BGH · V ZB 1/59
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Eine letztwi Abs• 1 BrHEG des Art* 66 Vorschriften ifLlige Verfügung, die lediglich nach Art* 66 anfechtbar ist, kann nach Ablauf der Prist Abs* 3 BrBEG nicht mehr nach den allgemeinen des bürgerlichen Hechts angefechten werden* e Erteilung eines Erbscheins nach der mit Mai 1945 für tot erklärten Witwe Antonie , zuletzt wohnhaft in Ka Ide Ros geh* Ro geb, HflB) in K geb» HflHP in Sto in XA-Afl^ x Tl (USA), (SchwflB), zu 16 Antragsgegner und Beschwerdegegner (auch für die weitere Beschwerde), Die weitere Beschwerde gegen den Beschluß defc 3* Zivilkammer des Landgerichts in Betmold vom 12. land befanden oder nicht in der Lage waren, die Erbschaft anzutreten, oder die Erbschaft ausschlugen, waren 9 weitere Erben bestimmt, darunter der Bruder der Erblasserin Adolf (Antragsgegner) und dessen Ehefrau sowie die ,fHeichsVereinigung der Juden in Deutschland1^ Stenn einer dieser neun Erben den Erbfall nicht erlebte oder sich ni 3ht mehr in Deutschland befand, sollte sein Anteil gleichmäßig auf die verbleibenden Erben übergehen» In einem Nachtragstestemant vom 20. Apill 1942 ermächtigte die Erblassorin den "Leiter der Bezirksstelle Bielefeld dor Reichevoreinigung der Juden in Deutschland" und, falls die Besirkssitelle zur Zeit des Erbfalles nicht mehr bestand, den Vorstand der genannten Reichsvereinigung, den Testamentsvollstrecker zu bestimmen« Die Antragstollerin, eine Schwester der Erblasserin, befand sich zur Zeit der Testaments errichtiuig nicht mehr in Deutschland und ist in dem Tostamert nicht erwähnt Die nach Bie wurde, worden Erblasserin, die am 30, Juni 1942 von der Gestapo elefeld gebracht und Anfang Juli 1942 deportiert st mit Wirkung vom 8« Mai 1945 für tot erklärt Antragstellerin hat der Antragsgegner nicht korre-c» Mit Eingabe vom 11. die von der Antrr3g3tell.v3.rin mit der Geltendmachung ihrer Wicdergutmachungs- und Erbansprüche beauftragt war, namens dor Antregstellerin das Amtsgericht in Detmold, den Antragsgegner aufzufordern, das Testament an das Nachlaßgericht abzuliefern» Auf eine entsprechende Aufforderung des Amtsgerichts übersandte der Antragsgegner mit Schreiben vom 7. 'olge mg ür ni 1956 beantragte die Beteiligte su 1 beim 2 Oerlinghausen die Erteilung eines Erbscheins ■tsserin auf Grund gesetzlicher Erbfolge, v/o-n anderen Verwandten Erbin su 1/9 geworden sei» Lchte die URO auch Vollmacht der Beteiligten e sämtlich als gesetzliche Erben der Erblas-acht kommen» Die Antragsteilerin macht gel-fcament sei als Scheingeschäft nichtig und au-Anfechtung unwix*ksam geworden» Die Anfech-sei schon in der Anmeldung der Ansprüche beim Vermögensverwaltung vom 31» Dezember 1949 r Begründung der Anfechtung hat die Antragstelegen, die Erblasserin sei zu der Testarnents-:ch die irrige Annahme bestimmt worden, daß ür die ausgewänderten jüdischen Verwandten für erloren sei. Bas Oborlandesgericht Hamm möchte auch die weitere Beschwerde der Antragstellerin zurückweisen, sicht sich jedoch an der beabsichtigten Entscheidung durch den Beschluß des Karamergorichts vom 3. 118) gehindert und hat deshalb die weitere Beschwerde den Bundesgerichtshof zur Entscheidung vorgelegt« voll- und haJ.bblütige Geschwister und deren Abkömmlinge sowie Ehegatten von der Erbfolge ausgeschlossen worden sind, um den Sachlaß einem vom Erblasser aus Gründen des Artikels 1 erwarteten Zugriff des Staates zu entziehen, rbehaltlich des Absatzes 3 finden auf die-die Vorschriften der §§ 2080 ff und 2281 ff Nach Absatz 3 mußte die Anfechtung bis zu dem 949 erklärt werden, Diese Prist ist durch die Verordnung Nr* 205 (ABlAHK* 1950, 108) bis sum 30« Juni 1950 verlängert worden* Dem Beschluß des Kawraergorichts er 