BGH · V ZB 1/87 vom 09.07.1987
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Juli 1987 durch den Vizepräsidenten des Bundesgerichtshofes Dr. Thumm und die Richter Dr. Eckstein, Dr. Vogt, Dr. Räfle und Dr. Lambert-Lang beschlossen: Auf die sofortige Beschwerde der Klägerin wird der Beschluß des 5. Das Urteil des Landgerichts Dortmund ist der Klägerin zu Händen ihrer erstinstanzlichen Prozeßbevollmächtigten am 24. Das zulässige Rechtsmittel hat Erfolg, da entgegen der Ansicht des Oberlandesgerichts die Klägerin an der Nichteinhaltung der Berufungsfrist kein Verschulden trifft (§ 233 ZPO) . Zu Recht hat das Oberlandesgericht angenommen, daß auf der Grundlage des Sachverhalts, den es für glaubhaft gemacht angesehen hat, ein eigenes Verschulden der Klägerin ausscheidet, das Versehen der Angestellten OfHHB bei der Übertragung der beiden in dem Fristenkalender der Bürovorsteherin zutreffend notierten Fristen in den Fristenkalender der Bürovorsteherin aber der Klägerin nicht zuzurechnen ist. Dagegen kann der Ansicht des Oberlandesgerichts, daß ein Verschulden der zweitinstanzlichen Prozeßbevollmächtigten der Klägerin vorliege - wofür gemäß § 85 Abs. 2 ZPO die Klägerin einzustehen hätte -, nicht gefolgt werden. November 1986, also nach Ablauf der zweiwöchigen Frist des § 234 Abs. 1 ZPO vorgetragen; dabei handelt es sich aber nicht um die Geltendmachung eines neuen selbständigen Wiedereinsetzungsgrundes, sondern nur um eine Ergänzung und Erläuterung der Angaben zu dem fristgerecht vorgebrachten Grund, was zulässig ist (BGH Beschl. Mit dem Oberlandesgericht geht der Senat davon aus, daß die zweitinstanzlichen Prozeßbevollmächtigten der Klägerin eine gesteigerte Sorgfalts-, insbesondere Überwachungspflicht traf, als sie im Sommer 1986 die Angestellte O^HHB' die damals erst 19 Jahre alt war und erst im Januar ihre Ausbildung beendet hatte, erstmals selbständig als Vertreterin der Bürovorsteherin für deren Urlaubszeit einsetzten und der Angestellten OflHHHI damit auch erstmals die eigenverantwortliche Berechnung und Notierung der Fristen einschließlich der Führung und Überwachung des Fristenkalenders übertrugen; dies gilt, wie das Oberlandesgericht zu Recht betont hat, auch bei Berücksichtigung der Glaubhaftmachung, daß die Angestellte OHHB sich während ihrer vorangegangenen Tätigkeit in dem dortigen Büro als zuverlässig erwiesen hatte, über die Bedeutung gesetzlicher Fristen und die Folgen von Fristversäumnissen unterrichtet und mit der Führung der Fristenkontrolle unter Anleitung der Bürovorsteherin zfÜ^B bereits befaßt gewesen war (s. Zwar fanden bei dieser Handhabung insoweit keine Kontrollen statt, als - wie im vorliegenden Fall - von der Bürovorsteherin in dem von dieser geführten Terminkalender bereits notierte Fristen in den von der Bürovorsteherin zpBHBB geführten Terminkalender zu übertragen waren, weil die Sache Rechtsanwalt zur Bearbeitung zuge- Auch unter Berücksichtigung der erst kurzen Berufserfahrung der Angestellten BHB würden aber nach Ansicht des Senats die an die Sorgfaltspflicht eines Rechtsanwalts zu stellenden Anforderungen überspannt, wenn verlangt würde, die Prozeßbevollmächtigten der Klägerin hätten eine lückenlose Überprüfung sämtlicher von der Angestellten oBHi notierten Fristen (also einschließlich derjenigen Fristen, die aus einem anderen Fristenkalender übernommen wurden) entweder selbst vornehmen oder durch eine andere, berufserfahrene und zuverlässige Bürokraft vornehmen lassen müssen. Ihr ist daher unter Aufhebung des angefochtenen Beschlusses gegen diese Versäumung Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gewähren.