 in der Form des § 29 GBO nachge“ und kommt dabei zu dem Ergebnis, daß die Be-isser Frage Aufgabe der Tatsacheninstanzen sei. 246 « JW verweist und die Ausführungen in der letzteren über die Bedeutung eines Vollmachtegeständ-ädenklich bezeichnet, kann es zweifelhaft sein, eine Abweichung im Sinne des § 79 Abs. 2 GBO er Stellungnahme hierzu.bedarf es jedoch das Öberlandesgericht, wie sich aus den nach-sführungen ergibt, bei der Auslegung des § 15 auf weitere.Beschwerde ergangenen Entschei-L’lahdesgerichts Karlsruhe vom 20, Juni 1933 abweichen, würde, so daß die Voraussetzungen legung der Sache gegeben sind« Abs, 1 Satz 1 GBO nachgewiesen werden muß* Dieser Naciweis hat sich auch darauf zu erstrecken, daß die Vollmacit des Hubertus schon beim Abschluß des Vertrag as vom 31» März 1.958 bestanden hat« Die Beantwortung der Frage, ob der erforderliche Nachweis geführt ist» ist Aufgabe des Tatrichters* Das Gericht der weiteren Beschwerde ist deshalb an die tatsächliche Würdigung des Landgerichts gebunden, soweit sie nicht auf einer Rechtsverletzung beruht* Die Ausführungen dos Beschv/erdegerichts geben a>er zu rechtlichen Bedenken Anlaß* Daß dem Schreiben vom 25* März 1958 keine entscheidende Bedeutung zukommt, :Lst richtig, weil es sich unreine privatechrift-liche Erklärung handelt« Es fragt sich allein, ob die notariell beglaubigte Vollmachtsbestätigung vom 2« April 1958 den gesetzlichen Anforderungen genügt« Die Auffassung des Landgerichts, der Nachweis der Bevollmächtigung des Hübertun JiBBBB^'könne durch diese Urkunde schon deshalb nicht goführt werden, weil die Urkunde erst nach dem Abschluß, des Vertrages ausgestellt wurde,, ist nicht zutreffend* Die Vorlegung einer vor der Auflassung form-gerecht ausgestellten Vollmachteurkunde bildet nicht die einzige Möglichkeit für den Nachweis, daß die Vollmacht bereits im Zeitpunkt der Auflassung bestanden hat* In der Rechtsprechung und im Schrifttum ist anerkannt, daß auch durch e:.ne in öffentlicher oder öffentlich beglaubigter Form abgegebene sog«: Volimachtsgestähdniserklärung der Nach- Stellung des .Landgerichts, daß durch die tätigungsurkunde vom 2, April 1958 der Nach-macht im Zeitpunkt des Vertragsachlusses t 3c:i., entbehrt der ausreichenden Begründungc die zwei Tage nach dem Abschluß des Vertrages .ilst; enthält zwar nicht das Batum dor Voll*-ng. Sie besagt jedoch, daß Hubertus Jochheim rin Vollmacht zu dem Vertragsabschluß gehabt also vor dem Abschluß des Vertrages Voll-: worden sei»» Wenn auch ein in der form des gebenes Vollmachtsgeständnis nur .beweist» rung abgegeben, nicht aber, daß auch ihr In-so darf doch, wie das Kammergericht erlandesgericht angeführten Beschluß vom 1938 (JPG 18, 246 « JY/ 1938, 3245) zutref-rfc hat. das Grundbuchamt davon ausgehen, daß dlt einer solchen Erklärung richtig sei, wenn r Erklärende den erstrebten Erfolg auch durch üng des von dem Vertreter vorgenommenen Rechts* laichen könnte„ Eine andere Beurteilung ist nn geboten, wenn Zweifel an der inhaltlichen er Erklärung bestehen oder wenn dem Grund- und auch das Landgericht Zweifel an der Richtigkeit des Inhalts der Erklärung von 2e April 1958 gehabt haben*.Der Beschluß des Oberlandesgerichts Hamm vom 3*- Dezember 1957 (JMB1 NRhW 1958? Sollte die Prüfung ergeben, daß die Erteilung der Vollmacht vor der Auflassung nicht nachgewiesen ist, so kommt en. zu einer von gebenen Aufl änderen Vert Hinweis des sten Landesgle ist, wie der 1958 ausgefü Gerichts1, in schlossen ha einem Vertreter ohne Vertretungsmacht abge-assungserklärung nur dem Vertreter oder dem rags teil