1953 liegt Art. 68 der für Berlin gel-tattungsanordnung der Alliierten Kommandantur vom 26. ni 1950 bestimmt hatte, ist die Prist des BrREG erst durch die Verordnung Nr« 205 bis punkt erstreckt worden. Die Rechtsauf-der Gerichte beruhen zwar nicht auf derselben Vorschrift* Es handelt sich aber bei der Aus-66 BrEEG und des Art* 68 HEAO um die glei-, deren unterschiedliche Beantwortung zu der Sache an den Bundesgerichtshof nötigt, tattungsvorschriften als Reichs- (Bundes-) des § 28 Abs. 2 PGG anzusehen sind (vgl« je Bas Landgericht ist der Auffassung, daß eine wirksame Anfechtung wegen Versäumung der Anfechtungsfriet vorliege« Es führt dazu aus« es sei nicht ersichtlich und werde auch nicht behauptet« daß die Erblasserin bei d«>r Abfassung des Testaments einem Zwang ausgesetzt Ba-mit'sei aber noch nicht geklärt, weshalb die Erblasserin ihr Testament gerade in der vorliegenden Worm abgefaßt habe ind daß sie ihm bei unbeeinflußter Willenserklärung nicht diese Form gegeben hättec Vermutlich habe die Erblasserin, weil sie ausschließlich in Beutecbland ansässige Personen zu Erben berufen habe, der damaligen gesetzlichen Regelung Rechnung tragen wollen, wonach das Vermögen aus-gewancertsr Juden dem Reich verfiel« Wenn die Erblasserin sich su der Errichtung des Testaments überhaupt unter Be- Die Frist xjir die Anfechtung sei jedoch nicht gewahrte Da-eich eine Anfechtung auf Grund des vorliegen-halts nach den allgemeinen Vorschriften ausge-Die gegenteilige Auffassung wäre mit der Sondes Art. 66.BrREG nicht vereinbar. Hinzu komme-cerstattungsvorschriften nicht nur den Zweck die Geschädigten wieder in ihre Rechte einzu-lern gerade auch darauf abzielten» die Rückerbeschleunige n.Es liege durchaus im Rahmen des 3ks, wenn den die Rückerstattung begünstigenden a gewisse Beschränkungen bei der Geltendmachung ier z.B. durch Einführung starrer Fristen, ge- der ein Anfechtungsrecht nach den RUckerstat-tiuigsvorsciielften begründet, auch nach den allgemeinen Vorschriften das btogerlichen Rechts, insbesondere nach dem in den Rückerstattungsgcsetsen bestimmten Frist noch innerhalb der Frist des § 2082 3GB aflgefochten werden kann, ist iti der Rechtsprechung und im Schrifttum streitig. Während der Beschluß des Oberlandes-gorichts Köln den Art. 66 BrREG betrifft, besionen sich cheidungen des Oberlandesgerichts Frankfurt und Ischen Obersten Landesgerichts auf die entspre-rschrift des Art. 79 AmHEG. S. 740 Fuß-o Bas voaäggencie Oberlandesgericht ist in überein-mit dom Landgericht der Auffassung, daß bei einem Sachverhalt, der die Anfechtung eines Testaments nach den Rückerstattungs-Vorschriften rechtfertigt, regelmäßig auch Richtig ist, htungsbestimmungen der Hückerstattungsge-»itgehend mit den Voraussetzungen des allge-für eine Anfechtung letztwilliger Verfü-und daßj soweit dies der Pall ist, eine be-ung in den Rückerstattungsgesetzen nicht not-n wäre» Hs kann jedoch für die Entscheidung bleiben, ob die Anfechtbarkeit einer, letzt-ügung in den Pallen des Art» 66 Abs« 1 BrREG Auf Grund der Vorschriften des bürgerlichen jähen gewesen wäre und es sich insoweit ledig-Klarstellung der Rechtslage handelt, oder ob durch Art- 66 Abs» 1 eine weitergehende An-ichkeit.geschaffen worden ist- Jedenfalls mußte 66 Abs» 1 gestützte Anfechtung innerhalb der en Prist erklärt werden« Der Wortlaut dieser t eindeutig« Sie kann nur dahin-verstanden i|xach dem Ablauf der Prist eine Anfechtung aus gstatbestand des Art, 66 Abs, 1 nicht mehr zu-$elbst wenn die Anfechtungsfrist des § 2082 BGB sein würde. Verlängerung der Prist des § 2082 BGB gewesen wäre, hätte der Gesetzgeber dies zuiit jfigen müsse, was z„B« in der Weise hätte ge-n, daß bestimmt worden wäre, die Prist für ng.nach Art- 66 Abs. 