BGH · V ZB 1/54
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
in Km gegen epublik Deutschland als Trägerin des^früheren gens, vertreten durch den Bundesminister der ieser vertreten durch die Oberfinanzdirektion Beklagte und Berufungsbeklagte, Prozessbe/ollmächtigtes Rechtsanwälte in und hat der V zung vom 12 sidenten Dr Schuster, Zivilsenat des Bundesgerichtshofs in der Sit-Januar 1954 unter Mitwirkung des Senatsprä-Tasche und der Bundesrichter Dr, Hückinghaus, Oechßler und Dr* Piepenbrock Dr beschlossen Auf die sofortige Beschwerde des Klägers wird der Beschluss des 5« Zivilsenats-des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts in Schleswig vom 20^ Oktober 1953 aufgehoben. Der Kläger hat gegen das am 9« März 1953 zugestellte Urteil der 3* Zivilkammer des Landgerichts in Itzehoe vom 19» Dezemter 1952 mit Schriftsatz vom 1* April 1953> der am 2« April 1953 beim Berufungsgericht eingegangen ist, Berufung eingelegt.. Er behielt sich, falls das Berufungsgericht die Voraussetzungen des § 540 ZPO bejahen sollte, eine abschliessende Stellungnahme vor und bat für diesen Pall um Aushändigung der Gerichtsakten zwecks Einsichtnahme, Auf Antrag des Klägers wurde die Prist zur Begründung der Berufung dreimal, letztmalig bis zu dem 2, August 1953> verlängert, Ein weiterer Antrag auf Verlängerung der Berufungsbegründungsfrist wurde am 9* September 1953 abgelehnt. Das Oberlandesgericht hat die Berufung als unzulässig verworfen mit der Begründung, dass die Berufung nicht frist-gemäss begründet worden sei« Hiergegen richtet sich die sofortige Beschwerde des Klägers« abgelaufen sei« Die Prist zur Begründung der Berufung, die nach § 519 Abs 2 ZPO einen Monat beträgt und mit der Einlegung der Berufung beginnt, hat am 2« April 1953 zu laufen begonnen« Da die Berufungsbegründungsfrist bis zu dem 2« August. 1953 verlängert war, fiel ein Teil der Prist in die Gerichtsferien* Hach § 223 Abs 1 ZPO wird der Lauf einer Prist durch die Gerichtsferien gehemmt« Eine Ausnahme besteht nur für Pristen in Periensachen und für Notfristen« Um eine Perien-sache handelt es sich im vorliegenden Palle nicht« Die Pristen zur Begründung von Rechtsmitteln gehören auch nicht zu den Notfristen« Die Pristhemmung hat zur Polge, dass der in die Gerichtsferien fallende Teil der Prist nach dem Ende der Perion zu laufen beginnt (§ 223 Abs 1-Satz 2 ZPO)« Dies bedeutet» dass der am 15« Juli 1953, am Tage des Beginns der Gefiohtsferien-, noch nicht verbrauchte Teil der verlängerten Berufungsbegründungsfrist von 19 Tagen mit dem Ende der Gerichtsferien, also mit dem Ende des 15«September 1953, aufs neue zu laufen begann« Die Vorschrift des § 223 Abs 1 Saxz 2 ZPO gilt nicht nur für gesetzliche, sondern auch für richterliche Pristen (Urteil des erkennenden Senats vom 22« Dezember 1953, V ZR 78/52)« Die Berufungsbegründungsfrist endete danach mit dem Ablauf des 4« Oktober 1953« Die vom Berufungsgericht angeführte Entscheidung des Bundesge- 316)« Sie dürfen ;edoch nicht überspannt werden« Die Bezugnahme auf einen Schriftsatz, der nicht von einem beim Rechtsmittelgericht zugelassenen Rechtsanwalt unterzeichnet ist, würde den Erfordernissen des § 519 Abs 3 ZPO nicht genügen (BGH Beschluss vom 12« März 1951? 442; BGHZ 7S 170 /I73/)o Dagegen ist die Bezugnahme auf ein Armenrechts^esuch, das von dem Prozessbevollmächtigten der Berufungsinstanz unterzeichnet ist und in allen Punkten den Anforderungen einer Berufungsbegründung entspricht, schon in der Rechtsprechung des Reichsgerichts (RGZ 145, 266 /26§7), der sich der Bundesgerichtshof (Urteil vom 14« Juli 1952, IV ZR 64/52, und Beschluss vom 22« Oktober 1952, III ZB 17/52; ebenso auch Stein-Jonas-Schönke ZPO § 519 Bern III 2 b] angeschlossen hat, als ausreichende Berufungsbegründung angesehen worden« Eine solche Bezugnahme braucht nicht ausdrücklich erklärt zu sein« Es genügt, dass der Inhalt des Schriftsatzes bei Berücksichtigung der Gesamtlage des Rechtsstreits erkennen lässt, dass eine Bezugnahme auf April 1953 eine abschliessende Stellungnahme bis nach Einsichtnahme in die Gerichtsakten Vorbehalten und eine weitere Verlängerung der Berufungsbegründungsfrist beantragt hat, kann nicht gefolgert werden, dass der Kläger mit seiner Eingabe vom 14. 1953 ergibt, nur für den Ball, dass das Berufungsgericht die^ Voraussetzungen des § 540 ZPO bejahen sollte, unter Umständen einb weitere Begründung der Berufung für erforderlich -gehalteA hat. September 1953 in Verbindung mit dem Armenreclhtsgesuch vom 1., April 1953 als eine den Vorschriften des § 53|9 Abs 3 ZPO entsprechende Berufungsbegründung angesehen wärden.