gegenüber erklärt werden kann., Bor Landgerichts auf die vom Bayerischen Oberricht vertretene gegenteilige Auffassung Senat bereits im Beschluß vom 24. Es könne auch nicht angenommen werden, daß Hubertus den Notar zur Ent- der Genehmigung ermächtigt worden sein» Gegenüber äer Auffassung des Oberlandesgeriehts Hamm,.das Landgericht habe die Möglichkeit einer Bevollmächtigung des Notars keineswegs übersehen, sondern ausdrücklich geprüft und sei zu dem Schluß gekommen, daß eine Vollmacht nicht erteilt sei, ist darauf hinzuweisen, daß das Landgericht lediglich die Präge einer Bevollmächtigung des Notars durch einer Entgeg Die Vc Hubertus geprüft, dagegen die Möglichkeit Ermächtigung des Notare durch die Vertragsteile zur ennahme der Genehmigung überhaupt nicht erörtert hat» rinstanzen haben übersehen, daß der Notar nach dem Wortlaut des Vertrages nicht nur die behördlichen Genehmigungen einholen sollte {Nr. 6 des Vertrages), sondern vielmehr von den Vertragsteilen auch ausdrücklich beauftragt war, den Antrag nach. H^iizu kommt jedoch weiter, daß der Notar, der nach als ermächtigt gilt, im Namen eines Antragsbe-ijten die Eintragung zu beantragen, in der Hegel, auch ;gegennahme der Genehmigung eines.Vertragsteiles ;igt ist (vgl. ruhe entschiedenen Fall hatte ein Ehemann ein ihm und seiner Ehefrau gehörendes Grundstück verkauft und aufgelas-sen mit dem;Versprechen,.eine öffentlich beglaubigte Vollmacht seiner Frau nachzureichen» Die Ehefrau hat darauf eine von dem Notar entworfene Vollmachtsurkunde, in der sie auch alle Handlungen,: die der Mann schon vorgenommen hotte, genehmigte,Unterschrieben und beglaubigen lassen» Die Urkunde ist dann beim Notar wieder eingegangen, der die Eintragung bei in Grundbuchamt beantragt hat» Die Vollmachtsurkunde ist in dem Verfahren als nachträgliche Genehmigung behandelt worden. Das: Oberlandesgericht Karlsruhe billigt die Auffassung des Landgerichts, daß der Eingang der Vollmac htsurlran de beim Notar als Nachweis der dem Ehemann gegenüber erteilten Genehmigung genüge, wenn der Notar als zur Entgege rmahme der Genehmigung ermächtigt angesehen werden könne» 2s führt dann weiter, aus, die Sachlage widerspreche der Fes feste lliing., daß die Tätigkeit des Notars mit der Beurkundung abgeschlossen-gewesen sei* Der Notar habe dem .Verkäufer dsn Vollmachtsentwurf ausgehändigt zur Vollziehung durch 3eina Ehefrau, er. (Tätigkeit habe dein Willen der Beteiligten entsprochen, Es mag dahingestellt bleiben, ob es sich boi diesen Ausführungen um tatsächliche Feststellungen bandelt, die vom Gericht der weiteren Beschwerde nicht getroffen werden, können« denn das Oberlandesgericht Karlsruhe ist weiter der Auffassung., ebenso BayObLG aaO 160 sowie Henke/Möncb/Horber aaO § 15 Anm» 1) unt<r Hinweis auf d:Le Motive (Entwurf I GBO) und Unger (ZZP 37, 438) ausführt ihre Rechtfertigung in dem besonderen Verhältnis, iü welches der Notar durch die Leistung seiner Dienste zu den Beteiligten getreten ist» ferner darin, daß dem Notar gegenüber ohne weiteres angenommen werden muß, er werde sich nicht ohne Auftragdn die Verhältnisse anderer einmi-sohen, sowie in der Erfahrung, daß der Wille der Beteiligten regelmäßig auf die Besorgung der ganzen Grundbuchangelege nlieit durch den Notar gerichtet ist» Die gesetzliche Vermutung des §..15 GBO kann widerlegt werden« sie ist aber im übrigen nicht zu eng auszülegen (KG JW 1936, 3262)» Der angefochtene Beschluß mußte deshalb, soweit das Landgericht dem Amtsgericht den Erlaß einer Zwischan-verfiigung auf gegeben hat, aufgehoben werden» Das Grundbuch-