1 laufe in keinem Pall Stimmten Zeitpunkt ab, oder die Anfechtung s zu einem bestimmten Zeitpunkt erklärt wer-t die gesetzliche Regelung jedoch nicht« Viel-Art» 66 Abs« 3 BrHEG eine eindeutige Ausschluß-leren Ablauf eine Anfechtung nach Art« 66 Abs« 1 :ie Anfechtung aus dem allgemeinen Slickers tat tu ngs-ijand, nicht mehr möglich ist«, Diese Auffassung »ich, wie das Oberlandesgericht Hamm zutreffend be-durch die Verlängerung der ursprünglich bestimmst bestätigt, die nicht erforderlich gewesen wä.re; Gesetzgeber nicht mit dem Ablauf der gesetzten j|ede Anfechtung aus dem Rückerstattungstatbestand d der allgemeinen Vorschriften hätte ausschlieöen der folgten schlecht eine ar stimmung leu zu mit zu führt § 2082 noch ausüben bekannt die Fri eingeh erst na letztwi zu ver ha bis bei sta billigt doch in zu, daß Art:. 66 Gesetzes Gesichtspunkt, daß die Rechtsstellung der Ver-durch die Rückerstattungsgesetze nicht habe var-ert, sondern verbessert werden sollen, vermag i|dere Beurteilung nicht zu rechtfertigen« Die Bedes Art« 66 Abs« 3 BrHBG wird in zahlreichen Fäl~ einer Verlängerung der Frist des § 2082 BGB und da-einer Verbesserung der Lage der Geschädigten ge-aben, da die Berechtigten, auch wenn die Frist des 3GB bereits verstrichen war, ihr Anfechtungsrecht zu dem Ablauf der^Frist des Art« 66 Abs* 3 BrREG konnten« Dem Gesetzgeber kann aber auch nicht un-gewesen sein, daß unter Umständen im Einzelfall 3t des Art« 66 Abs.3 BrREG überhaupt nicht würde alten werden können, vor allem, wenn der Betroffene 3h dein Ablauf der Frist von dem Vorhandensein einer iiligen Verfügung Kenntnis erlangte. Es ist nicht ksnnen, daß in einem solchen Fall - wie überhaupt rren gesetzlichen Fristen - für die Betroffenen Un-iten oder gar Härten sich ergeben können, die je~ Kauf genommen werden müssen. Es trifft auch nicht wie die Antragstellerin meint, die Auslegung des Abs, 3 BrREG durch das Landgericht mit Art. 49 des in Widerspruch stehe, der besagt, daß unter das tcei- daß es sich fügung nicht Satz 2 BrHEG haltlick des Räcfcorstattu;igsgesetz fallende Ansprüche, .soweit in ihnen nichts anderes bestimmt ist, nur in dem in diesem Gesetz vorgeucbriebenen Verfahren und unter Einhaltung seiner Fristen verfolgt werden können. =eine anderweitige Bestimmung, wonach vorbe-Absatzes 3 auf die Anfechtung die Vorschriften der §§ 2<t>80 ff BGB Anwendung finden. 1 BrHEG eine Anwendung des ii 2082 BGB ausgeschlossen ist* Die Annahme von aO), daß die Ausschlußfrist für die Anfechtung :c* Verfügungen nach den Rückerstattungsgesetzen Burkhardt (a letztwillige die unter de errichtet wu gefcchten we rüc kauf tihre n :n allgemeinen Bruck von Verfolgungen ßnabmen rden, nur innerhalb einer bestimmten Frist an-rden konnten, ist offensichtlich darauf zu-daß der Gesetzgeber einer beschleunigten Erledigung dler Rückerstattung, die sowohl im Interesse der Geschädigten wie auch im allgemeinen Interesse liegt, Bedeutung beigelegt hat, wie sich aus dem in f Satz 1 des Gesetzes festgelegten Zweck er- rfcung des Landgerichts, die Antragstellern atechtung noch bis zu dem 31* Besember 1950 erklä-weil ihre Vertreterin schon am 2, Oktober 1950 ft des Testaments erhalten habe, beruht auf e.i-weil die Frist in Wirklichkeit bereits am abgelaufen war* Es handelt sich jedoch bei 3 auch nach dem Ablauf der Prist dos Art* 66 Abs.3 Loht jede Anfechtung von letziwilligen Verfügungen Zeit vom 30. Erklärung gegenüber dem Nachlaßgericht nicht Dii Auffassung des Landgerichts, daß es sich bei dem Testament der Erblasserin entgegen dem u r s prünglichcn Vorbringen der Antragstollerin nicht um ein nichtiges Scbeing:ischäft handele, ist frei von Rechtsirrtumo Sie wird auch von der weiteren Beschwerde nicht beanstandet.